Schwerpunkte

Single Pair Ethernet

Große Erwartungen bei den Marktteilnehmern

17. Mai 2021, 16:00 Uhr   |  Ralf Higgelke


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Ist die Interoperabilität gewährleistet?

An ein Nebeneinander mehrerer Stecksysteme glaubt auch Matthias Gerber, Market Manager LAN Cabling bei Reichle & De-Massari: »Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass sich jeweils der für eine spezifische Anwendung am besten geeignete Steckertyp durchsetzen wird.«

»Die beiden Steckgesichter IEC 63171-5 und IEC 63171-6 sind nicht steckkompatibel«, bestätigt Verena Neuhaus, Product Marketing Data Connectors bei Phoenix Contact. »Einzig die beiden von Phoenix Contact getriebenen Normen der IEC 63171-2 für IP20 und IEC 63171-5 als M8 und M12 für IP67 sind vollständig miteinander steckkompatibel.«

Phoenix Contact
© Phoenix Contact

Verena Neuhaus, Phoenix Contact »Einzig die beiden Normen der IEC 63171-2 (IP20) und IEC 63171-5 (M8 und M12) sind vollständig miteinander steckkompatibel.«

Interoperabilität jedoch ist gewährleistet. Dazu Ivan Corsini von Dätwyler IT Infra: »Was problemlos funktionieren wird, ist die Verwendung einer IEC-63171-5-Steckverbindung auf einer Seite und einer IEC-63171-6-Steckverbindung auf der anderen Seite eines Patchkabels – ähnlich wie bei den Standard-Ethernet-Patchkabeln mit RJ45-Stecker auf der einen und M12 auf der anderen Seite.«

Obwohl also trotz verschiedener Steckgesichter Interoperabilität gewährleistet ist, sollten Anwender nach Ansicht von Ruud van den Brink, Product Manager Industrial Communications bei TE Connectivity, mit dem Blick auf zukünftige Anwendungen zwei Punkte im Blick behalten, wenn es um die Wahl ihrer Schnittstelle geht: »Erstens genügt die Energieversorgung von Devices über PoDL (Power over Data Line) mit bis zu 50 W am Gerät nicht für alle Anwendungen. Aus diesem Grund ist das hybride M8-Steckgesicht von TE Connectivity mit in die IEC 63171-6 niedergeschrieben. Sie bietet bis zu 200 W bei 24 V bzw. bis 400 W bei 48 V Versorgung und SPE über nur eine Schnittstelle. Zweitens befindet sich der Multi-Gig-Standard in der Entwicklung. Hier liegen die Vorteile klar im symmetrischeren Steckgesicht der IEC 63171-6, das durch gleiche Kontaktlängen und absolute Symmetrie mehr Reserven bereit hält als andere Lösungen.«

Fazit

Da mit dem SPE Industrial Partner Network und der SPE System Alliance zwei starke Konsortien um die Gunst der Anwender konkurrieren, bleibt dieser Bereich auf jeden Fall spannend. Denn das SPE Industrial Partner Network unterstützt das Steckgesicht nach IEC 63171-6, die SPE System Alliance jedoch das Steckgesicht nach IEC 63171-5. Es bleibt also abzuwarten, ob sich eines der beiden durchsetzt oder ob beide nebeneinander existieren werden. Fakt jedoch ist, dass sie – obwohl nicht steckkompatibel – doch interoperabel sind. Anwender müssen sich also nicht auf eines der beiden Steckgesichter festlegen, um Produkte auf diesen Markt bringen zu können.

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1. Große Erwartungen bei den Marktteilnehmern
2. Große Erwartungen bei den Umsätzen
3. Ist die Interoperabilität gewährleistet?

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