Schwerpunkte

Flexibel und reaktionsfähig planen

So geht Supply Chain Management bei Hama

09. März 2020, 12:13 Uhr   |  Karin Zühlke


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Sammelbestellung und Verbunddisposition

Angepasst wurde beispielsweise die Sammelbestellung. In der Standardkonfiguration dient die Sammelbestellung dazu, auf der Grundlage von Dispositionsgruppen Bestellungen so zu bündeln, dass eine vorhandene Transportkapazität, z.B. Container oder LKW, möglichst effizient genutzt wird. Auf diesen Standard aufsetzend wurden diverse Anpassungen durchgeführt. »Die wichtigsten waren die Umstellung der zentralen Sammelbestellfunktionalität auf Basis von Dispogruppen mit Materialorientierung auf die Bezugsquellen, welche bei Hama aus Lieferantenname, Lieferantennummer und Frachtart bestehen«, erklärt Kahr. Im Sammelbestellergebnis werden zudem, falls vorhanden, auch Staffelpreise angezeigt. Die neuen Felder „Containerbefüllung“ und „Lieferantentyp“ unterstützen die Steuerung der Zuordnung von Sammelbestellfunktionalität zu Artikeln.

Lieferzeiten-Monitoring und -Parametrisierung

In der Standardauslegung übernimmt das APS-System in der Beschaffung verschiedene Zeitkomponenten aus dem führenden ERP-System, die dann den Bezugsquellen eines Materials zugeordnet werden. »Wir bei Hama wollen unsere teils sehr hohen Wiederbeschaffungszeiten noch genauer und differenzierter parametrisieren, als es allgemein üblich ist«, erklärt Kahr. Die vorhandenen Zeitkomponenten mussten deshalb in noch feinere Abschnitte zerlegt werden. So wurde z.B. die Lieferzeit in der Fremdbeschaffung unterteilt in die Komponenten Produktionszeit (des Lieferanten), Transportzeit zum Hafen, Transportzeit ab Hafen und zusätzliche Sicherheitszeit.

Des Weiteren sollte hierbei nicht nur die Artikel-Lieferanten-Kombination eine Rolle spielen, sondern die Kombination aus Artikel, Lieferant und Frachtart. »Im Ergebnis ist Hama nun in der Lage, sehr genau die Lieferzeiten zu überwachen und Abweichungsanalysen zu erstellen und für Lieferantengespräche einzusetzen“, erklärt der Supply-Chain-Management-Berater und Principal bei der Abels & Kemmner GmbH, Armin Klüttgen, der Hama bei der Umsetzung dieses Umstellungsprozesses begleitet hat.

Hama
© Hama

Das Portfolio von Hama ist vielfältig, entsprechend komplex ist die Lieferkette.

Planauftragsstatus und Freigabe-Workflow

In der Standardkonfiguration generiert das APS-System im Rahmen des MRP-Laufes Planaufträge und Bestellvorschläge, die der Planer sodann bzgl. Menge und Termin prüft, ggf. noch anpasst und dann fixiert. Die Fixierung bedeutet, dass dieser Planauftrag nicht mehr vom System verändert wird und für den Upload ins ERP-System bereitsteht. »Diese Standardfunktionalität greift für Hama aber zu kurz. Bei verschiedenen Artikeln besitzt Hama nämlich mehr als eine aktive Bezugsquelle und neben Attributen wie Lieferzuverlässigkeit und Qualität spielt bei der Auswahl des Lieferanten natürlich auch der Preis eine Rolle«, erklärt Klüttgen. Daher werden Bestellungen, die meistens aus mehreren Artikeln bestehen, bei verschiedenen Lieferanten angefragt. Diese Planaufträge müssen deshalb im APS-System geparkt werden können. Eine Anpassung im APS-System konnte diesem Prozess Rechnung tragen, wobei sichergestellt wurde, dass die an das ERP-System übergegebenen Planaufträge trotz des Parkens jederzeit den jeweils gültigen wirtschaftlichen Anforderungen entsprechen.

Viele dieser Anpassungen beeinflussten auch die Standardauslegung des APS-Systems. Der „flexible Standard“ ist also kein Widerspruch in sich. Er ist vielmehr unerlässlich für eine effiziente und performante Unterstützung der Geschäftsprozesse eines jeden Unternehmens, ohne die man bei der heutigen Geschwindigkeit und Veränderungsrate der marktseitigen Anforderungen wohl schnell ins Abseits geraten könnte. »Möglich ist dies natürlich nur mit einer Plattform wie dem im Einsatz befindlichen APS-System Discover SCO von SCT, die entsprechend modular, flexibel und agil programmiert wurde und so jederzeit auch einfach kundenspezifische Erweiterungen erhalten kann«, so Klüttgens Fazit.

Seite 2 von 2

1. So geht Supply Chain Management bei Hama
2. Sammelbestellung und Verbunddisposition

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

»Distribution heißt, Kunden in allen Feldern zu bedienen«
Vier auf einen Streich
»Mehrwert für die gesamte Supply Chain«
»Sprechen, planen und nicht in Panik verfallen«
Früh übt sich …
Samsung und Conrad Connect kooperieren

Verwandte Artikel

Hama GmbH & Co. KG