LED-Lichtmodule Hell ohne Treiber

Was der »Neonröhre« das Vorschaltgerät, ist der Leuchtdiode der Treiberbaustein: Quell der Frustration für Systementwickler und Anwender. Es geht jedoch auch ohne, wie eine aktuelle Entwicklung belegt.

Zwar setzen sich Leuchtdioden gegenüber der »Energiesparlampe« in vielen Einsatz-bereichen durch, doch erfordern die hohen Konstantströme von 350 mA und mehr spezielle Treiberbausteine und elektronische Lösungen zur Ansteuerung. Diese erreichen jedoch nicht unbedingt die langen Lebensdauern der LED-Module, was an die lästigen, ausfallträchtigen Kondensatoren der Leuchtstoffröhren erinnert, welche diese Lichtquellen häufig zu flackernden, an den Enden geschwärzten Störfaktoren machten.

Während man jedoch die Starter der »Neonröhren« auch ohne elektrotechnische Ausbildung auswechseln konnte, bleibt beim Ausfall des LED-Treibers oft nur, das gesamte Modul dem Wertstoffhof anzuvertrauen. Hier befinden sich Modul- und Systementwickler in einem Dilemma: Ein abgesetzter Treiber benötigt mehr Platz (was beispielsweise Leuchtendesigner stört) und erhöht die Verluste, während ein mit den Leuchtdioden integriertes IC eben ohne Wellenlötanlage nicht wechselbar ist.

Es wäre schon praktisch, könnte man auf den Treiber einfach verzichten. Genau dieses verspricht GT BiomeScilt, hält sich bezüglich der technischen Details jedoch bedeckt.

Die kompakten LED-Module der Serie »Airglow One« (Bild 1) benötigen erstmals keinen zusätzlichen Treiber für den Betrieb. Für die Herstellung und Gestaltung von Leuchten ergeben sich daraus größtmögliche Designfreiheit und möglicherweise eine deutliche Kostensenkung. Immerhin erlaubt der Verzicht auf den Treiber als zusätzliches Bauteil einige zusätzliche Optionen für Entwickler und Designer, und der Hersteller geht davon aus, dass die Module die Lebensdauer der einzelnen Leuchtdioden erreichen.

Im Falle der drei ersten Systeme mit 1500 lm, 2500 lm und 3500 lm spezifiziert er diese mit 50 000 Stunden. Dabei entspricht die Anschlussspannung der Netzspannung.

Sparsame Farben

Typische Einsatzgebiete finden sich bei der Beleuchtung öffentlicher Gebäude, beispielsweise Theater, Museen oder Kinos, im hochwertigen Einzelhandel, in Außen-bereichen, in Bürogebäuden und in gewerblichen und industriellen Bereichen. Aufgrund ihrer Lebensdauer sind sie insbesondere auch in wartungs-intensiven Anwendungen wie beispielsweise Straßenleuchten eine passende Lösung.

Die Module sind zunächst mit Farbtemperaturen von 2800 K und 4000 K nebst einem Farbwiedergabeindex (CRI) von mindestens 80 erhältlich. Der Abstrahlungswinkel beträgt 120°, sodass die LED-Module mit Kühlkörpern und Reflektoren gängiger Hersteller kompatibel sind. Dies ist wichtig, da die empfohlene Arbeits-temperatur unterhalb von +65 °C liegt. Die Moduleffizienz gibt der Hersteller mit 90 lm/W an, unabhängig davon, ob sie 16 W (1500-lm-Modell) oder 39 W (3500-lm-Ausführung) verbrauchen. Doch auch für den Heimbereich will der Hersteller Leuchtdioden salonfähiger machen.

Ab in die Röhre

Die hohen Anschaffungskosten verhindern bislang den Siegeszug der LED-Lampen in Privathaushalten. Mit einer Lichtleistung von 85 Lumen pro Watt erreicht die LED-Röhre der Serie »Home« eine angemessene Energieeffizienz und spart im Vergleich zu einer vergleichbaren herkömmlichen Leuchtstoffröhre bis zu 50% Energie ein. Die Lampen sind mit ihrer durchschnittlichen Lebensdauer von rund 50 000 Stunden recht haltbar: Bei einem Betrieb von beispielsweise drei Stunden täglich können sie rund 45 Jahre im Einsatz sein.

Im Vergleich dazu versinkt ein mit gewöhnlichen Leuchtstofflampen erhellter Raum bereits nach rund sechs Jahren wieder in der Dunkelheit. Direkt nach dem Einschalten steht ihre volle Lichtleistung zur Verfügung. Erhältlich sind die Leuchtmittel in den Größen 60 cm, 120 cm und 150 cm in Warmweiß und Neutralweiß vor allem über das Online-Portal Amazon.