Mess- und Prüftechnik / HF-Systemdesign SystemVUE versus LabVIEW Communications

Design-Iteration

D&E: Wie unmittelbar wird das Design, hinsichtlich HDL und SoCs, iteriert? Wie werden unterschiedliche Anforderungen an FPGA- und SoC-Plattformen im Systemdesign berücksichtigt?

NI: Eine typische Hürde bei der Entwicklung neuer Kommunikationsalgorithmen ist der Übergang von Prozessor- zu FPGA-Architekturen und die bisher dafür nötigen Softwareänderungen. Um diese Hürde zu umgehen, bietet LabVIEW Communications ein integriertes Programm für die datenbasierte Umwandlung von Fließkomma- in Festkommawerte. Das Programm gibt Empfehlungen zu Festkomma-Datentypen und zeigt die Abweichungen zwischen Festkomma- und Fließkommaentwurf an.

Keysight: Anwender schätzen an SystemVUE, dass es sehr einfach ist mittels Digital-Co-Simulation neuen Code im Systemzusammenhang auszuprobieren. Wer es schneller mag, geht mit dem Code aus dem SystemVUE auf unsere FPGA-T&M-Plattformen oder ein HiL-Evalboard. SoC-Kunden sprechen auch von einer Anbindung an Emulatoren.
Eine entsprechende Realisierung gibt es aber bisher nicht, dürfte angesichts der Auswahl an Emulatorboxen auch schwierig generisch umzusetzen sein.

Zum Teil wurde den Anforderungen mit Integration der SystemC-Funktionalität in SystemVUE Rechnung getragen, die eigentlich ausschließlich von SoC-Kunden gewünscht wurde. Aus Sicht des System-Designers im SystemVUE bleiben die Algorithmen ja zunächst die gleichen. Unterschiede ergeben sich im Wesentlichen in der Implementierung. Im SoC-Design gibt es vermutlich einen dedizierten Prozess für jeden Hersteller. Auch müssen System-Designer im SoC-Prozess ihre Arbeit grundsätzlich in Versionierungssystemen verwalten. Eine Einbindung von SystemVUE ist auch hier möglich, aber wiederum kundenspezifisch.
Meist gehen die Verifikations- und Testanforderungen im SoC-Bereich, zum Beispiel dem kompletten Basisband SoC,  weit über den Physical Layer hinaus, der im Fokus von SystemVUE steht. Hier gibt es von Keysight noch andere Lösungen.

D&E: Vielen Dank, meine Herren, für diese Gesprächsrunde und für Ihre Zeit!

Die Interviewpartner

Für National Instruments antwortete Rahman Jamal, Business & Technology Fellow, für Keysight Technologies antwortete Ingo Nickeleit, Application Engineer EEsof EDA.

Das Interview führte Dr. Constantin Tomaras für DESIGN&ELEKTRONIK.

 

Referenzen

[1] http://www.ni.com/white-paper/52507/en/
[2] http://ni.com/awr
[3] http://www.ni.com/white-paper/53286/en/, Abschnitt 2.2.2 und 2.2.3
[4] http://www.ni.com/white-paper/53286/en/, Abschnitt 5.2 und 5.3