Die Kunst sich auf die Arbeit konzentrieren zu können #####

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Von Hartmut Volk

Angesichts der steigenden Arbeitsbelastung ist es sinnvoll, einmal das eigene Arbeitsverhalten unter die Lupe zu nehmen: Hechele ich nur noch wie ein Hamster im Laufrad der Aufgabenfülle hinterher? Doch wie lässt sich mehr schaffen und trotzdem entspannter und gelassener im Arbeitsalltag stehen? - Zusammenfassung eines Gesprächs mit der Spezialistin für Arbeits- und Lerntechniken Dr. Verena Steiner, Zürich.

Wissen und Können sind zwar notwendige, heute aber längst keine hinreichenden Voraussetzungen mehr für den Arbeitserfolg. Das Verhalten entwickelt sich mehr und mehr zum Zünglein an der Erfolgswaage - und das nicht nur im Umgang mit anderen. Der Grundstein zum Verhaltenserfolg wird im Umgang mit sich selbst gelegt. Und die Fähigkeit, sich konzentrieren zu können, spielt bei der heutigen beruflichen Anspannung und Unrast dabei eine Hauptrolle.

Wer seine Aufmerksamkeit fokussieren kann, dem gelingt nicht nur mehr und besseres in kürzerer Zeit, der schont auch seine Nerven und hat eine merklich angenehmere Ausstrahlung und eine gewinnendere Außendarstellung als seine wuseligen Kollegen. Was bedeutet Konzentration?

Sich nicht ständig von irgendwem oder irgendwas ablenken und aus dem Konzept bringen zu lassen! Sei es im Gespräch oder bei der Bearbeitung einer Aufgabe. Konzentriert ist, wer innerlich gesammelt ist und seine Aufmerksamkeit willentlich auf eine Aufgabe gelenkt (= konzentriert) hat, sie dort auch bindet und alles andere vorübergehend ignoriert. Sich zu konzentrieren, bedeutet mithin, ganz bei einer Sache zu sein. Die Welt um sich herum auszublenden und die Aufmerksamkeit ungeteilt einem Tun zuwenden. Sich in dieses Tun zu versenken, statt mit allen ausgefahrenen Antennen im Kopf ständig auf dem Sprung und dadurch abgelenkt zu sein. Um diese volle Konzentration zu erreichen, ist es notwendig, innerlich zur Ruhe zu kommen.

Die innere Ruhe finden

Doch Arbeit ist heute in vielen Fällen ein Synonym für Aufregung und Stress. Der Kopf ist voll. Die Gedanken jagen und sind ständig woanders. In diesem Zustand zur inneren Ruhe zu finden, ist schwer. Gerade im Stress ist der Organismus gierig nach immer neuen Inputs, nach Information und Sinnesreizen. Also gilt es zu lernen, sich von dieser inneren Gier nach Neuem zu befreien und die Aufmerksamkeit von außen nach innen zu lenken.

Das gelingt, wenn die Aufmerksamkeit zunächst ganz bewusst auf den Atem und dann auf den Körper gerichtet wird. Durch diese bewusste Wahrnehmung der Atmung lässt sich der Fokus nach innen richten. Das ist übrigens uraltes Wissen. In dem bekannten Satz "Erst mal tief durchatmen!" kommt das zum Ausdruck. Dann richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Körper. Dabei wird auf verspannte Stellen wie die Kiefermuskulatur (= zusammengebissene Zähne!), die in Falten gelegte (= krause) Stirn oder den steifen Nacken (= Schulterverspannung) geachtet und versucht, sich zu entspannen. Dadurch kommen Körper, Geist und Seele wieder ins Gleichgewicht. Man wird zentriert, gewinnt Abstand.

Innerlich zur Ruhe zu kommen, ist Willens- und Übungssache. Hilfreich dazu ist aber auch, für äußere Ruhe zu sorgen. Konzentration braucht diese doppelte Ruhe. Doch wie gesagt, gerade wenn am Arbeitsplatz Konzentration gefragt wäre, tobt dort nur zu oft der Bär, um es einmal salopp auszudrücken. Eine ausweglose Situation?

Nein! Einmal sind nicht alle Aufgaben gleich anspruchsvoll. Routine - auch auf höherem Niveau - erfordert weniger Konzentration als Neuartiges. Eine große Rolle spielt auch die eigene Einstellung zu den äußeren Störungen. Je mehr man sich darüber ärgert, desto mehr lenken sie ab. Unverzichtbarer Wegbereiter der Konzentration ist deshalb auch Gelassenheit!

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