Schwerpunkte

Andrew Bickley, Director IoT EMEA, Arrow

Warum IoT und KI für Unternehmen rentabel sind

14. Oktober 2019, 13:35 Uhr   |  Karin Zühlke


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Vielzahl potenzieller Anwendungsszenarien

Wie wird KI in der Industrie bereits genutzt?

Es gibt eine Vielzahl potenzieller Anwendungsszenarien in verschiedenen vertikalen Märkten. Wir haben zum Beispiel erst vor Kurzem an einem Projekt der öffentlichen Wasserversorgung gearbeitet. Ein großes Problem sind hier Systemlecks, die in manchen Fällen nur sehr schwer zu erkennen und damit kaum zu beheben sind. Arrow hat zu diesem Zweck die Entwicklung eines intelligenten Zählers unterstützt, der das Wasserverbrauchsverhalten eines bestimmten Gebäudes erlernt, indem er Gegenständen wie Wasserhähnen, Waschmaschinen und Duschen Signaturen zuweist. Die Zählerdaten der einzelnen Wohnungen können dann mit den Daten der Wasserhauptleitung und der eingesetzten KI abgeglichen werden, um festzustellen, wo im System Lecks auftreten. Ein weiteres Beispiel ist das in Zusammenarbeit mit Shiratech entwickelte Icomox-System. Dieses System ermöglicht die Überwachung von Motoren. In Kombination mit der eingesetzten KI kann ein vorbeugendes Wartungsprogramm geplant und umgesetzt werden, das eingreift, bevor Ausfälle auftreten.

Die Unternehmen benötigen Unterstützung für ihre zukünftigen digitalen Geschäftsprozesse; diese Rolle wollen derzeit viele Marktakteure an vielen Punkten der Lieferkette für sich reklamieren. Worauf soll der Kunde achten?

Wichtig ist, dass das Ökosystem breit angelegt, aber hochspezialisiert sein muss. Die AIoT-Anforderungen von industriellen Anwendungen unterscheiden sich maßgeblich zwischen Asset-Tracking und Retail-Lösungen. Der Entwicklungsbedarf eines AIoT-Systems ist völlig anders als die Bereitstellung und Verwaltung einer aktiven Lösung. Die für die Durchführung solcher Projekte benötigten Fähigkeiten und Ressourcen liegen nicht in den Händen einer einzigen Organisation. Arrow besitzt jedoch die Möglichkeit, die Partner an einem Tisch zusammenzubringen, welche alle Fähigkeiten mitbringen, die zur Ergänzung der eigenen Kompetenzen erforderlich sind.

Arrow Electronics
© Arrow Electronics

Andrew Bickley, Arrow »Der Vertrieb ist eine Kernkompetenz von Arrow und wird immer ein wichtiger Teil unseres Geschäfts sein. Die Technologie wird immer komplexer und die Geschäftsmodelle unserer Kunden verändern sich stetig.«

Auch Unternehmen haben unterschiedliche Anforderungen. Manche wollen Hilfe bei der Entwicklung von Komponenten für ihr System, während andere wiederum die komplette Entwicklung auslagern möchten und externe Engineering-Services benötigen.

Und wie können die Engineering-Services von Arrow unterstützen?

Für die Fertigung entwickelte AIoT-Designs und Lösungen erfordern Hardwareentwicklung, Embedded Processing, Drahtlostechnologie, Sicherheit, Datenaggregation über Gateways sowie Cloud oder Hybrid-KI/Machine-Learning. Nicht alle Unternehmen verfügen über die hierfür nötigen Ressourcen. Viele Kunden benötigen Hilfe bei der Konzeption und Entwicklung der Produktanforderungen und müssen sowohl Planung als auch Fertigung auslagern. Die Kombination einer breiten Auswahl an Technologien mit fertigungsorientierter Produktentwicklung über externe Engineering-Services, wie beispielsweise von Arrow, kann Qualifikationsdefizite lösen, Budges verringern und die Markteinführungszeit erheblich verkürzen.

Arrow hat ein großes Engineering-Services-Unternehmen übernommen, eInfochips, das über Hard- und Softwaretechniker verfügt, die gemeinsam mit den Kunden an Ende-zu-Ende-Lösungen arbeiten. Wir unterstützen unsere Kunden zudem auch bei spezifischen technischen Herausforderungen, unter anderem bei Subsystem-Designs. Darüber hinaus hat Arrow einen eigenen unternehmensinternen Engineering-Services-Support in allen lokalen Regionen aufgebaut. 

Der Markt für vernetzte Geräte ist ziemlich fragmentiert. Aus diesem Grund ist eine Zusammenarbeit vieler Akteure erforderlich, da kein Unternehmen eine einheitliche Ende-zu-Ende-Lösung für die Sicherheit anbieten kann.

Da auch die Geräte selbst fragmentiert sein können, ist es umso wichtiger, mit einem Unternehmen zusammenzuarbeiten, das eine Architektur und Plattform bereitstellen kann, die in der Lage ist, alle Sensoren und Geräte sicher mit jeder Cloud und jeder Datacenter-Umgebung zu vernetzen. So muss die Sicherheit von IoT-Knoten beispielsweise durch Geräte-Authentifizierung, Datenverschlüsselung und Manipulationserkennung gewährleistet sein. Die Tatsache, dass Arrow sowohl elektronische Komponenten als auch Systemarchitektur und das Design für die sichere Umsetzung einbinden kann, eröffnet eine Vielzahl von Sicherheitsoptionen für Hardware und Software.

Mit XoverIoT bringt Arrow ein Startup aus Deutschland auf den Tisch. Was genau macht dieses Unternehmen so interessant?

XoverIoT hat sich darauf spezialisiert, optimierte Moduldesigns für Sigfox-basierte Endpunkte anzubieten. Diese LP-WAN-Systeme sind extrem kostengünstige Lösungen, und wir gehen stark davon aus, dass die Anwender vermehrt Module dieses Typs kaufen werden, statt ihre eigenen Geräte zu entwickeln.

Inwieweit hat sich Arrow selbst von einem Distributor zu einem IoT-Unternehmen weiterentwickelt?

Arrow hat ganz deutlich den wachsenden Bedarf eines sich weiterentwickelnden Marktes erkannt, die technischen Herausforderungen der Kunden zu lösen, und natürlich auch, sie bei der Auswahl und Nutzung der Technologien zu unterstützen. Arrow war zur richtigen Zeit in der richtigen Position, um diesen Bedarf zu stillen. Viele Projekte wären niemals angefangen worden, hätten sich verzögert oder wären sogar gescheitert, weil Unternehmen nicht über die richtigen internen Kompetenzen verfügten. Wir gelten bei vielen unserer Hersteller als Erweiterung ihrer technischen Ressourcen. Die Möglichkeit, mit den vorher bereits erwähnten Arrow-Engineering-Services für unsere Kunden zu entwickeln und zu arbeiten, war eine logische Weiterentwicklung für Arrow.

Und welche Rolle spielt das herkömmliche Vertriebsmodell eines Distributors heute eigentlich noch für Arrow?

Der Vertrieb ist eine Kernkompetenz von Arrow und wird immer ein wichtiger Teil unseres Geschäfts sein. Die Technologie wird immer komplexer und die Geschäftsmodelle unserer Kunden verändern sich stetig. Große führende Unternehmenskunden wollen möglicherweise nicht unbedingt wichtige interne Ressourcen für neue, noch nicht erprobte Marktchancen aufwenden und sind daher bemüht, diese auszulagern. Die Kombination unserer Kernkompetenz auf dem Gebiet der Technologieplattformen mit versierter Ausführung im Design- und Fertigungsbereich ist daher das beste Rezept für unsere Kunden.

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2. Vielzahl potenzieller Anwendungsszenarien

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