Die Rolle der Bauteile-Distribution bei der Energiewende Smart Grid- und -Metering erfordern "Smart" Distribution

Kontrolle von PV Photo Voltaic Systemen
Kontrolle von PV Photo Voltaic Systemen

Smart Grid- und Smart-Metering-Systeme versprechen riesige Umsatzpotentiale. Doch die regulatorischen und technischen Anforderungen an die verwendeten Komponenten sind komplex und teilweise von Land zu Land sehr unterschiedlich - eine Chance für technisch orientierte Bauelemente-Distributoren.

So erfreulich das durch die Atomkatastrophe von Fukushima in Ländern wie Deutschland ausgelöste  Überdenken der bisherigen Energiepolitik grundsätzlich auch sein mag: Die generellen Energieprobleme sind dadurch nicht weniger geworden, im Gegenteil.

Der weltweite Energiebedarf wächst nach wie vor deutlich schneller als die Menschheit: Schon im Jahr 2020 werden wir weltweit zirka 36 Prozent mehr Energie verbrauchen als heute, während die Bevölkerung in diesem Zeitraum voraussichtlich »lediglich« um zirka 12 Prozent zulegen wird.

Das Bekenntnis zur Energiewende allein wird wohl nicht ausreichen, dieser riesigen Herausforderung gerecht zu werden, wie am Beispiel Deutschland schnell deutlich wird. War Deutschland vor dem Abschalten der ersten Kernkraftwerke am 16. März 2011 noch ein Stromexporteur, so sind wir danach zum Importeur geworden. Nach Weihnachten 2011 wurde die Situation besonders prekär: Unser Hauptlieferant Frankreich benötigte in dieser kalten Zeit seinen Strom selber, und das Netz stand kurz vor den Zusammenbruch.

Noch kritischer als das Abschalten der Kernkraftanlagen ist allerdings der zweite durch zigtausende Photovoltaik- und Windkraftanlagen erzwungene Paradigmenwandeln. Galt früher immer das Prinzip »Wir erzeugen genau so viel Strom, wie gerade benötigt  wird«, muss bei zunehmender Verlagerung der Energieerzeugung an den Ort des Energieverbrauchs oder auf dezentrale Quellen künftig der Verbrauch von der Stromerzeugung gesteuert werden, um ein weitgehend reibungslose Energieversorgung gewährleisten zu können. Dafür wiederum bedarf es intelligenter Stromnetze, unter dem Sammelbegriff Smart Grid inzwischen auch in Deutschland in aller Munde. Ohne Smart Grid, also die kommunikative Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern, Speichern, Verbrauchern und Netzbetriebsmitteln in Energieverteilungsnetzen der Elektrizitätsversorgung, und Smart Meters, also intelligente Zähler für die Steuerung und Kontrolle des Verbrauchs, kann es letztlich auch keine »echte« Energiewende geben.
Die Topologie des technischen Energienetzes der Zukunft wird sich auf den ersten Blick gar nicht so stark von der heute vorhandenen Infrastruktur unterscheiden: Es wird wie bisher Großkraftwerke geben, die Energie mittels Übertragungsnetzen und Verteilnetzen zu Verbrauchern transportieren.

Hinzu kommen in zunehmendem Maße regenerative Energiequellen, die als dezentrale Erzeuger wachsende Teile des Energiebedarfs decken. Durch die vermehrt dezentrale Einspeisung aus volatiler Erzeugung und durch zunehmend flexibel und intelligent reagierende Verbraucher wird es aber immer häufiger zu Situationen kommen, in denen sich Lastflüsse in Teilnetzen umkehren. Um diese hochdynamische Infrastruktur effizient betreiben und koordinieren zu können, bedarf es einer Integration aller Energiekomponenten in eine einheitliche Kommunikationsinfrastruktur - dem von der BDI Initiative IKT für Energiemärkte propagierten Internet der Energie. Nur so wird eine zeitnahe Kommunikation und damit eine effiziente Koordination des Netzes trotz einer weiter steigenden Zahl dynamischer Verbraucher und dezentraler, fluktuierender Erzeuger überhaupt erst möglich. Dies ist der eigentliche Paradigmenwechsel in der Energieversorgung Der unumkehrbare, weil zwingend erforderliche Strukturwandel hin zum Internet der Energien hat freilich dramatische Auswirkungen auf den bisher eher konservativen bis behäbigen Energiemarkt.

So hat beispielsweise die letzte Novelle des Engergiewritschaftsgesetzes (EnWG)  zur Folge, dass ab  2013 alle Stromzähler in Deutschland ausgetauscht werden müssen. Allein beim drittgrößten Energieversorgungsunternehmen  in Deutschland, der EnBW,  geht man von etwa 600.000 Zählern aus, die gewechselt werden müssen.