Tools und Technologien Fast ein kleines Scope

Titelbild: Eine Setcard im Lieferumfang unterstützt die barrierefreie Inbetriebnahme.
Titelbild: Eine Setcard im Lieferumfang unterstützt die barrierefreie Inbetriebnahme.

Logikanalysatoren validieren die Kommunikation eingebetteter Komponenten wie FPGAs oder Mikrocontroller. Das Saleae-Produkt löst diese Aufgabe fast automatisch unter barrierefreier Inbetriebnahme und bietet fortgeschrittene Funktionalität wie Protokollanalysator und analoge Messung.

Selten laufen Inbetriebnahmen so zielführend ab wie beim Saleae-Logic-Pro-16: Neben der Hardware enthält die Neoprenhülle eine Instruktionskarte die in wenigen Blicken erklärt, was man hat und was nicht (Titelbild). Software von der Saleae-Website beziehen, USB-Verbindung zum Laborrechner herstellen, Kabel mit Erdung zur Unterseite einstecken und los geht‘’s.

Die Linuxunterstützung ist ernst gemeint: Hier wird einfach der Programmordner ohne Installationsroutine heruntergeladen. Der Gerätetreiber wird durch Ausführen eines Konsolenkommandos mit einem Shell-Skript installiert, neben der versprochenen Ubuntu-Unterstützung funktioniert das auch unter Fedora 27! Die Software wird dann in einer linuxausführbaren Datei geladen, der angeschlossene Analysebaustein automatisch erkannt.

Die Hardwareausführung ist performant: Das robuste Aluminiumgehäuse (92 mm × 92 mm × 15 mm, 220 g) integriert 4 × 8 Rastermaßpins (Bild 1), jede Signalleitung besitzt eine eigene Erdung. Das einzige Manko am Gerät besteht in den mitgelieferten Klemmen. Während die Steckverbindungen an der Signalleitung für rechteckige Rastermaßpins vorgesehen sind, besitzt der Pin in der Klemme einen runden Querschnitt. Das fühlt sich zunächst etwas wackelig an und benötigt bis zum festen Verbund geringfügig mehr Kraftaufwand. Aber auch das verriet die Instruktionskarte schon vorher.

Die Signalanalyse mit der Software (Bild 2) fordert ebenso wenig Nutzerinteraktion. Die Akquiseeinstellung wird mit dem Startfeld gewählt. Dabei können digitale und analoge Abtastraten nur in festen Paaren gewählt werden, die wählbaren Paare ändern sich unter Angabe eines Performanzgrades in Prozent. Zur Aufnahme wird dann der Startknopf gedrückt. Ein Kanal kann dabei analog und digital, sowie analog oder digital ausgegeben werden. Die vertikale Achse ist für jede Spur in vier Stufen vergrößerbar 1×, 2×, 4× und 8× (Bild 2). Die Spuren sind dabei frei anordenbar (drag-and-drop). Getriggert wird dabei nur auf die Digitalkanäle in den vier Grundarten steigende/fallende Flanke, positive/negative Pulsbreite.
 

Durch das aufgezeichnete Signal wird dann mit der Maus navigiert, horizontaler Versatz mit linkem Mausklick, horizontaler Zoom per Scrollgeste. Bewegt man den Zeiger auf eine Signalstelle, werden automatisch relevante Informationen eingeblendet, dynamisch und gut sichtbar. Auf der rechten Seite des Messmenüs sind Beschriftungs- und Analysefunktionen vorgesehen. Die Anwendung eines Übersetzers auf die richtigen Spuren erzeugt am rechten unteren Rand eine Wortliste, die nach einem bestimmten Begriff durchsucht werden kann. Unter Wählen des Begriffs spult das Spurenfenster automatisch an die richtige Stelle.

Übersetzt werden die Protokolle: Serial, SPI, I²C, Atmel SWI, Biss, C, CAN, DMX, 512, HD44780, HDLC, I²S, JTAG, LIN, MDIO, MIDI, Manchester, Modbus, 1-Wire, PS/2 Keyboard und Mouse, SMBus, SWD, Synchronous Parallel, USB sowie UNI/O.

Neben Timingmarkern sind die Messfunktionen: Pulsbreite, Frequenz, Mittlerer Auslastungsgrad, Flankenzähler (steigend, fallend, positiv, negativ), kleinste/größte Pulsbreite, Periodendauer, mittlere Periodendauer, Periodenanzahl. Die ausgewählten Messwerte tauchen ebenso in der Spur auf.

Der 12-bit-A/D-Wandler tastet digitale Signale mit maximal 500 MSa/s und analoge Signale mit 50 MSa/s ab. API für Automatisierung und Erfassung proprietärer Protokolle ist vorhanden. Für eine Trockenübung kann die Gerätesoftware unentgeltlich auf saleae.com heruntergeladen und im Simulationsmodus getestet werden. (ct)

Referenzen

[1] Vollständiges Datenblatt: https://tinyurl.com/jcxjtpf

[2] Das Testgerät wurde freundlicherweise von der Firma Meilhaus zur Verfügung gestellt.