Studie des VDE und FTZ Wie wirkt sich Gleichstrom auf den Menschen aus?

Gleichspannung hatte – im Gegensatz zu Wechselspannung – in den letzten Jahrzehnten kaum Bedeutung. Daher sind die Erfahrungswerte im Bereich elektrischer Sicherheit dort deutlich kleiner. Das möchte der VDE zusammen mit dem FTZ ändern.

Durch den wachsenden Ausbau dezentraler Energieversorgung und die steigende Nutzung der Elektromobilität sowie der damit verbundenen neuen Batterietechnologie tritt vermehrt Gleichspannung über 200 V in vielen Bereichen des Arbeits- und Privatlebens auf. Welche Auswirkungen Gleichstrom auf den menschlichen Körper hat, ist bislang noch nicht ausreichend überprüft worden. Der VDE und das Forschungs- und Transferzentrum (FTZ) Leipzig haben ein Forschungsprojekt gestartet mit dem Ziel, Grenzwerte und Schutzkonzepte für hohe Gleichspannungen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu formulieren.

Es existieren zwar grundlegende Festlegungen und Schutzkonzepte, diese sollen mit dem vom VDE und FTZ Leipzig durchgeführten Projekt jetzt weiterentwickelt werden. Zudem wird untersucht, wann Gleichstrom bei einem elektrischen Schlag medizinische Befunde wie etwa Herzkammerflimmern oder Nierenschäden hervorrufen kann. Dazu werden bereits bestehende Auswertungen hinsichtlich der Unterschiede zwischen Wechsel- und Gleichspannungen neu bewertet und gegebenenfalls ergänzende Untersuchungen durchgeführt. Zusätzliche Erkenntnisse liefern Anwendungen der Elektrotherapie sowie Untersuchungen zu elektrischen Unfällen.

Dieses Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert und dient dem Transfer von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen in Normung und Standardisierung. Die Ergebnisse, die Ende Juli 2014 vorliegen sollen, werden auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene in entsprechende Normungs- und Standardisierungsprozesse überführt. Gleichzeitig werden die Grenzwerte und Schutzkonzepte für hohe Gleichspannungen in nationale Bestimmungen eingebracht.