Ableitströme unter der Lupe

Ableitströme unter der Lupe

Bild 5 zeigt den Ausschnitt der Y-Kondensatoren in einem Dreiphasenfilter.

In der Realität ist ein solches Filter aus folgenden Gründen immer asymmetrisch belastet:

  • Toleranzen der Y-Kondensatoren,
  • Asymmetrien im Versorgungsnetz,
  • asymmetrische Last und
  • Asymmetrien innerhalb des Filters infolge nicht idealer Anordnung der Komponenten.

Bei dreiphasigen Filtern werden die Ableitströme der einzelnen Phasen vektoriell zu einem resultierenden Ableitstrom addiert (Bild 6).

Um den verschiedenen Anforderungen betreffend Ableitstrom Rechnung zu tragen, klassifizieren Filterhersteller ihre Produkte. Es gibt jedoch keine Norm, die vorschreibt, welche Klassen es gibt, wie diese heißen und welche Grenzwerte jeweils gelten. Trotzdem helfen diese Einteilungen dem Anwender, schnell das für seine Anwendung passende Produkt zu finden. Dabei gibt es Filter für Standardanwendungen, Medizinanwendungen, Industrieanwendungen, etc. Gerade im medizinischen Bereich gelten betreffend Ableitströmen erhöhte Anforderungen, da Patienten in den direkten Kontakt mit Geräten kommen können. In diesem Bereich kommen noch kleinere und in vielen Fällen sogar überhaupt keine Y-Kondensatoren zum Einsatz, damit die Grenzwerte eingehalten werden können. Schurter bietet M5-Filter mit einem Ableitstrom von maximal 5 µA (keine Y-Kondensatoren) oder M80-Filter mit einem Ableitstrom von maximal 80 µA an. (mc)

Autor:

Christoph Buob ist Produktmanager EMV bei Schurter
Telefon 0041/41 36 93 45 1
www.schurter.com

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