Datenlogger im Feld Schlüsselfertig nach Applikationstiefe

Die Applikationstiefe der gemusterten Datenlogger wächst zum rechten Rand hin.
Die Applikationstiefe der gemusterten Datenlogger wächst zum rechten Rand hin.

Datenlogger sollen Messwerte möglichst unabhängig im Feld aufnehmen und speichern. Drei Geräte aus Lascar electronics' EasyLog-Serie, von der profanen nicht-konfigurierbaren Schwellenmessung bis hin zur voll-konfigurierbaren Cloud-Variante, werden gemustert.

Die kleinste Variante, EasyLog Ambient Pharma, zeichnet Temperatur und Feuchtigkeit in der Umgebung und unter festen Alarmschwellen (<8 °C, >25 °C) auf. Eine Aufzeichnung wird dabei mit dem Starttaster auf der Platine gestartet. Während der Aufzeichnung zeigt eine LED unter Betätigung des Statustasters, ob die Schwellen bereits überschritten wurden. Die Platine mit Ausmaßen eines Schlüsselanhängers (Bild 1) befindet sich dabei in einer IP67-Schutzhülle - nach Abschluss der Aufzeichnung wird diese aufgerissen und die Daten über USB-Verbindung ausgelesen: Messkurven und kritischen Ereignisse werden dabei in einer einzigen pdf-Datei angezeigt. Die kritischen Ereignisse werden mit absoluter Zeit und Datum gelistet. Das funktioniert auch auf einem Linux-System-Plug&Play. Allerdings sind Messung und Schwellwerte nicht anwenderseitig parametrierbar.
 

Das leistet der Datenlogger EL-USB-2 für Temperatur- und Feuchtigkeitsmessungen. Der Formfaktor ist am ehesten mit einer E-Zigarette (Bild 2) vergleichbar, die Schutzart ist IP67. Nach Datenblatt [1] reicht der Messbereich bei Temperatur von -30 °C bis +80 °C und bei relativer Feuchtigkeit von 0 bis 100 %, für jede Observable können jeweils 16.000 Messwerte gespeichert werden. Das Erfassungsintervall ist in festen Stufen von zehn Sekunden bis zu zwölf Stunden parametrierbar, die oberen und unteren Schwellwerte frei einstellbar. Die Stromversorgung erfolgt aus einer Lithium-Metall-Batterie, die nach Datenblatt bis zu drei Jahre Lebensdauer für das Logging besitzt.

Sowohl zur Parametrierung, als auch für das Auslesen der Messdaten muss die unentgeltliche EasyLog-USB-Software von der Unternehmenswebsite bezogen werden: diese ist zunächst nur für den Windows-Kosmos (Windows 7, 8 und 10) erhältlich. Auch mit dem aktuellen .net-Framework ist zur Installation noch das .net-Framework 3.5 SP1 nachzuinstallieren. Die Software lief auf unserem Windows PC und im QEMU-emulierten Windows 10 ohne Komplikationen. Die GUI-Partitionierung ist übersichtlich, auch da die Parametrier- und Akquisefunktionen in Anzahl überschaubar sind.  
 

Im Gegensatz zum vorherigen Objekt, kann die Akquise auch zeitverzögert gestartet werden. Der Akquisestatus im Feld wird mit jeweils einer eigenen LED für Temperatur und Feuchtigkeit gezeigt. Sowohl auf dem Windows- als auch dem Linuxsystem, ist das Dateisystem des Loggers nicht unmittelbar zugänglich: der Datenexport läuft nur über die Software. Damit ist der Export beim kleinsten Logger etwas direkter.

Wer seine Akquise online bringen möchte, steigt noch eine Variante höher zu EasyLog WLAN-TH (Bild 3). Daten werden mit der Software EasyLog WiFi an den PC im selben Netz, oder für den Zugriff über die Webmaske an das Internet gefunkt (Streaming). Bei unterbrochener Funkverbindung (IEEE 802.11B) wird maximal 120 Tage im 10-Sekunden-Intervall weiter intern aufgezeichnet.

Zur Konfiguration über USB-Anschluss wird diesmal die EasyLog-WiFi-Software eingesetzt, die ebenfalls .net-3.5-SP1 fordert: Dazu muss sich der Konfigurations-PC dem Netzwerkknoten befinden, mit dem auch der Sensor verbunden werden soll. Mit einem emulierten Windows entsteht so eine Konfigurationshürde, da hier nicht zwingend die IP des Zugriffspunktes des äußeren Betriebssystemes weitergegeben wird. Zudem ist es nicht möglich, nur eine interne Aufzeichnung ohne Funkanbindung zu konfigurieren, auch nicht unter Verwendung von EasyLog USB.

Die Aufzeichnungsintervalle sind zwischen 10 Sekunden und 12 Stunden, die Sendeintervalle zwischen einer Minute und 24 Stunden parametrierbar. Die Messdaten können innerhalb der Software angezeigt und im Excel-Format exportiert werden [2]. Zur Cloudverbindung muss ein Konto für easylogcloud.com angelegt werden. Bis zu vier unabhängige Sensoren können mit bis zu zwei Jahren Datenspeicherung durch einen Einzelnutzer unentgeltlich online konfiguriert und ausgelesen werden. Gegenüber dem WiFi-Logging gibt es eine weitere Benachrichtungsfunktion (E-Mail, SMS, u. a.), wenn die Schwellen über- bzw. unterschritten wurden.  

Mit integrierter LCD-Anzeige können die Augenblickswerte der Temperatur und Feuchtigkeit und Statusinformationen direkt abgelesen werden. Die Güte der Funkanbindung bemisst das Gerät auf einer Skala von 1 bis 10. Der Temperaturmessbereich reicht hier nur von -20 °C bis 60 °C, die Stromversorgung erfolgt über eine Lithium-Polymer-Akkuzelle, die über USB geladen wird. Ein Entladezyklus im Feld wird vom Datenblatt als typischerweise über einem Jahr angegeben, die Schutzart ist IP55.