Jetzt also doch Intel ernennt Robert Swan zum permanenten CEO

Bob Swan hat Intel über die vergangenen Monate als Interims-Chef richtig lieben gelernt und freut sich darauf die Firma durch Umbruchszeiten zu führen. Vier Felder hat er identifiziert, auf denen dringender Handlungsbedarf besteht.
Bob Swan hat Intel über die vergangenen Monate als Interims-Chef geführt und wuerde nunmehr als permananeter CEO ernannt.

Bob Swan, 58, war seit sieben Monaten Interims-CEO und seit 2016 Chief Financial Officer des Chipriesen Intel. Nunmehr wurde er zum permanenten CEO ernannt, was etwas überraschend ist, da er selbst es für sich noch vor kurzem ausgeschlossen hatte.

Swan wurde zeitgleich mit seiner Ernennung auch in den Verwaltungsrat von Intel gewählt. Er selbst hatte erst bei der Vorlage der Quartalszahlen vor einer Woche erneut betont, er wolle den Job nicht permanent übernehmen. Die Aktien von Intel fielen am Donnerstag etwa um 3 Prozent, bevor sich die Verluste auf weniger als 1 Prozent reduzierten.

Todd Underwood, derzeit Vice President of Finance, wird als Interim CFO fungieren, während Intel nach einem neuen festen CFO sucht.

Die Ernennung ist der siebte CEO von Intel seit 50 Jahren. Brian Krzanich trat im Juni als CEO und Vorstandsmitglied nach einer Sex-Affäre mit einer Intel-Mitarbeiterin zurück.

Zur Suche nach einem neuen CEO erklärte Swan damals, "...in der Zwischenzeit haben wir ein wunderbares Managementteam und 107.000 engagierte Mitarbeiter, die sich extrem darauf konzentrieren, für unsere Kunden zu liefern… auf kurze Sicht werden wir einen wunderbaren neuen CEO haben."

Amerikanische Medien berichteten am Donnerstag, dass Intel "auf dem Weg" gewesen sei, einen anderen Kandidaten als CEO zu benennen, dieser aber letztendlich durchgefallen sei. Swan hätte nie gedacht, dass er im Rennen wäre und bekam nach dem Ergebnisbericht des Unternehmens letzte Woche die Festanstellung angeboten, nachdem man dem anderen Kandidaten abgesagt habe.

Analysten und Medien spekulierten frühzeitig über mehrere externe Kandidaten, darunter zwei weibliche Führungskräfte, die Intel erst kürzlich verlassen hatten: die ehemalige Leiterin der Rechenzentrumsgruppe Diane Bryant und die ehemalige Präsidentin Renee James. Bryants Nachfolger, Executive Vice President Navin Shenoy, galt ebenso als Kandidat wie Lisa Su, CEO des Intel-Rivalen AMD, und Sanjay Jha, der Anfang des Jahres als CEO des Chipherstellers GlobalFoundries zurücktrat.

Die New York Times berichtete, dass der Intel-Produktmanager Venkata Renduchintala in Betracht gezogen wurde ebenso wie Apples Senior Vice President für Hardware-Technologien, Johny Srouji.

"Das Suchkomitee führte eine umfassende Bewertung einer Vielzahl von internen und externen Kandidaten durch, um den richtigen Leader an diesem kritischen Punkt in der Entwicklung von Intel zu identifizieren. Wir haben viele herausragende Führungskräfte berücksichtigt und sind zu dem Schluss gekommen, dass die beste Wahl Bob ist", sagte der Aussichtsratsvorsitzende Andy Bryant in einer Erklärung. "Wichtig für die Entscheidung des Boards war die hervorragende Arbeit, die Bob in den letzten sieben Monaten als Interim CEO geleistet hat, was sich in Intels hervorragenden Ergebnissen im Jahr 2018 widerspiegelt." Tatsächlich wurden im 4. Quartal die Erwartungen an den Gewinn übertroffen, während die Umsatzerwartungen nicht erfüllt wurden.

Unter Krzanich, der im Mai 2013 von Paul Otellini übernommen hatte, schrumpfte Intel den Anteil seines Umsatzes mit PC-Produkten um 12 Prozentpunkte. Gleichzeitig wurde der Umsatz mit Rechenzentrumsprodukten um 11 Prozentpunkte erhöht.

Intel kaufte Unternehmen mit dem Ziel der Diversifizierung, darunter das Chip-Unternehmen für künstliche Intelligenz Nervana, den FPGA-Hersteller Altera und das Auto-Chip-Unternehmen Mobileye. In Krzanichs Ära evaluierte Intel auch Wearables mit Hilfe von Übernahmen wie dem Fitnessuhrenhersteller Basis Science, wandte sich aber schließlich von Wearables ab und schloss seine New-Devices-Gruppe letztendlich ganz.

Swan sagte am Donnerstag in einer E-Mail an die Mitarbeiter, dass sich das Unternehmen weiter "von einem PC-zu einem datenzentrierten Unternehmen" entwickeln wird.