Aufträge im Juni stabil Elektroindustrie hält sich wacker

„Die Branchenausfuhren erweisen sich trotz Eurokrise und weltwirtschaftlicher Konjunkturabkühlung nicht nur als widerstandsfähig, sondern bleiben auch auf Rekordkurs“, sagt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Auch die Exporterwartungen der Elektrofirmen sind per Saldo immer noch positiv.“
„Auch wenn sich derzeit keine eindeutige Richtung festmachen lässt, bleibt die Branche in robuster Verfassung“, so ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

Im Juni 2012 hat die deutsche Elektroindustrie so viele Aufträge erhalten wie vor einem Jahr. Auffallend dabei ist, dass sich die Nachfrage ins Ausland verschoben hat. Wie die weiteren Aussichten sind, erklärt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

Im Juni gab es keine größere Konjunkturdelle für die Elektroindustrie. „Die Impulse kamen aus dem Ausland“, so ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Während inländische Kunden achteinhalb Prozent weniger bestellt haben als im Juni 2011, orderten ausländische Kunden acht Prozent mehr.“ Im gesamten ersten Halbjahr 2012 sind die Auftragseingänge allerdings zehn Prozent hinter ihrem Vorjahreswert zurückgeblieben. Die Bestellungen aus dem Inland gaben hier um 17 Prozent gegenüber Vorjahr nach, die aus dem Ausland um zweieinhalb Prozent.

Nach zuletzt drei rückläufigen Monaten in Folge ist der Umsatz in der Elektroindustrie im Juni dieses Jahres wieder um zwei Prozent gegenüber Vorjahr auf 15,0 Mrd. Euro gestiegen. Inlands- und Auslands-erlöse legten dabei um ein halbes Prozent auf 7,7 Mrd. Euro bzw. um drei Prozent auf 7,3 Mrd. Euro zu. Von Januar bis Juni 2012 lagen die Erlöse mit 85,2 Mrd. Euro ein Prozent unter Vorjahr. Der Inlandsumsatz hat hier bei 44,5 Mrd. Euro stagniert, der Auslandsumsatz ging um zwei Prozent auf 40,7 Mrd. Euro zurück.

Die preisbereinigte Produktion der Elektrounternehmen ist im Juni wieder um drei Prozent gegenüber Vorjahr gewachsen. Im gesamten ersten Halbjahr übertraf sie ihr Vorjahreslevel um ein Prozent. „Auch wenn sich derzeit keine eindeutige Richtung festmachen lässt, bleibt die Branche in robuster Verfassung“, so Dr. Gontermann.

Das Geschäftsklima in der Elektroindustrie ist im Juli 2012 den dritten Monat in Folge gesunken. Es befindet sich aber noch immer im positiven Bereich. Ihre Bewertung der aktuellen Geschäftslage haben die Unternehmen dabei nur leicht zurückgenommen. Insgesamt 87 Prozent der Firmen schätzen ihre derzeitige Situation als gut bzw. stabil ein.

Allerdings sind die Erwartungen für die kommenden sechs Monate per Saldo zuletzt ins Minus gerutscht. 17 Prozent der Unternehmen rechnen mit mehr, 57 Prozent mit gleich vielen und 26 Prozent mit weniger Geschäften.

Die Kapazitätsauslastung in der Elektroindustrie ist zu Beginn des dritten Quartals 2012 gegenüber Anfang des zweiten Vierteljahres leicht von 84,1 auf 83,5 Prozent der betriebsüblichen Vollauslastung gefallen. Sie liegt aber weiter etwas über ihrem langjährigen Durchschnittswert von 82,8 Prozent. „Zur Erinnerung: Im Zuge der 2009er Krise war die Kapazitätsauslastung in der Branche zwischenzeitlich bis auf 71 Prozent eingebrochen“, sagt Gontermann.