HMI Template Suite Systembaukasten für die Automatisierung

Das Embedded-Umfeld implementiert HMIs meist mit Middleware auf einer heterogenen Hardware. Siemens bietet mit der HMI Template Suite eine umfangreiche Bibliothek für verschiedene Geräte der Simatic HMI Familie.

Wir sprachen mit Felix Kranert, Marketing Manager für Simatic HMI, über Performanz und Skalierbarkeit dieser geschlossenen Lösung.

DESIGN&ELEKTRONIK: Herr Kranert, im industriellen Umfeld sind HMIs meist schlüsselfertige Auftragsentwicklungen. Wer setzt die HMI Template Suite ein - Industriedesigner, Embedded-GUI-Entwickler oder die lokalen Operatoren für kleinere Modifikationen?

Felix Kranert: Unsere HMI-Software wird überwiegend von Software-Entwicklern im Automatisierungsumfeld genutzt. Bei unseren Kunden ist es häufig so, dass die SPS und das HMI von der gleichen Person bzw. von dem gleichen Team entwickelt werden. Natürlich ist das auch immer abhängig von der Größe des Maschinenbauers und der Branche in der er tätig ist. Es kann deshalb auch vorkommen, dass ein Kunde, der aus der Verpackungindustrie kommt, etwas anders aufgestellt ist, wie ein Maschinenbauer in der Brauerei- oder Automobilbranche.

D&E: Wie ist die Softwarearchitektur eines Simatic-HMIs: Bare-Metall-c oder ein Betriebssystem? Auf welche Arten kann die Software auf das HMI geschrieben werden?

FK: Je nachdem, auf welche Produktlinie wir schauen, kommt bei unseren HMI-Bediengeräten entweder ein auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenes Windows CE, oder ein proprietäres Linux als Betriebssystem zum Einsatz. Von vielen unserer Kunden wird dieser Ansatz aus Sicht der IT-Sicherheit stark begrüßt. Für den Transfer auf das Bediengerät gibt es bei uns verschiedene Möglichkeiten. Das fängt beim Netzwerk-Transfer direkt aus dem TIA Portal an und hört beim klassischen Transfer via USB-Stick auf.

D&E: Wie differenziert sich die HMI Template Suite von anderen GUI-Bibliotheken? Beinhaltet die Entwicklung nur ein symbolisches GUI, die Treiberebene oder sogar die Applikationslogik?  

FK: Die HMI Template Suite ist eine TIA Portal Bibliothek, die eine Vielzahl an vordefinierten HMI-Komponenten mitbringt. Teilweise sind dies Templates, die ein Screenlayout integrieren. Teilweise sind das aber auch Komponenten, die einfache Applikationslogik beinhalten. Die Tatsache, dass alle Objekte der HMI Template Suite mit den Standard-Funktionen des TIA Portals umgesetzt wurden, macht die Bibliothek für unsere Kunden sehr leicht verwendbar. Alle Funktionen sind bekannt und benötigen keine speziellen Kenntnisse.

D&E: Ist Laufzeitoptimierung für die jeweilige Hardwareoptimierung mit der HMI-Template-Suite noch ein Thema? Oder beinhaltet das modulare Paket bereits reaktionsfähige Derivate für die jeweiligen Simatic HMI Panels?

FK: Durch die perfekte Integration von Engineering Software – in diesem Fall der WinCC-Editor im TIA Portal – und der Performance von unserer Hardware ist sichergestellt, dass die Bibliothek perfekt mit der Performance der Hardware zusammen passt.

D&E: Wie gestaltet sich die Portierung, gerade bei unterschiedlichen Bildschirmformaten? Können verteilte HMIs in einem durchgängigen Arbeitsfluss auch bildschirmübergreifend entwickelt werden?

FK: Im TIA Portal kann das Bediengerät, auf dem die Software zum Einsatz kommt, mit wenigen Klicks getauscht werden. Wenn sich bei diesem Tausch die Auflösung des Bediengerätes ändert, kann der Anwender selbst bestimmen, nach welchen Kriterien die HMI-Bildschirme  skaliert werden. Der Rest passiert vollautomatisch.

Um sicher zu stellen, dass alle Bedienbilder dem gleichen Look&Feel folgen, kann die Gestaltung der UI-Elemente zentral im Style-Editor des TIA Portals definiert werden.

Bei der Verteilung des sogenannten HMI-Stils, hilft die in das TIA Portal integrierte Bibliotheksfunktionalität. Auch die HMI-Stile können nämlich versioniert und mittels globaler Bibliotheken einfach ausgetauscht werden.