Mobile Applikationen iPflug

Anwendungen für Mobilgeräte, Apps genannt, verknüpfen den Alltag immer stärker mit der modernen Informationskultur. Auch Firmen und Arbeitgeber setzen mit gezielt entwickelten Apps zunehmend auf die mobilen Begleiter. So sollen Smartphones künftig etwa Landwirte bei der Ernte oder Geschäftsreisende unterwegs unterstützen. Nun hat sich ein Fraunhofer-Institut dieses Wandels angenommen.

Steht die Aussaat an oder sind Spargel und Weizen bereit zur Ernte, zeigen Landwirte und Lohnunternehmer Managerqualitäten: Sie koordinieren zahlreiche Arbeiter und Maschinen, stellen sicher, dass die Maschinen ausgelastet sind und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Bislang erhalten die Arbeiter ihre Anweisungen meist auf Zetteln - je nach Größe des Betriebs arbeitet ein Helfer täglich auf bis zu zehn Feldern. Ändert sich kurzfristig der Plan, ruft der Landwirt die Arbeiter auf dem Handy an.

Künftig sollen Smartphones auf den Äckern Einzug halten und Landwirten wie Lohnunternehmern die Arbeit erleichtern: Am Computer oder am mobilen Tablet geben sie ihre Arbeitsanweisungen ein, die Erntehelfer auf einer eigens dafür entwickelten App auf ihrem Smartphone erhalten. Die Vorteile: Die Anweisungen lassen sich jederzeit an die aktuelle Situation anpassen. Zudem können die Angestellten ihre Arbeit mit der App besser dokumentieren, beispielsweise mit einigen »Touchs« belegen, wann sie auf welchem Feld mit welcher Aufgabe begonnen haben, und angeben, wo und warum es zu Verzögerungen kam.

Die Forscher am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software-Engineering IESE haben die App in einem Projekt mit ihrem Partner John Deere entwickelt. Im Vorfeld fand eine Analyse der Arbeitsabläufe auf dem Feld statt. Dabei ging es beispielweise um folgende Fragen: Wie groß sind die bearbeiteten Felder, wie lange brauchen die Arbeiter dafür, welches Saatgut und Bekämpfungsmittel verwenden sie? Welche technologischen Leistungen übernehmen die Erntemaschinen? Wo lassen sich mobile Geräte nutzbringend einsetzen?

Die Herausforderung für die Wissenschaftler lag vor allem darin, die App möglichst anwenderfreundlich zu gestalten. Zu diesem Zweck wurden die Endnutzer, also Landwirte, Lohnunternehmer und Arbeiter, frühzeitig mit einbezogen. Eine weitere neu entwickelte App soll die Abrechnung von Dienstreisen erleichtern. Bislang muss der Reisende entweder ein gutes Gedächtnis haben und sich merken, wann er wo angekommen und abgefahren ist und wie lange er auf der jeweiligen Dienstreise gearbeitet hat, oder er muss sich diese Eckdaten per Hand notieren.

Künftig ist das einfacher: Kommt der Reisende am Dienstort an, reicht ein »Touch« auf der entsprechenden App, und das Smartphone speichert Datum, Uhrzeit sowie Ort und ordnet diese Daten der entsprechenden Dienstreise zu. Künftig soll das gar automatisch geschehen: Über den Dienstreiseantrag kennt die App das Ziel der Dienstreise. Kommt der Reisende dort an, registriert das Smartphone dies über GPS und macht einen Vorschlag, der nur noch bestätigt werden muss.

Gerade bei langen Dienstreisen ist es im Nachhinein oft mühsam, Quittungen von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Taxis der entsprechenden Fahrt zuzuordnen. Fotografiert man diese jedoch, ordnet die App die Fotos automatisch zu und erleichtert so die Abrechnung. Auch Auslandsreisen können einfacher werden: Muss sich der Reisende bei einer Fahrt in die USA etwa notieren, wann die Grenzkontrolle überschritten wurde, registriert das Smartphone über die neue App, wann es nach dem Landen des Flugzeugs wieder eingeschaltet wurde - meist also die Ankunftszeit - und speichert die entsprechenden Daten sofort ab.