EU verhängt erneut Mega-Strafe Qualcomm zu fast 1 Mrd. Euro Strafzahlung verdonnert

Qualcomm Headquarter im kalifornischen San Diego.
Qualcomm Headquarter im kalifornischen San Diego.

Die EU-Kommission hat eine Geldbuße in Höhe von 997 Mio.Euro gegen den Chiphersteller Qualcomm wegen Verletzung der Wettbewerbsregeln verhängt. Es seien Millardensummen an Apple geflossen, damit der iPhone-Hersteller ausschließlich Qualcomm-LTE-Modem-Chips verbaut. Qualcomm legte Einspruch ein.

Qualcomm habe seine „marktbeherrschende Stellung“ bei einer bestimmten Chipsorte ausgenutzt, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Mittwoch in Brüssel zur Begründung. Das Unternehmen habe den Technologie-Giganten Apple fünf Jahre lang Milliardenbeträge dafür bezahlt, ausschließlich Qualcomm-Chips in seinen Geräten zu verbauen.

Konkurrenten seien dadurch in rechtswidriger Weise mehr als fünf Jahre lang vom Markt für LTE-Basisband-Chipsätze ausgeschlossen worden.

Für Qualcomm ist die Entscheidung der EU-Wettbewerbshüter ein weiterer schwerer Rückschlag. Das Unternehmen sieht sich derzeit mit einem feindlichen Übernahmeversuch des US-Rivalen Broadcom konfrontiert. Zudem liefert sich Qualcomm seit Monaten einen Rechtsstreit mit seinem wichtigen Kunden Apple.

Einspruch eingelegt

Der Chiphersteller widersprach mittlerweile der Entscheidung und kündigte an, das Verfahren vor den EU-Gerichtshof zu bringen. Die Entscheidung der Kommission bezieht sich nicht auf das Lizenzgeschäft von Qualcomm und hat keine Auswirkungen auf den laufenden Betrieb.

"Wir sind zuversichtlich, dass diese Vereinbarung nicht gegen EU-Wettbewerbsregeln verstößt oder den Wettbewerb auf dem Markt oder die europäischen Verbraucher negativ beeinflusst", sagte Don Rosenberg, Executive Vice President und General Counsel von Qualcomm. "Wir haben eine starke Rechtsprechung und werden sofort damit beginnen, an dieser Sache zu arbeiten".