Systemdesign / EDA-Tools PCB-Designs frühzeitig falsifizieren!

ODB++ als übergreifende Datenklammer

Mit ODB++ und IPC2581 existieren bereits Dateiformate, die nicht nur Informationen des Leiterplatten-Designs zwischen Konstruktion und Fertigung oder zwischen Design-Tools verschiedener CAD- und CAM-Anbieter übermitteln können. In ODB++ können auch PCB-Produktionsdaten in einem einzigen Datensatz gespeichert werden. Folglich kann das Format als Datenbank genutzt werden, um alle Informationen zu einem Entwicklungsprojekt jederzeit greifbar zu haben. Konsequent eingesetzt, sind Informationen zu Vorgängerversionen oder Varianten ebenso speicherbar wie Informationen zu den Bauteilen, Bestückdaten und dem Gehäuse zum Einbau der fertigen PCB.

Das Tool PCB-Investigator nutzt ODB++ in dieser umfassenden Weise und schafft damit die Voraussetzungen für entscheidende Prozessoptimierungen.

Papierloser Review-Prozess

Die Vorstellung des PCB-Investigator beginnt am sogenannten Quick-Win. Niemand wird die Einführung einer zusätzlichen CAD/CAM-Software befürworten, wenn die einzelnen Abteilungen bereits sehr gut mit ihrer spezialisierten Software arbeiten. Doch der Zusatznutzen wird unmittelbar ersichtlich, wenn die Software als Tool für einen papierlosen Review-Prozess ohne unzweckmässige PDFs gesehen wird. Mit PCB-Investigator lassen sich beliebig filterbare Layout-Reviews am Monitor betrachten. Änderungen, Versionen und alle denkbaren Aspekte können hervorgehoben werden (Bild 2).

In vielen Unternehmen ist nur ein einzelner Layouter für eine ganze Reihe von Entwicklern zuständig: dann wird im Einzelfall verhandelt, was in welcher Weise umgesetzt wird, oder ggf. nicht durchführbar ist. Dieser Review-Prozess ist unbeliebt, zeitraubend und in vielen Projekten ein Engpass. Ein effizienter, papierloser Review-Prozess birgt daher großes Potenzial.

Ein Großteil der klärungsbedürftigen Fragen dabei, könnten bereits geschlossen im PCB-Investigator geklärt werden. Reviews dienen dazu, die Zahl der Prototypen in einem neuen Projekt zu reduzieren. Mit beliebig visualisierbaren ODB++-Daten ist das möglich.

Ein Beispiel: Eine Abkündigung macht ein Ersatzbauteil nötig, das Layout muss angepasst werden. Ob die geänderte Kombination von Bauteilen immer noch mit der vorhandenen SMT-Linie bestückt werden kann, können hier Fachleute aus allen beteiligten Abteilungen mit einer geeigneten gemeinsamen Visualisierungssoftware vom eigenen Bildschirm aus klären.

Dokumentation mit Zusatznutzen

Neben dem papierlosen Review-Prozess und der geeigneten Visualisierung unterstützt der PCB-Investigator die Prozessoptimierung noch in weiterer Weise: Die Arbeitsflüsse in den einzelnen Teams und Abteilungen bleiben unangetastet, einzige Änderung bedeutet das Speichern der Arbeit im ODB++-Format.

Genau das ist aber der entscheidende Schritt: Der jeweils aktuelle ODB++-Datensatz repräsentiert den verbindlichen Projektstand. Der Nutzen: Es ist jederzeit eine umfassende Dokumentation aller Änderungen möglich, die Verwaltung von Varianten geschieht automatisch und alle Layoutdaten sind in einer Datei vereint. Die Möglichkeit, auf Knopfdruck Leiterplatten in allen Aspekten miteinander und mit Vorversionen vergleichen zu können, spart Entwicklungsaufwände ein und hilft, Teile leichter wiederverwenden oder wegrationalisieren zu können.

Der Kommunikationsaspekt ist dabei nicht auf den internen Review-Prozess beschränkt: Fertigungs- und Entwicklungspartner können über einen Browserzugang alle Daten einsehen, kommentieren und ändern. Auch dem IP-Schutz ist dabei Genüge getan: Niemand erhält Zugriff auf die Originaldaten.