Gudeco feiert Jubiläum »40 Jahre loyal und fair«

Michael Denner, Gudeco
Michael Denner, Gudeco

Zuverlässig, loyal, fair und auch in schwierigen Zeiten lieferfähig: Damit fasst Geschäftsführer Michael Denner die wichtigsten Attribute von Gudeco zusammen. Markt&Technik hat Michael Denner, Detlef Kress und Firmengründer Horst Denner zum Interview getroffen.

Markt&Technik: Dynamik gehört in der Distribution mehr oder weniger zum Pflichtprogramm. Welche Neuerungen gibt es im Hause Gudeco?

Michael Denner: Wir haben sowohl Geschäftsführung als auch den Kreis der Geschäftsleitung erweitert: Mit Detlef Kress habe ich einen langjährigen Mitarbeiter in die Geschäftsführung geholt. Flankierend dazu sind meine Ehefrau Michaela Denner und Lutz Oehlschlägel Mitglieder der Geschäftsleitung. Frau Denner hat Gesamtprokura und ist u.a. für alle Personalangelegenheiten zuständig. Herr Oehlschlägel ist verantwortlich für die Verkaufsleitung Außen- und Innendienst. Darüber hinaus ist mein Vater, Firmengründer Horst Denner, nach wie vor beratend für Gudeco tätig.

Gudeco ist seit Langem ein Familienbetrieb. Was gab den Ausschlag dafür, die Geschäftsführung sozusagen durch Dritte zu erweitern?

Michael Denner: Ich bin der Ansicht, bei einem Unternehmen unserer Größenordnung sollte die Verantwortung nicht aussschließlich auf meinen Schultern liegen. Es ist wichtig, dass wir vorausschauend agieren. Einkauf, Finanzen und Lieferantenmanagement liegen weiterhin bei mir. Vertrieb, Logistik, IT und Produktmarketing leitet Herr Kress.

Detlef Kress: Ich bin seit 25 Jahren bei Gudeco und habe das Unternehmen sozusagen von der Pike auf kennengelernt. Das ist sicher ein großer Vorteil für meinen vielfältigen Verantwortungsbereich.

Herr Denner, wenn Sie sagen, es ist wichtig, vorausschauend zu agieren – haben Sie sich also beizeiten auch schon Gedanken um die Unternehmensnachfolge gemacht?

Michael Denner: Ja, auch über die Unternehmensnachfolge denken wir bereits nach und die nächste Generation steht mit Jan Philip Kress, Sohn von Herrn Kress, bereits in den Startlöchern. Er hat bei uns sein duales Studium absolviert und bekleidet derzeit die Position „Strategie und Marketing“. Mein Sohn ist noch im Kindesalter, insofern sind wir sehr froh, dass wir diese Lösung gefunden haben.

Detlef Kress: Jan Philip bringt junge und neue Ansatzpunkte mit ins Unternehmen und drängt uns auch dazu, neue Prozesse zu integrieren und neue Ideen aufzunehmen.

Zum Beispiel?

Detlef Kress: Den Bereich der Lagerlogistik auf den neuesten technischen Stand zu bringen und unser Dokumentenmanagement zu digitalisieren. Das haben wir bereits für die komplette Kommunikation zwischen unseren Kunden, Lieferanten und Gudeco umgesetzt. Darüber hinaus werden wir unser Produkt-Infocenter im Laufe des Jahres zum Webshop ausbauen. Und über eine EDI-Anbindung verfügen wir übrigens schon seit vielen Jahren.

Verlassen Sie mit Ihrem neuen Web­shop Ihre B2B-Pfade?

Michael Denner: Nein. Wir haben uns bewusst dazu entscheiden, dass wir ein reines B2B-Portal betreiben wollen – mit entscheidenden Vorteilen für unsere Kunden: Sie sollen in Zukunft die Möglichkeit haben, online zu bestellen und ihre Bestellungen jederzeit überprüfen und nachverfolgen zu können.

Detlef Kress: Aber es geht uns dabei nicht um Einzelstücke. Wir wollen mit unserem Web­shop nicht der Katalogdistribution Konkurrenz machen. Wir adressieren mit dem Webshop das gleiche Klientel wie über unseren Offline-Vertrieb.

Seit Kurzem ist Gudeco auch Mitglied im Fachverband der Bauelementedistribution, dem FBDi. Welche Erwartungen knüpfen Sie daran?

Michael Denner: Wir sind ein ernst zu nehmender Player in der Distribution, und daher möchten und müssen wir in der Branche Präsenz zeigen. Wir erhoffen uns dadurch aber natürlich auch den Austausch und Dialog mit anderen FBDi-Mitgliedern, etwa wenn es um neue Regularien und Anforderungen geht, die an die Distribution gestellt werden.

Über die Herstellerpolitik wird in den letzten Jahren viel diskutiert; einerseits wird konsolidiert, andererseits setzen auch viele Hersteller bewusst und verstärkt auf die Distribution. Welche Erfahrungen machen Sie?

Michael Denner: Man muss dem Hersteller gegenüber viel offener agieren als früher. Inzwischen erwartet der Hersteller im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten sämtliche POS-Reports vom Distributor.

Detlef Kress: Einige Hersteller haben auch zunehmend den Wunsch, Kundenbesuche mit dem Distributor gemeinsam zu absolvieren, denn sie haben selbst oft gar nicht die Möglichkeit, an die klassischen Distributionskunden heranzukommen. Wir sehen das als Win-Win-Situation. Das stärkt den Distributor und den Hersteller.

Mit 36 Vertragsherstellern aus den Bereichen Passive und Elektromechanik hat Gudeco ja ein sehr fokussiertes Angebot. Sind Erweiterungen beim Portfolio oder Ihren Produktschwerpunkten geplant?

Michael Denner: Mit unserer Spezialisierung auf Passiv und Elektromechanik sind wir sehr erfolgreich und werden daran auch nichts ändern. Beim Produktportfolio konzentrieren wir uns auch weiterhin auf ausgewählte Hersteller und pro Produktgruppe haben wir in der Regel maximal zwei Haupthersteller. Somit optimieren wir die Liefersicherheit für unsere Kunden und haben die vom Kunden angestrebte Second Source damit ebenfalls im eigenen Haus.