Europäische Cloud-Infrastruktur Projekt GAIA-X nimmt konkrete Formen an

Mit dem Projekt GAIA-X möchten Bundesregierung und Wissenschaft eine Cloud nach europäischen Werten und Vorgaben aufbauen. Sieben Monate nach dem Projektstart gibt es einen Demonstrator.

Mit GAIA-X verfolgen Wirtschaft und Wissenschaft zusammen mit anderen Ländern in Europa mehrere Ziele, darunter:

  • Aufbau einer Dateninfrastruktur mit europäischem Datenschutz,
  • Sicherheit und Offenheit durch Einsatz von Open Source,
  • Interoperabilität hinsichtlich technischer und semantischer Standards zur Vermeidung der Abhängigkeit von einzelnen Anbietern,
  • Dezentrale und verteilte Datenverarbeitung zur Erzielung von Synergieeffekten durch Zusammenwirken mehrerer Anbieter/Partner,
  • Datensouveränität im Sinne einer vollständigen Kontrolle über gespeicherte und verarbeitete Daten sowie die unabhängige Entscheidung darüber, wer darauf zugreifen darf.

Als eines der Mitglieder des Konsortiums stellt Cloud&Heat mit einem Demonstrator die grundlegenden Prinzipien von GAIA-X vor. Anwender müssen in der Lage sein, zwischen verschiedenen Cloud-Providern wählen zu können und ihre Daten und Anwendungen frei zwischen den unterschiedlichen Anbietern zu verwenden sowie verschiedene Dienste zu kombinieren. Bei dem gewählten Demonstrator formuliert der Kunde, im Beispiel das Big Data-Unternehmen AI4BD, seine Kriterien aus Themenfeldern wie Datensicherheit und Datenschutz oder auch ökologischer Nachhaltigkeit über das GAIA-X-Portal der German Edge Cloud und wählt seinen favorisierten Anbieter aus. Anschließend wird die Anfrage über die intelligente Orchestrierungssoftware »Krake« von Cloud&Heat verteilt und der Service gestartet.

Dabei stellt Amazon Web Services (AWS) als »Hyperscaler« die angeforderten Daten verschlüsselt der Cloud-Umgebung eines lokalen Anbieters bereit, in der die Daten entschlüsselt und mittels eines Machine-Learning-Algorithmus verarbeitet werden. Gesichert werden die Datenübertragung und -verarbeitund durch Dienste von secunet Security Networks und secustack. Anschließend werden die Daten an den Nutzer weitergegeben. Der Nutzer kombiniert somit die Stärken verschiedener Anbieter, um einen KI-Dienst auf einer Infrastruktur realisieren zu können, die seinen Vorstellungen an Leistungsfähigkeit und Sicherheit entspricht. Die Deutsche Telekom unterstützt die Entwicklung des Demonstrators als zusätzlicher Koordinator.

Der Demonstrator zeigt, wie Cloud-Anwendungen providerübergreifend orchestriert werden und so die unterschiedlichen Features der Anbieter individuell und zweckmäßig zu kombinieren. Am Ende soll ein effizientes, leistungsstarkes Multi-Provider-System entstehen, das transparent und überprüfbar ist.