Mobilfunk-Ausbau Funk-Entwicklungsland Bayern

Die häufigen Funklöcher nerven: Bayern macht zwar Fortschritte beim Ausbau des Mobilfunks, aber mit dem Bedarf kann der Ausbau nicht mithalten.

Die Zahlen klingen gut: In Bayern hatten Ende 2018 fast 94 Prozent der Haushalte Zugang zu einem Netzanschluss mit einer Geschwindigkeit von 30 Mbit pro Sekunde oder mehr, Platz eins in Deutschland. Aber die meisten Haushalte befinden sich in den Ballungsräumen und sobald man diese verlässt, sieht es schlecht aus mit Funk- und Glasfaserverbindungen. Kaum hat man die Siedlungskerne verlassen, zeigt das Mobiltelefon für die Datenverbindung nur noch »E« an, das Symbol für »Edge«, der Mobilfunktechnik von 2006.

Zwar macht Bayern Fortschritte beim Ausbau schneller Netzverbindungen, aber die häufigen Funklöcher sind für eine wachsende Zahl von Firmen ein Ärgernis. Der Bedarf an schnellen Datenverbindungen wächst demnach so rasant, dass der Ausbau damit kaum Schritt hält, wie zwei am Donnerstag veröffentlichte Studien der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) ergeben haben.

Selbst an wichtigen Verkehrswegen beklagen die Firmen immer noch Funklöcher. Und erstmals war mehr als die Hälfte der knapp 650 befragten bayerischen Unternehmen unzufrieden mit Netzabdeckung und Geschwindigkeit der mobilen Datenverbindungen in Bayern.

Was das Festnetz betrifft, sind Glasfaser-Anschlüsse für 10,6 Prozent der Haushalte in Bayern verfügbar. Damit liegt Bayern in Deutschland auf Platz 3 hinter den Stadtstaaten Berlin und Bremen.

Im internationalen hat Deutschland aber großen Nachholbedarf sowohl bei den Funkstationen für das Mobilfunknetz als auch bei leistungsfähigen Glasfaserkabeln. 

»Ländliche Regionen sind deutlich besser versorgt als im Rest Deutschlands«, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Beim Mobilfunknetz aber hängt Deutschland Ostasien weit hinterher: So gab es in Deutschland 2018 nur neun Mobilfunk-Stationen pro 10 000 Einwohner, in Japan dagegen mehr als zehnmal so viele.

Beim Festnetzausbau forderte Brossardt den »Quantensprung« von Kupfer- zu Glasfaserkabeln und vom Funkstandard LTE zu 5G. »Bis zum Jahr 2025 muss 5G lückenlos verfügbar sein«, forderte er.