Verhaltenskodex verletzt Texas Instruments CEO tritt wegen Fehlverhaltens zurück

Brian Crutcher, Texas Instruments
Brian Crutcher trat als CEO von Texas Instruments zurück.

Texas Instruments' CEO Brian Crutcher ist wegen persönlichem Fehlverhalten, das den Verhaltenskodex des Unternehmens verletzt hat, mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Crutcher, der seit 22 Jahren für TI gearbeitet hatte, hatte erst letzten Monat den Chefsessel in Dallas übernommen.

"Die Verletzungen beziehen sich auf persönliches Verhalten, das nicht mit unserer Ethik und unseren Grundwerten übereinstimmt, aber nicht mit der Unternehmensstrategie, den Geschäftsabläufen oder der Finanzberichterstattung", sagte Texas Instruments am Dienstag in einer Erklärung.

Crutcher trat auch als Präsident des Unternehmens und als Aufsichtsratsmitglied zurück. Ex-CEO Rich Templeton, der Vorsitzende des Aufsichstrats und Vorgänger von Crutcher, wird auf unbestimmte Zeit die Rolle des Präsidenten und CEO übernehmen. TI sagte, der Vorstand sei "nicht auf der Suche nach einem Ersatz."

Der Vorstand handelte, nachdem er einen Bericht über Crutcher's Verhalten erhalten hatte, sagte Templeton in einer internen Videoansprache an die Mitarbeiter. Ein Unternehmenssprecher lehnte es ab, die Art der Verletzung zu kommentieren und ob sie mit einer persönlichen Beziehung zusammenhängt.

"Die Direktoren hatten einige Jahre Zeit, um Brians Fähigkeiten, Ergebnisse und Stil zu beurteilen, und wir sind sehr zuversichtlich, dass er der nächste große Führer von TI ist", sagte Wayne Sanders, Lead Director des Board und Vorsitzender des Governance and Shareholder Relations Committee, in einer Erklärung vom Januar, als Crutcher zum CEO ernannt wurde.

Templeton bestätigte, dass die Nachricht "unerwartet" war, und sagte, dass das Unternehmen sich verpflichtet hat, "Geschäfte ethisch zu führen und sich professionell zu verhalten".

"Wenn wir besorgniserregende Situationen oder Richtlinienverstöße aufdecken, werden sie schnell untersucht und angegangen", sagte er weiter. "Das gilt für alle bei TI, einschließlich Top-Performer, Top-Führungskräfte und vor allem für den CEO."

“Meine Frau fragte mich, ob ich überrascht, enttäuscht, verrückt oder aufgeregt sei, als CEO zurückzukehren", sagte Templeton in dem Mitarbeiter-Video. "Die einfache Antwort ist "Ja" zu all diesen Gedanken und Emotionen."

Im Juni war bereits Intels ehemaliger CEO Brian Krzanich wegen einer Sex-Affäre im eigenen Unternehmen zurückgetreten. Ebenfalls im Juni verlor bei Rambus Firmenchef Ron Black seinen Job. Auch sein Verhalten soll nicht den Standards des Unternehmens genügt haben, hieß es ohne weitere Einzelheiten.

Für Crutcher, wie auch für seine Pendants bei Intel und Rambus, dürfte der unfreiwillige Ausstieg teuer werden. Er könnte gezwungen werden, rund 43.3 Mio. Dollar Aktienoptionen zurückzubezahlen.

437 Top-Manager und Angestellte wurden laut einer Studie der Beratungsfirma Termin & Co. in den vergangenen 18 Monaten der Belästigung oder eines anderen Fehlverhaltens beschuldigt. Davon wurden 259 entlassen oder haben gekündigt. Seit den Anschuldigungen diverser Schauspielerinnen gegen den einstigen Film-Mogul Harvey Weinstein und der daraus resultierenden #metoo-Bewegung ist es auch verstärkt zu Überprüfungen des Verhaltens von Managern gekommen.

Zusammen mit dem Chefwechsel gab Texas Instruments auch bekannt, dass der Umsatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich um neun Prozent auf 4,02 Milliarden Dollar zugelegt habe. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 1,40 Dollar und lag damit wie die Erlöse über den Analystenerwartungen. Die ausführlichen Zahlen und die Prognose für das dritte Quartal will TI am 24. Juli bekanntgeben.

Die Texas-Instruments-Aktie gab im nachbörslichen Handel 2,5 Prozent nach.