Elektronik gegen Netzhauterkrankungen Sehen mit dem Chip

Wenn es nach den Vorstellungen von Schweizer Wissenschaftlern und eines israelischen Unternehmens geht, soll ein implantierbarer bionischer Chip manchen Erblindeten bald wieder sehen lassen, der an den Folgen einer degenerativen Netzhauterkrankung leidet.

Zurzeit sind weltweit ungefähr 10 Mio. Menschen über 40 im juristischen Sinne blind, ihre Sehschärfe beträgt also weniger als 2% einer normal sehenden Person. Als häufigste Ursache nennt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) degenerative Erkrankungen wie die altersbedingte Makuladegeneration (AMD).

AMD steht laut WHO mit 8,7% aller Fälle an Platz drei der Rangliste von Gründen für eine Sehbehinderung. Bislang gibt es keine Präventiv- oder Heilbehandlung für dieses Leiden, doch nun arbeitet das israelische Unternehmen Nano-Retina an einer extrem kleinen, hoch auflösenden und einfach zu implantierenden künstlichen Netzhaut, welche die Sehkraft wiederherstellen soll. Diese bionische Retina trägt auf einem winzigen, flachen Implantat etwa in der Größe eines Kinder-Fingernagels verschiedene Elemente im Nanoformat.

Im Auftrag von Nano-Retina entwickelt das Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnologie CSEM einen künstlichen Retina-Chip. Ziel des Projekts ist eine neue Generation von winzigen Netzhaut-implantaten, welche die geschädigte Retina ohne große, für den Patienten traumatische Operation ersetzen. Neben einem kleinen Bildsensor sitzt auf dem bionischen Chip ein ausgefeiltes elektronisches Interface, einschließlich eines Netzwerkes von Elektroden, die den Sehnerv so stimulieren sollen, dass er die vom Chip gesammelten visuellen Daten an das Gehirn übermittelt.