Digital Signage Intelligente Anzeigesysteme

Bild 1: Das Digital Signage Evaluation Kit-12 (DSEK-12) von Intel, erhältlich bei Kontron
Bild 1: Das Digital Signage Evaluation Kit-12 (DSEK-12) von Intel, erhältlich bei Kontron

Seit den 90er-Jahren begegnet man Digital-Signage-Systemen in Geschäften, Einkaufszentren oder Bahnhöfen. Zunächst wurden über diese Anzeigen nur statische Bildinhalte wiedergegeben, doch dank immer leistungsfähigerer Mikro- und Grafikprozessoren sowie dem Aufkommen vernetzter »intelligenter« Geräte lassen sich heute weitaus umfangreichere Installationen kreieren.

Digital-Signage-Systeme stellen ihre Entwickler vor einige Herausforderungen. Unter anderem gilt es, die Wärmeentwicklung zu berücksichtigen und ein Prozessor-Subsystem auszuwählen, das im Gehäuse untergebracht werden kann. Heutige Mikroprozessoren setzen zahlreiche Energiesparmethoden ein, um eine zu hohe Wärmeentwicklung zu vermeiden und den Stromverbrauch zu senken. Dazu zählen Unterstützung für per ACPI (Advanced Configuration and Power Interface) definierte Ruhezustände, mit denen sich einzelne Komponenten eines Prozessorpakets unabhängig von anderen Komponenten des Pakets in den Energiesparmodus versetzen lassen.

In einigen Prozessorarchitekturen wird dieses Konzept noch um die »intelligente« Zuweisung von zu diesem Zeitpunkt aktiven Aufgaben zu Komponenten des Prozessors erweitert. Das vermeidet Latenzzeiten, die bei der Umschaltung einer Komponente in einen vollständig aktiven Zustand auftreten. Bei einer weiteren Methode zur Steuerung von Energieverbrauch und -verteilung wird der Prozessor bei niedrigem Verarbeitungsbedarf auf niedrigere Taktgeschwindigkeiten umgeschaltet.

Für rechenintensive Anwendungen oder Arbeitsschritte ist es sinnvoll, die Prozessorgeschwindigkeit für die entsprechende Zeitspanne zu erhöhen, bevor sie im Anschluss wieder verringert wird. Derartige Übergänge verursachen äußerst geringe Latenzzeiten und können durch die Anwendung oder das Betriebssystem initiiert werden.

Integrierte Grafik und mehrere Bildschirme

Marketingbotschaften leben in erster Linie von statischem oder bewegtem Bildmaterial. Vermehrt kommen hier Videoinhalte zum Einsatz. Der Wechsel zwischen statischem Bildmaterial, Videoinhalten und Texten verlangt Grafik-Subsystemen einiges ab. Der Einsatz integrierter Grafikkerne anstelle separater Grafiklösungen bietet hier einige Vorteile.

Wie bereits erwähnt, müssen sich Systemdesigner Gedanken um Wärmeentwicklungslösungen machen. Wenn die GPU (Graphics Processing Unit) und die CPU auf demselben Die integriert werden, können Chipentwickler nicht nur für beide Prozessoren typische Energiesparkonzepte implementieren, sondern auch für eine »intelligente« Lastverteilung sorgen.

Grafikintensive Anwendungen können das normalerweise der CPU zugewiesene Wärmebudget auf der GPU verwenden. Zahlreiche Digital-Signage-Installationen beinhalten mehr als ein einzelnes Display, was von modernen Rechnern unterstützt wird. Beispielsweise lassen sich an Intels »Core«-Prozessoren der dritten Generation drei voneinander unabhängige Displays gleichzeitig anschließen. Dies ermöglicht bei Anwendungen wie Informationstafeln in Flughäfen oder Bahnhöfen erhebliche Kosteneinsparungen, da eine Prozessorplatine mehrere Bildschirme ansteuert.

Werbung sollte natürlich nicht einfach nur wahrgenommen werden. Sie soll vielmehr aussagekräftig und interessant wirken. Dabei muss auch die Effektivität von Werbemaßnahmen ermittelt werden. Kameras im Displaygehäuse können die digitalen Eindrücke des Betrachters festhalten und analysieren. Da das Bildmaterial selbst nicht gespeichert wird, sind die Daten anonym, dennoch können Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und Alter des Betrachters erfasst werden. Darüber hinaus wird gemessen, wie lange die jeweilige Werbeanzeige betrachtet wurde.

Marktforschung

Die Nutzungsmöglichkeiten dieser Daten gehen weit über die Bestimmung der Werbewirksamkeit einzelner Anzeigen hinaus. Mit der Zeit lässt sich anhand der Geschlechts- und Altersdaten die demografische Verteilung der Passanten an einer bestimmten Installation ablesen, was Aussagen über die Qualität des Standorts zulässt. Des Weiteren könnte durch einen Abgleich der Analysedaten mit Umsatzzahlen genauer bestimmt werden, welche Auswirkung eine Marketingkampagne auf die Verkaufszahlen in örtlichen Geschäften hatte.

Moderne Digital-Signage-Installationen sind sogar in der Lage, Informationen zu den Betrachtenden schnell zu analysieren und auf die gerade anwesenden Passanten zugeschnittene Informationen anzuzeigen. Diese Möglichkeit bietet zum Beispiel die »Audience Impression Metrics Suite« von Intel, die Verbrauchern personalisierte Inhalte präsentiert und Daten zur Nachverfolgung und zur Ergebnismessung bereitstellt.

Mittels Remote-Gerätemanagement wie der »Active Management Technology« besteht nicht nur die Möglichkeit, Inhalte zu aktualisieren, sondern auch außerhalb der Betriebszeiten Treiber und Firmware zu aktualisieren, Debugging-Maßnahmen durchzuführen sowie eventuelle Fehler zu beheben und sogar die Anzeige an- und auszuschalten. Die Konnektivität ist auch auf Mobilgeräte wie Smartphones ausdehnbar. Von »intelligenten« Anzeigen lassen sich so mittels Nahfeldkommunikation Inhalte wie Sonderangebote oder Gutscheine herunterladen.

Über den Autor:

Peter Mayers ist Technical Marketing Engineer bei Intel.