Abhörvorwürfe Huawei wirft Wall Street Journal »Lügen« vor

In einer ungewöhnichen Pressemitteilung wehrt sich Huawei gegen den Vorwurf aus den USA, »Hintertüren« zu nutzen, mit denen Telekommunikation abgehört werden kann.

Seit geraumer Zeit üben die USA Druck auf Verbündete aus, um Huawei aus dem Geschäft mit 5G-Infrastruktur zu drängen. Im Wall Street Journal erschien diese Woche ein Artikel, in dem Vertreter der US-Regierung zu Wort kommen und Huawei vorwerfen, Hintertüren in ihren Geräten zu nutzen, um Netzwerkverkehr abzuhören. Dieser Verdacht wird immer wieder geäußert. Meist reagieren Unternehmen auf Kritik sachlich und diplomatisch. Ungewöhnlich ist nun aber, wie scharf Huawei in einer Pressemitteilung das Wall Street Journal und die US-Regierungsvertreter angreift.

Huawei schreibt: »Das Wall Street Journal ist sich zweifelsfrei bewusst, dass die US-Regierung keine Beweise zur Untermauerung ihrer Behauptungen vorlegen kann, und dennoch hat die Zeitung sich entschieden, die Lügen zu wiederholen, die von US-Regierungsvertretern verbreitet werden. Dies spiegelt die Voreingenommenheit des Wall Street Journal gegenüber Huawei wider und untergräbt seine Glaubwürdigkeit.«

Interessant ist aber, dass Huawei die Existenz von Hintertüren nicht bestreitet, denn die Lieferanten von Netzwerkinfrastruktur sind verpflichtet, Abhöreinrichtungen nach Spezifikationen der 3GPP/ETSI-Standards zu implementieren.

Huawei verweist nun darauf, dass die Nutzung der Abhörschnittstellen »ausschließlich von den Netzbetreibern und den zuständigen Behörden durchgeführt« wird und dass sich diese Schnittstellen »immer in geschützten Räumlichkeiten der Netzbetreiber befinden und von Mitarbeitern betrieben werden, die von den Behörden in den Ländern, in denen sie tätig sind, überprüft werden. … Huawei entwickelt oder produziert keine darüber hinausgehende Abhörtechnik.«

Der Zugang zu den Schnittschnellen erfolge über »Systeme von Drittanbietern«, die Huawei nicht liefert und die unter Kontroller der Netzbetreiber stehen.