Fliegende Statussymbole Peilsender für Falken in Arabien

In den arabischen Ländern hat die Falkenjagd eine lange Tradition. Bei den Freiflügen besteht durchaus das Risiko, dass einer der mehrere zehntausend Euro teuren Vögel auch einmal verloren geht. Daher tragen die Tiere Peilsender mit entsprechend robusten, leichten Batterien.

Was heute zu den Luxussportarten zählt, hat seinen Ursprung im Wüstenleben: Die berittenen Beduinen der arabischen Wüsten gingen mit Falken auf Jagd, um mehr Abwechslung in ihren Speiseplan zu bringen. Noch heute gehen wohlhabende Scheichs in den menschenleeren Ebenen vieler arabischer Länder einem ihrer beliebtesten Hobbys nach.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Jagdfalken echte Statussymbole. Einige der Vögel bringen es auf beachtliche Preise - rund 30 000 Euro ist ein ausgesuchter Jagdfalke im Schnitt wert, manche Exemplare bringen es sogar auf 100 000 Euro. Oftmals versichern die Eigentümer ihren wertvollen Besitz zu vergleichbaren Summen wie beispielsweise teuren Schmuck. Denn bei den Freiflügen besteht durchaus das Risiko, dass ein Vogel auch einmal verloren geht.

Die Jagdfalken werden für den Freiflug abgerichtet, damit es erst gar nicht zu einem Verlust kommt. Hat ein Falke eine Beute geschlagen, so bleibt er bei seinem Fang, bis der Jäger vor Ort ist. Hat er nichts erlegt, kommt er in der Regel von allein zum Falkner zurück. Da die Vögel bis zu 200 Stundenkilometern schnell fliegen können, kann es jedoch passieren, dass der Falkner einen Vogel aus den Augen verliert, wenn dieser trotz erfolgloser Jagd nicht mehr zurückkehrt.

Mithilfe eines Ortungsgeräts - auch Telemetriegerät genannt - sowie eines Peilsenders, der vor dem Flug am Falken befestigt wird, kann das Tier wiedergefunden werden. Die Sender arbeiten meist im Bereich von 433 MHz, derselben Frequenz, die beispielsweise auch in Funkthermometern, Autoschlüsseln, Funkalarmanlagen oder Babyphones zum Einsatz kommt. Die Sender dürfen nicht schwer sein, da sie als »Rucksack«, am Bein oder an den Schwanzfedern der Greifvögel angebracht werden.

Hersteller von Falknerei-Zubehör bringen daher immer kleinere Modelle auf den Markt. Auch die Batterien müssen ihren Teil beitragen. Das Unternehmen Braunsteiner Batterien und Akkusysteme liefert deshalb seit rund einem Jahr die Batterien vom Typ »DL1/3N« von Duracell in die Vereinigten Arabischen Emirate. Sein Kunde ist das Dubaier Unternehmen Sinjar Falcon & Hunting & Camping Equipments, das Peilsender für Jagdvögel verkauft. Die Knopfzellen haben einen Durchmesser von 11,6 mm, eine Höhe von 10,0 mm und wiegen nur wenige Gramm. Damit erfüllen sie die nötigen Gewichts- und Formatanforderungen.

Anforderungen an die Batterie

Unterschiedliche Faktoren bestimmen, wie oft die Batterien auszuwechseln sind. Wichtig ist dabei das sogenannte Puls-Pausen-Verhältnis: Je kürzer die Signaldauer und je länger die Pausen zwischen den einzelnen Pulsen sind, desto höher die Lebensdauer der Stromquelle. Natürlich ist es auch eine Frage des Empfangsgeräts, wie viel Energie gespart werden kann.

Analoge Anzeigen brauchen ein verhältnismäßig langes Signal, um überhaupt zu reagieren und dann in voller Stärke auszuschlagen: Notwendig sind in der Regel Pulse von 40 ms bis 60 ms Dauer. Empfänger mit digitaler Speicheranzeige sind in der Lage, Signale bereits ab 10 ms Pulsdauer zu verarbeiten und richtig anzuzeigen. Die Stromversorgung der Telemetriesender erfolgt über zwei Alkaline-Zellen der Größe AG13 (LR44 oder auch Zink-Luft-Typ 675) oder über Lithium-Batterien (DL1/3N), wenn ein breiter Temperaturbereich abgedeckt werden muss.

Die Abmessungen der Lithium-Batterie decken sich mit denen von zwei AG13. Die Sender für Vögel werden zumeist mit einer HF-Ausgangsleistung von etwa 10 mW angeboten, die Betriebsspannung liegt bei etwa 3 V. Ohne Batterien wiegt ein solcher Sender nur rund 7 g. Hinzu kommt das Gewicht der Batterien. Für die 3-V-Lithium-Zelle vom Typ DL1/3N fallen 3 g an - eine Alkaline-LR44 mit 1,5 V ist sogar nur 1,7 g schwer, allerdings ist für die erforderliche Spannung von 3 V zwei dieser Zellen erforderlich.

Gesamtgewicht des Senders ist somit 10 g und damit geringer als das eine 1-Euro-Münze. Die Peilsender werden nicht durchgängig genutzt, da sie sich zwischen den Freiflügen abschalten lassen. Neben der Energieersparnis stellt dieser Aspekt aber weitere Anforderungen an die Batterien. Daher ist eine lange Lagerfähigkeit der Knopfzellen wichtig für die Lebensdauer.

Die Lithium-Mangandioxid-Batterien DL1/3N von Duracell haben aufgrund der geringen Selbstentladung im Vergleich zu anderen Primärzellen eine sehr lange Lagerfähigkeit. Noch dazu sind sie mit einem Anwendungsbereich von -40 °C bis +70 °C bestens für die Falkenjagd in der arabischen Wüste geeignet. Der achtsame Umgang mit den Tieren lässt sich nicht nur auf die hohen Beträge zurückführen, welche die Falkenbesitzer für die Tiere bezahlen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten haben sie gleichzeitig eine ideelle Bedeutung und gehören meist »zur Familie«. Während die Beduinen ihre Falken nach Ende der Jagdsaison traditionell wieder in die Wildnis entließen, leben die Tiere heute das ganze Jahr über bei ihren Besitzern. Die meisten der arabischen Vögel stammen aus professionellen Zuchtbetrieben. Vor allem Süddeutschland und Österreich exportieren beliebte Exemplare.

Über den Autor:

Peter Hollensteiner ist Geschäftsführer von Braunsteiner Batterien und Akkusysteme.