OLED-Fernseher AMOLED-TV wird ausgebremst

Nur 7,5 kg schwer und 4 mm dick ist der OLED-TV von LG mit 55 Zoll Bilddiagonale.
Der von LG auf der CES vorgestellte AMOLED-TV mit 55 Zoll Bilddiagonale.

Sie waren der große Hingucker auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES): Superdünne, extrem leichte OLED-basierende Fernsehgeräte. Es wird jedoch noch einige Jahre dauern, bis solche Apparate zum Kampfpreis im Elektroladen angeboten werden. Das Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli dämpft die hohen Erwartungen.

Trotz des Medienrummels rund um die AMOLED-TV-Geräte (Aktivmatrix-OLED)sieht IHS iSuppli die schicken Fernseher nicht so bald in Serienproduktion. Die Preise seien einfach zu hoch, da die Herstellung noch sehr kompliziert und auf teure Materialien angewiesen sei.

Tatsächlich schätzen die Marktforscher, dass bis 2015 2,1 Millionen Geräte verkauft werden dürften, während die Zahl für 2012 um 34.000 liegt. Der »IHS iSuppli Small and Medium Displays service« sagt also durchaus signifikantes Wachstum voraus, doch macht selbst die Zahl für 2015 lediglich 1% des weltweiten Markts für Flachbildfernseher aus.

Vinita Jakhanwal, Director of small/medium and OLED Displays bei IHS kommentiert: »Die Preise für AMOLED-TVs werden über die kommenden Jahre deutlich über denen von LCD-Fernsehern bleiben. Dafür sind Probleme bei der Fertigungsausbeute verantwortlich, aber auch überhöhte Kosten für Basismaterialien, dank der begrenzten Zahl von Anbietern«.

 

Er verdeutlicht dies: »Ein 55-Zoll-AMOLED-Fernseher kostet 2012 etwa 8.000 Dollar, das ist etwa das Doppelte eines gleich großen LCD-TVs. Dieser Unterschied wird auch von der überlegenen Darstellungsqualität nicht wettgemacht – Kunden werden erst zugreifen, wenn sich die Preise nicht mehr als 20% von LCD-Fernsehern unterscheiden.«

AMOLED ist endlich da

Die Entwicklung dauerte Jahre und kostete mehrere Milliarden Dollar, doch auf der CES zeigten die koreanischen Hersteller LG Display (LGD) und Samsung Electronics die bis dato größten AMOLED-3D-Fernseher. Bislang fand diese Displaytechnik hauptsächlich in Smartphones Verwendung, mit Größen deutlich unter 10 Zoll.

Die ersten 55-Zoll-Panels werden wohl in bereits vorhandenen a-Si-LCD-Fabs (amorphous silicon) der 8. Generation gefertigt werden, auch die ersten Serien sollen dort hergestellt werden. Mit zunehmender Erfahrung bei der Fertigung werden Ausbeute und Kosten sich mit Sicherheit jenen der LCDs angleichen. Bei LGD ist man davon überzeugt, dass der Preis für ein 55-Zoll-Gerät bereits 2013 auf 4.000 Dollar sinken wird; allerdings sind LCD-Fernseher dieser Größe dann bereits bei unter 1000 Dollar angelangt.

Die beiden Hersteller verwenden unterschiedliche Ansätze. So baut Samsung auf eine horizontale RGB-Pixelstruktur, für deren Herstellung »fine metal masks« (FMM) erforderlich sind. Diese Technik ist nur eingeschränkt für große Diagonalen geeignet, was auch an der Verwendung von LTPS-LCDs (Low-temperature polysilicon) für die Backplane liegt.

Bei LGD kommt eine vertikale Pixelstruktur mit weißen OLEDs (WOLED) zum Einsatz. Diese Vorgehensweise ist zwar effizienter, erfordert jedoch Farbfilter.