Future Electronics: Neues europäisches Logistikzentrum in Leipzig

Anfang 2010 beginnt für den Distributor Future Electronics ein neues Zeitalter in Europa. Dann wird nämlich das neue, vollautomatisierte und über 40 Millionen Euro teuere Logistikzentrum in Leipzig eröffnet.

»Unser altes Lager in Hayes, England, wird einfach zu klein, außerdem läuft es zu 75 Prozent manuel, das ist einfach nicht mehr zeitgemäß«, erklärt Martin Bielesch, Deputy Managing Director von Future Electronics EMEA.

Um für zukünftiges Wachstum gerüstet zu sein, wurde das neue Logistikzentrum in Leipzig um 80 Prozent größer ausgelegt. Doch die schiere Größe ist nicht die Besonderheit, sondern der hohe Automatisierungsgrad. In Fakten ausgedrückt, bedeutet dies: Das Warenlager in Leipzig wird zunächst über 10 automatisierte AS/RS-Hochregalanlagen mit 255.000 Behälter- und 4.400 Palettenstellplätzen für 66.000 unterschiedliche Artikel verfügen. Für maximale Platzausnutzung bei der Lagerung ist die neue Anlage darüber hinaus mit einem zweifach tiefen Regalsystem ausgestattet.
Die tägliche Leistung des Logistikzentrums wird 4.200 Lieferungen betragen - insgesamt 18.000 Entnahmen pro Tag. Das automatisierte System wird vom deutschen Logistikexperten Witron Logistik + Informatik entwickelt und über ein Behälter-Pickingsystem, ein sogenanntes OPS (Order Picking System), verfügen, bei dem Komponenten auftragsspezifisch an 20 Arbeitsstationen entnommen und anschließend in Versandkartons verpackt werden.

Befürchtungen, dass der hohe Technikeinsatz zu einem Lagerchaos führt, hegt Bielesch nicht: »Die Leipziger Anlage ist zu 95 Prozent eine Kopie unseres Zentrallagers in Memphis, USA, und seit der Inbetriebnahme ist es dort zu keinerlei Ausfällen oder Problemen gekommen.« Im Gegenteil, durch den automatischen Ablauf habe sich die Fehlerquote deutlich verringert. Gleiches erwartet Bielesch auch bei der Leipziger Dependance. Einen weiteren Vorteil berge die zentrale geografische Lage Leipzigs, vor allem in Verbindung mit der Tatsache, dass Leipzig der europäische Hub des Logistikpartners DHL ist. »Dadurch sind wir in der Lage, die Belieferung unserer Kunden in Ost- und Westeuropa signifikant zu beschleunigen«, ist sich Bielesch sicher. Lieferungen könnten zukünftig auch noch nach Mitternacht zusammengestellt und auf den Weg gebracht werden.