Low-Power-Optimierung Ich möchte ein Eisbär sein!

Am verschlossenen Eisbärgehäuse ist im Betrieb keine Abwärme spürbar.
Am verschlossenen Eisbärgehäuse ist im Betrieb keine Abwärme spürbar.

USB-Headless-Messkästchen sind heutzutage in unterschiedlichen Qualitätsstufen bei nahezu jedem Distributor für diverse Standardmessaufgaben erhältlich. Der Eisbär ziert zurecht die Front des Leistungsanalysators otii Arc, gibt er sich gleichsam verschwiegen und robust.

Otii Arc der Firma Qoitech macht aus unterschiedlichen Gründen neugierig: Als Stromversorgung einschließlich Knopfzellenemulation appliziert es die IoT-Kernmessaufgabe dynamischer Spannungs- und Stromumsatz, die Software läuft laut Herstellerangabe auf Windows-/Mac- oder Ubuntu-Plattform, hinter dem Produkt verbirgt sich in Wahrheit der Consumergigant Sony, »Made in Sweden« kommt das Kästchen in einem solide geriffelten Aluminumgehäuse ohne Lüftungschlitze oder Wartungsrillen und wirkt somit stabil genug für den Feldeinsatz.

Äußerlichkeiten

Das Vollaluminiumgehäuse besitzt völlig unerwartet für ein Headless-USB-Gerät weder eine physikalische Schwachstelle noch eine offene Stelle zur Innenelektronik und erinnert stark an eine tragbare Festplatte. Selbst die Gummistopper an der Unterseite geben sich ungewöhnlich rutschfest - ihre Klebeverbindung löst sich auch unter deutlicher Gewalteinwirkung nicht vom Gehäuse.

Was fehlt sind Verschlusskappen für Rastermaßpins, Versorgungsbuchsen, micro-USB-Stecker und die optionale externe Stromversorgung (7-9 V) - sonst könnte man im mobilen Messleben das Kästchen einfach in den Rucksack werfen ohne Verunreinigungen der Stecker fürchten zu müssen. Wer seinen Werkzeugkasten staubfrei hält, kann das aber getrost machen. Völlig unüblich für ein Messgerät dieser Klasse sind die sechs soliden Schraubverbindungen zur Gehäuseöffnung. Die Gerätefunktion ließe sich allerdings ohne einen Blick ins online-Handbuch [1] nicht abstrahieren. An den Versorgungsbuchsen fehlt eine Bezeichnung wie Output. Auch die Bezeichnungen der Rastermaßpins wie ADC+/ADC-, Sense+/Sense- sind nicht selbsterklärend. Im Beispiel bezeichnen beide eine analoge Spannungsmessung, das erste Paar ist aber über die Software für eine Shunt-Messung reserviert.