Smart-Meter Zukunftsfähig durch Updates

Bislang war der Verkauf von Verbrauchszählern ein sehr träges Geschäft. Doch mit der flächendeckenden Einführung von Smart-Metern ändert sich das. So gibt es große regionale Unterschiede bei den Regularien, die sich zudem noch ändern können. Außerdem sollten sie für die Möglichkeiten, die heute in den meisten Versorgungsnetzen noch nicht einmal angelegt sind, schon vorbereitet sein. Wie geht das?

Klassische Stromzähler sind ein eher konservatives Produkt: Sie werden einmal installiert und am Ende ihrer Lebensdauer wieder ausgetauscht. Folglich waren die Geschäftsmodelle der Anbieter bislang darauf ausgelegt, eine konstante Nachfrage zu befriedigen. Wenn allerdings der Markt für Smart-Meter durch die Energiewende an Dynamik gewinnt, ist dieses Modell nicht mehr tragfähig.

Bislang sind solche dynamischen Veränderungen weniger aus dem Energiemarkt als vielmehr aus der Telekommunikationsindustrie bekannt, wo über einen kurzen Zeitraum hinweg große Volumina eines bestimmten Produkts hergestellt und auf den Markt gebracht werden. Läuft eine Serie aus, rüstet der Hersteller die Maschinen um und das nächste Modell geht in Serie.

Im Smart-Meter-Markt dagegen sind viele Anbieter nicht auf eine kurzfristige Änderung der Produktionskapazitäten eingestellt, wie sich momentan vor allem in Nordamerika zeigt. Dort löst die enorm gestiegene Nachfrage nach Smart-Metern bereits Lieferschwierigkeiten aus. Ob sich dieser Effekt auch in Deutschland ergibt, hängt vor allem davon ab, wie flexibel die Hersteller auf diese Anforderungen reagieren. Doch auch die Energieversorger können einiges tun, um ihre Kunden pünktlich und zukunftssicher mit Smart-Metern zu versorgen.

Kosten und Nutzen abwägen

Für Stromanbieter ist bei der Einführung von Smart-Metern, neben den Eigenschaften der Geräte, in der Regel vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis von Bedeutung. Dabei ist nicht immer die scheinbar einfachste und sicherste Lösung auch die beste. Beispielsweise ist nicht jedes Messgerät, das sich Smart-Meter nennt, so »intelligent« wie der Name verspricht - ein einfacher Stromzähler wird nicht zum modernen High-Tech-Gerät, nur weil er eine Funkantenne besitzt oder sich per Fernzugriff bedienen lässt.

Ein echtes Smart-Meter verfügt meist über multiple bidirektionale Kommunikationsschnittstellen, kann weitaus mehr Daten erheben als nur den reinen Stromverbrauch und lässt in der Regel sogar die Auswahl verschiedener Tarifoptionen zu. Dies sind Möglichkeiten, die heute in den meisten Versorgungsnetzen noch nicht einmal angelegt sind. Speziell im Hinblick auf die aktuell noch begrenzten Anforderungen bieten kostengünstig produzierte Smart-Meter von der Stange zumindest auf den ersten Blick das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Dieser Eindruck kann allerdings täuschen: Billighersteller leben vor allem von der Masse. Sie müssen Kompromisse eingehen, damit ihre Messgeräte von möglichst vielen Energieunternehmen genutzt werden können.

In der Realität unterscheiden sich die Versorgungsgebiete allerdings im Hinblick auf ihre geografischen Merkmale oder Parameter wie die Bevölkerungs- und Bebauungsdichte. Je nach Land können außerdem verschiedene IT-Systeme gebräuchlich sein, und auch die Kommunikationsanforderungen sowie die Infrastruktur sehen bei jedem Stromversorger anders aus.

Je nach Ausgangslage ist es deshalb sinnvoll, die Einführung von Smart-Metern intensiv zu planen und die »intelligenten« Zähler von Anfang an dem individuellen Bedarf anzupassen. Unternehmen müssen beispielsweise vorab klären, wo das Gerät eingesetzt wird und was genau es an diesem Ort leisten muss. Nur wenn Anforderungen wie diese detailliert festgelegt sind, ist die Investition in die individuell konfigurierbare Technologie eines Qualitätsanbieters wirklich sinnvoll.

Auch nach zehn Jahren noch aktuell

In ihren Analysen sollten Energieversorger nicht nur die aktuellen, sondern auch künftige Nutzungsmöglichkeiten berücksichtigen. Denn selbst wenn die Kunden heute noch nicht alle angebotenen Funktionen der hochklassigen Smart-Meter nutzen können, werden die Anforderungen mit der Weiterentwicklung anderer Technologien steigen.

Der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit der Smart-Meter ist deshalb ihre Updatefähigkeit: Modelle, die heute auf den Markt kommen, müssen auch in zehn Jahren noch aktuell sein. Wäre dies nicht der Fall, müssten die Versorger die Haushalte regelmäßig mit neuen Geräten ausstatten. Die Investition in hochwertige Lösungen würde sich dann kaum rechnen.

Die Updatefähigkeit der Smart-Meter sollte also auch der Ausgangspunkt der aktuellen Planungen sein. Daher sollte ein Smart-Meter einen Flash-Speicher mit möglichst hoher Kapazität beinhalten. Dort lassen sich Firmware-Images für Upgrade-Zwecke speichern, und umfangreiche Daten für zukünftige Anwendungen (z.B. Erstellung eines Benutzerprofils oder die Last-Disaggregation) können hier nahezu ohne zusätzliche Kosten erfasst werden.

Zusätzlich erleichtert die Verwendung der standardisierten Prozessorarchitekturen und Hardware-Schnittstellen renommierter Anbieter die Aktualisierung von Designs: Dadurch lassen sich Smart-Meter bei Bedarf schnell und effektiv erweitern und verbessern. Nicht jedes Energieunternehmen wird allerdings in der Lage sein, die komplette Expertise für eine derart umfangreiche Konzeption permanent intern vorzuhalten.

Wo betriebseigene Experten fehlen, ist es deshalb ratsam, mit kompetenten Entwicklungspartnern zusammenarbeiten: Unternehmen wie Sentec verfügen über profunde Erfahrung in der Entwicklung zukunftssicherer Smart-Meter und bieten auf dieser Basis Unterstützung bei allen wichtigen Themen, von Messtechnik und Methodik über Produktions- und Kommunikationstechnik bis hin zu elektronischen Bauteilen, Firmware und Betriebssystemen.

Ergebnis einer sorgfältigen Analyse und mit Bedacht eingesetzter Beratungsleistungen ist letztlich ein ausgereiftes Produkt. Eine gut geplante Individuallösung erzielt im Hinblick auf die dynamische Entwicklung des Energiemarkts in der Regel das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis: Maßgeschneiderte, zukunftsfähige Smart-Meter lassen sich durch ihre Updatefähigkeit jederzeit an die aktuellen Anforderungen der Endkunden anpassen und erbringen gleichzeitig den höchsten Return-on-Investment für den Energieversorger.

Über den Autor:

Mark England ist CEO von Sentec.