Flexible OLED Biegsam und hell

Flexible OLEDs erreicht 32 lm/W im Labor
Flexible OLEDs erreicht 32 lm/W im Labor

In der OLED-Entwicklung ist die Steigerung der Effizienz bei konstant guten Leistungsdaten eine der zentralen Herausforderungen. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass OLEDs sich als komplementäre Lichttechnologie zur LED in der Breite durchsetzen. Flexible OLEDs erreichen nun im Labor eine Rekordeffizienz von 32 lm/W.

Die Forschungsabteilung von Osram hat biegsame, flexible OLEDs entwickelt, die eine Effizienz von 32 lm/W erreichen. Nach den starren OLEDs geht damit auch die biegsame Variante einen großen Schritt voran in Richtung kommerzielle Anwendung.

Technische Grundlage dieses Erfolgs ist ein besonderes Elektrodendesign. Als Substrat wurde eine Stahlfolie mit einer Dicke von rund 100 Mikrometern verwendet – sie ist so dünn wie ein Blatt Papier. Da die Stahlfolie blickdicht ist, kann das Licht nicht – wie etwa bei starren OLED auf Glas – durch diese hindurch, sondern muss zur Oberseite leuchten. Diese »Top Emitter«-Technologie erschwert das Design hochqualitativen weißen Lichtes.

Wichtig war den Forschern, sowohl die OLED als auch den Test so realistisch zu gestalten, dass sie Schlüsse für die spätere kommerzielle Anwendung zulassen. Getestet wurde daher ein großflächiges OLED-Muster und kein kleineres Referenzbauteil. Die Helligkeit wurde auf 1000 cd/m2 eingestellt. Gemessen wurde in einer Ulbricht-Kugel ohne manipulierende Makroextratoren wie beispielsweise Linsenaufbauten zur Steigerung der Lichtausbeute.

Forschungsmuster wie die Rekord-OLED sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg flexibler OLED in die breite Anwendung: »Osram unterstreicht mit diesem Forschungserfolg seine führende Stellung im OLED-Bereich«, so Ulrich Eisele, Head of OLED bei Osram. Technologie-Leiter Thomas Dobbertin ergänzt: »Wir zeigen mit diesem Muster, dass flexible OLED bereits deutlich effizienter sein können als Halogenlampen. Möglich war dies nur, weil wir unsere starken Kompetenzen im Bereich der Vakuumprozessierung der organischen Funktionsmaterialien und die platzsparende Dünnschichtverkapselung auf biegsame OLEDs übertragen haben.«

Bei der herkömmlichen Glas-Variante konnte kürzlich der Wert von 87 lm/W erreicht werden - das entspricht nahezu der Effizienz einer Leuchtstofflampe. Ende August wurde die erste Pilotproduktionslinie für OLEDs in Regensburg eröffnet. Parallel erobert die Technologie immer mehr Anwendungen. Erste Lösungen in den Bereichen Büro und Einzelhandel leuchten bereits in München und Berlin.

Die Rekordergebnisse wurden im Rahmen des Förderprojektes TOPAS2012 erzielt. Das Verbundprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Förderkennzeichen 13N10474) unterstützt die OLED-Forschung bei OSRAM. Ziel des Projekts ist die Weiterentwicklung von OLED als Beleuchtung der Zukunft.