Weltmarkt Automation ZVEI: Das Wachstum gestaltet sich leicht positiv

Dr. Jan Mrosik, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbandes Automation und COO Digital Industries bei Siemens: "Rechnen wir die Zahlen von 2019 mit ein, kennt der Weltmarkt seit zehn Jahren nur eine Richtung: aufwärts!"
Dr. Jan Mrosik, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbandes Automation und COO Digital Industries bei Siemens: "Rechnen wir die Zahlen von 2019 mit ein, kennt der Weltmarkt seit zehn Jahren nur eine Richtung: aufwärts!"

Im Rahmen der Fachmesse SPS ließ der ZVEI verlauten, dass der globale Automationsmarkt auch 2019 auf Wachstumskurs bleibt – wenn auch nur mit einem niedrigen einstelligen Zuwachs zu rechnen sei. Das Wachstum verteile sich weltweit dabei sehr ungleich.

Auf seiner Pressekonferenz am 26. November 2019 auf der SPS – Smart Production Solutions prognostizierte der Branchenverband ZVEI, dass der globale Automationsmarkt in diesem Jahr seinen Kurs nach oben beibehält – jedoch sei nur ein Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich zu erwarten. Auch das nächste Jahar dürfte allenfalls auf diesem Niveau liegen. Nach Angaben des ZVEI wies der Weltmarkt Automation im Jahr 2018 ein Volumen von 546 Milliarden Euro auf, was – von 2008 an gesehen – ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 6,6 Prozent bedeute. „Darin spiegelt sich allgemein die gute Konjunktur seit 2009, aber auch die herausgehobene Stellung der Automation im industriellen Prozess insgesamt“, so Dr. Jan Mrosik, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbandes Automation und COO Digital Industries bei Siemens.

Allerdings sei das weltweite Wachstum sehr ungleich verteilt. So hat beispielsweise China laut ZVEI jährlich um knapp 15 Prozent zugelegt und damit inzwischen einen Anteil von 43 Prozent am Automations-Weltmarkt. Die Europäische Union habe einen Anteil von 17 Prozent, der Anteil der USA liege bei zwölf Prozent. Der Welthandel der Automation werde dabei nahezu zur Hälfte (47 Prozent) zwischen den fünf größten Elektroländern abgewickelt: „Dicht beieinander liegen China und die USA mit jeweils 13 Prozent sowie Deutschland mit zwölf Prozent. Deutlich dahinter stehen Japan mit 6 Prozent und Südkorea mit 3 Prozent“, berichtet Mrosik.

Schaue man sich die Ex- und Importe Deutschlands genauer an (Zahlen aus 2017), so zeige sich, dass mit den genannten Ländern – bis auf Japan – Überschüsse erzielt worden seien, zum Teil auch sehr hohe. In Summe habe Deutschland, so Mrosik, doppelt so viele Automatisierungsprodukte (12,1 Milliarden Euro) exportiert als importiert (6,1 Milliarden Euro). Gemäß ZVEI konnte China den deutschen Exportüberschuss in den vergangenen Jahren zwar kontinuierlich reduzieren, auch weil immer mehr deutsche Unternehmen in China produzieren. Dennoch exportiere Deutschland immer noch doppelt so viel wie es importiere.

Abschließend brachte Dr. Jan Mrosik das Genannte so auf den Punkt: „Die Zahlen unterstreichen, dass Deutschland beziehungsweise die deutschen Automatisierungsunternehmen weiterhin die prägenden Industrieausrüster der Welt sind.“