Trotz gescheiterter Qualcomm-Übernahme NXP legt im 2. Quartal zu, aber schwächer als der Wettbewerb

Platz 4: Richard L. Clemmer (NXP)
NXPs CEO Richard L. Clemmer bedauerte die gescheiterte Übernahme durch Qualcomm.

Der niederländische Chip-Hersteller NXP konnte trotz der Marktverunsicherung im Kontext der gescheiterten Übernahme durch Qualcomm im 2. Quartal seines Geschäftsjahres 2018 seinen Umsatz steigern - allerdings weniger als der direkte Wettbewerb.

Immerhin um 4 % konnte NXP im Vergleich zu Q2/2017 seinen Umsatz auf 2,29 Mrd. Dollar steigern. Der Nettogewinn betrug jedoch vergleichsweise bescheidene 66 Mio. Dollar. Der Geschäftsbereich Automotive wuchs umsatzseitig um 7%, Secure Identification Solutions ebenfalls um 7%, Secure Connected Devices sogar um 10%, während der Bereich Secure Interface & Infrastructure (SI&I) einen Rückgang um 9 % zu verzeichnen hatte.

Wie schon in den letzten 4 Quartalen konnte NXP damit jedoch weniger zulegen als die direkte Konkurrenz: Texas Instruments freute sich über 9 % mehr Umsatz und ST Microelectronics sogar um 18 % als im identischen Vorjahresquartal. Infineon präsentiert seine Zahlen erst am 1. August. Dazu kommt, dass ST mit 261 Mio. Dollar Netto-Gewinn und insbesondere TI mit 1,4 Mrd. Dollar Netto-Gewinn deutlich höhere Umsatzrenditen als NXP erwirtschafteten.

Zum Scheitern der Übernahme durch Qualcomm erklärte CEO Rich Clemmer: “Obwohl es bedauerlich ist, dass das aus der Transaktion mit Qualcomm resultierende Halbleiter-Powerhouse nach 21 Monaten guter Arbeit des Teams nicht geschlossen werden konnte, sind wir zuversichtlich für unsere Zukunft als unabhängiger Marktführer und werden uns weiterhin darauf konzentrieren, unsere langfristige Strategie in unseren führenden Märkten für Automobil- und sichere IoT-Lösungen voranzutreiben.”

Clemmer bestätigte ebenfalls die Zahlung des “Exit-fees” in Höhe von 2 Mrd. Dollar durch Qualcomm.

Für das dritte Quartal erwartet NXP einen Umsatz zwischen 2,35 und 2,5 Mrd. Dollar. Der Aktienkurs verlor 5,65 % auf 92,81 Dollar, nachbörslich stürzte er sogar weiter auf 88 Dollar ab.