Schwerpunkte

Markttrends im Relais-Segment

Zweistellige Zuwachsraten

06. Juli 2016, 12:48 Uhr   |  Erich Schenk


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

Auswirkungen durch Brexit?

Omron
© Omron

Jürgen Schönauer, Omron »Im Moment sind keine Anzeichen für einen Nachfragerückgang sichtbar, ich erwarte keine signifikanten Schwankungen im Vergleich mit dem Vorjahr«

Keine Sorgen bereitet Steinhäuser der steigende Ölpreis, denn erst ein sehr hoher Ölpreis wäre für die Hersteller von Kunststoffen ein Argument, die Preise dementsprechend zu gestalten: »Die Preise der Spezialkunststoffe, die bei Relais zum Einsatz kommen, sind nur zu einem geringeren Anteil von den Rohölkosten bestimmt.« Die bestimmenden Faktoren für den Relaispreis seien vielmehr die Prozesskosten, die Preise der zusätzlich benötigten Rohstoffe »und nicht zuletzt die Produktionskosten insgesamt«. Vor allem dies habe Einfluss auf die Margen, »weil nicht alle Kosten durch eigene Optimierungen kompensiert werden können«.

Die für Relaishersteller an Bedeutung gewinnenden Märkte E-Mobility und Smartmeter sind für Elestas Sicherheitsrelais kein Thema. Forschung und Entwicklung bei diesen Relais mit zwangsgeführten Kontakten ist aber weiterhin angesagt: »Hier geht der Trend vermehrt hin zu Individuallösung auch bei kleineren Mengen«, sagt Steinhäuser. Bei höherwertigen Produkten wolle der Kunde nicht nur die normativ geforderten Eigenschaften, »sondern auch die perfekte Einbettung in die Gegebenheiten der eigenen Steuerung«.

Für Omron, einer der Top 3 im Ranking der Relaishersteller, war in Europa der Stückzahlen- und Umsatzverlauf im ersten Halbjahr 2016 »etwa wie im Vorjahr«, sagt Jürgen Schönauer, European Relay Technology Manager bei Omron Electronics Components Europe. Während im Bereich der Signalrelais eine »leichte Unterschreitung festzustellen ist, mussten wir bei PCB-Power-Relais durch die Einstellung der Fertigung unserer Zuckerwürfelrelais einen Rückgang hinnehmen«. Was ist für das zweite Halbjahr zu erwarten? »Im Moment sind keine Anzeichen für einen Nachfragerückgang sichtbar, ich erwarte keine signifikanten Schwankungen im Vergleich mit dem Vorjahr.« Neue MOSFET-Relais hätten bei ersten Kundengesprächen Anklang gefunden, könnten aber frühestens 2017 zum Erfolg führen. Ebenfalls erfolgversprechend seien kleinere Baugrößen bei verbesserter Spezifikation. Der Smartmeter-Markt stecke in Deutschland wegen fehlender Vorschriften seitens der Politik und unklarer Standards und Regeln »generell noch in den Kinderschuhen«. Bei Hybrid-/E-Cars hingegen könne dank künftiger Investitionen in Ladestationen etwas passieren, »momentan ist da aber noch nichts fühlbar«.

Finder
© Finder

Dirk Rauscher, Finder »Die fehlende Entscheidung aus Brüssel zum Thema Ausnahmegenehmigung für Cadmium in Kontakten trägt noch immer zur Verunsicherung bei.«

Ausnahmegenehmigung
für Cadmium?

Zufrieden mit dem Ergebnis im ersten Halbjahr 2016 zeigt sich Dirk Rauscher, Leitung Vertrieb Deutschland von Finder: »Der Umsatz hat sich nach unseren Wünschen und Vorstellungen entwickelt, das Wachstum liegt im mittleren einstelligen Prozentbereich.« Und auch für den Rest des Jahrs erwarte man eine Fortsetzung der Entwicklung des ersten Halbjahrs, »ein Rückgang ist definitiv nicht in Sicht«. Dies betreffe nicht nur Deutschland, sondern auch die von Deutschland aus betreuten Märkte in Ungarn, Tschechien, Dänemark, Österreich und in den Niederlanden. Aufwärts gehe es überdies im Bereich der regenerativen Energien. Die Subvention von 1,2 Mrd. Euro für E-Mobility »wird sich ganz sicher positiv auf unser Relaisgeschäft auswirken«.

Gelassen reagiert Rauscher auf die momentanen Ölpreiserhöhungen: »Dank unserer langfristigen Verträge mit den Lieferanten haben wir eine sehr hohe Preisstabilität und sind somit nicht den kurzfristigen Schwankungen unterworfen.« Dadurch profitiere man zwar nicht sofort bei Preissenkungen, sei aber für Kunden eine stabile Größe auch bei großen Preisschwankungen.

In puncto Normen ist der Finder-Manager dagegen nicht gut auf die EU zu sprechen: »Die fehlende Entscheidung aus Brüssel zum Thema Ausnahmegenehmigung für Cadmium in Kontakten trägt noch immer zur Verunsicherung bei.« Diese Unsicherheit bremse Investitionen, weil Cadmium in seinen Eigenschaften – je nach Anwendung – nicht einfach zu ersetzen sei.

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