Bauelemente-Distribution: Auftragslage bessert sich deutlich in Deutschland

Die Trendwende im deutschen Markt für die Bauelemente-Distribution ist wohl eingeläutet, die Auftragslage bessert sich signifikant: Mit einem Book-to-Bill-Ratio von 1,26 gewinnt der Markt wieder deutlich an Fahrt.

Mit einem Minus von 14,1 Prozent sackte der Umsatz im letzten Quartal 2009 zwar weiter nach unten, blieb aber deutlich auf Distanz zu den -30 Prozent im Vorjahreszeitraum des zweiten Quartals 2009.

Einen Gesamtumsatz von 455 Mio. Euro konnten die im FBDi organisierten Distributoren im vierten Quartal 2009 erwirtschaften und sind damit fast gleichauf mit dem dritten Quartal 2009. Ingesamt legte die Branche mit einem Rückgang von 24 Prozent über das gesamte Jahr und einem Umsatz von 1,82 Mrd. Euro allerdings ein katastrophales Ergebnis vor, das nur mit dem Einbruch in den Jahren 2001/2002 und dem Speicherdebakel Anfang der 80er Jahre vergleichbar ist. Gegenüber dem Rekordjahr 2007 hat die Branche damit rund 29 Prozent an Umsatz verloren. Das vierte Quartal 2009 lag im Vergleich zum Spitzenquartal, dem ersten Quartal 2007, sogar um 37 Prozent zurück.

Doch die Trendwende scheint mit dem vierten Quartal begonnen zu haben, mit 1,26 war das Book-to-Bill-Ratio in den letzten drei Monaten des Jahres 2009 »allokationsverdächtig« hoch. Und die Situation könnte sich im ersten Quartal noch weiter zuspitzen – auf einem deutlich höheren Umsatzniveau als im letzten Quartal. »Ursprünglich waren wir bei der noch sanften Entspannung im dritten Quartal eher von einer Lagerkorrektur bei den Kunden ausgegangen, die von der Komponentenindustrie mit ihren Überkapazitäten oder ihrer schwachen Auslastung locker aufgefangen werden könnte«, analysiert FBDi-Vorsitzender Georg Steinberger (Avnet). Davon könne nach Einschätzung der Sachlage derzeit keine Rede sein. Die Verknappung der Bauteile und Verlängerung der Lieferzeiten quer durch alle Segmente ist »signifikant und zumindest bis Mitte des Jahres ist auch keine Entspannung in Sicht«.