Displays & Beleuchtung / Interview Neue Entwicklungen in der Displaytechnik

Modularität oder Standardisierung

D&E: Können Sie die Fragen hinsichtlich des Beispiels Videokonferenzmonitor P2418HZ erläutern. Für das Arbeiten in einer EDA-Umgebung im Dialog mit meinen Kollegen würde ich  das System immer vielkomponentig aufsetzen. Das appliziert dann auch unterschiedliche Anwendergewohnheiten. Bringt die Integration der Services in das Display eine Standardisierung und damit einen Flexibilitätsverlust mit sich?

RT: Wenn alles ins Display eingebaut ist, gibt es selbstverständlich weniger Möglichkeiten, Einfluss auf die einzelnen Komponenten zu nehmen. Gleichzeitig wollen viele IT-Administratoren nicht mehrere Geräte managen müssen und schätzen daher diese Integration nach dem Motto: Simple is better. Durch die Vereinheitlichung durch Skype for Business und eine Microsoft-Hello-Zertifizierung des Gerätes werden möglicherweise sogar Telefone obsolet.

Ein einzelnes Gerät ist einfach zu managen, also "Ja" zum Flexibilitätsverlust, denn das ist die Einfachheit der Lösung wert.

D&E: Welche Faktoren entscheiden maßgeblich über die Produktivität bei Bildschirmarbeiten. Wie legen sich diese Faktoren in Dell-Technologien dar?

RT: Wie bereits erwähnt, sehen wir Multi-Monitor-Setups als einen wichtigen Produktivitätsfaktor. Hier kommen die Vorteile unserer InfinityEdge-Monitore der Ultrasharp-Serie voll zum Tragen, die durch ihren extrem schmalen Rand auf allen vier Seiten den Einsatz mehrerer Monitore nebeneinander erlauben, ohne dass es zu einer allzu großen optischen Unterbrechung der beiden Arbeitsflächen kommt. Mittlerweile haben wir auch in der P-Serie Monitore mit dünnem Rand auf drei Seiten.

Das Multi-Monitor-Setup an sich ist eine Herausforderung, denn um dem Nutzer eine konsistente Erfahrung bieten zu können, wenn er mehrere Monitore nebeneinander verwendet, muss die Auflösung, Farbe und Größe gleich sein. Diese Konsistenz ist enorm wichtig, um produktiv zu arbeiten.

Um diese Konsistenz der Nutzererfahrung zu verbessern, treffen wir weitere Maßnahmen: Zum einen können die Nutzer durch unseren kostenlosen Dell Display Manager noch produktiver mit der Arbeitsfläche umgehen, da sie variable Fensterbereiche festlegen können, in denen die Fenster der Anwendungen automatisch ihre Größe anpassen, wenn sie in die jeweiligen Bereiche gezogen werden.

Zum anderen arbeiten wir eng mit Microsoft zusammen um die Displayeinstellung des Betriebssystems zu verbessern, da eine schlechte Nutzererfahrung bei der Bildschirmarbeit oftmals vom Betriebssystem ausgeht.

D&E: Wie viel Sensorik enthält ein Display im Jahr 2020? Wie viele Kabel werden am Schreibtisch sichtbar bleiben?

RT: Nach dem jetzigen Stand wird sich 2020 entweder nur einziges Kabel - vermutlich mit USB-Type-C als Standard - oder auch gar kein Kabel mehr auf dem Schreibtisch befinden. Bei der kabellosen Variante ergibt sich natürlich unter anderem das Problem des kabellosen Ladens- ganz abgesehen von der Frage nach der Sicherheit der Verbindung selbst. Wir sehen aber jetzt schon ziemlich interessante Entwicklungen im Bereich AR/VR, die entsprechende Sensorik vorstellbar machen.

D&E: Ist Displaydesign in Ihrem Geschäftsbereich ein schwieriges Thema. Was sind gegensätzliche Designparameter? Wie messen und evaluieren Sie den Nutzerkomfort?

RT: Displaydesign ist ein echtes Unterscheidungsmerkmal im Markt und gleichzeitig eine große Herausforderung. Wir versuchen ständig, die aktuellen technischen Grenzen hinauszuschieben und die Produkte dahingehend weiterzuentwickeln, beispielsweise im Bereich der Rahmen oder der Paneltiefe, aber auch im Bereich der Auflösung wie mit dem ersten 8K-Display (UP3218K).

Es ist unser Ziel, ein Maximum an Produktivität zu ermöglichen und dünnere sowie schlankere Monitore zu entwickeln, um Platz zu sparen. Gleichzeitig aber wollen wir auch die gewünschte Kompatibilität mit einer Vielzahl von Anschlüssen gewährleisten und parallel dazu den USB-Type-C als Industriestandard weiter etablieren, um so für einen aufgeräumten Arbeitsplatz zu sorgen.

Grundsätzliche Parameter für den Nutzerkomfort sind: Größe, Helligkeit, Auflösung und Farbdarstellung. Hinzu kommt die verbesserte Ergonomie etwa durch einen höhenverstellbaren Standfuß, Drehbarkeit oder Neigungsfähigkeit sowie die Pivot-Funktion des Monitors.

Über allem steht der Komfort für den Anwender. Wir wollen eine gute und ablenkungsfreie Arbeitsatmosphäre für unsere Kunden schaffen. Um dies zu gewährleisten, gehen wir nicht nur mit dem Trend, sondern sind ein technologischer Vorreiter Dabei ist unser Ziel, dem Nutzer eine konsistente Anwendungserfahrung zu bieten und so seine Produktivität zu steigern.

- Herr Teichfischer, vielen Dank für das angenehme Gespräch und Ihre Zeit!