Interaktive, multimediale Trainingsumgebung für zuhause Reha-Übung am PC

Unfall oder Operation ziehen meist einen »Reha«-Aufenthalt nach sich, doch auch zuhause muss der Patient noch weiter üben. Ein neu vorgestelltes System leitet ihn dabei an und analysiert den Erfolg

Egal ob bei altersbedingten Einschränkungen des Bewegungsapparates oder nach einem Unfall, Rehabilitationsübungen sind meist langwierig. Damit ein nachhaltiger Therapieerfolg gewährleistet ist, müssen die Patienten ihre Übungen auch nach einem Aufenthalt in der Klinik oder im Rehabilitations-zentrum fortsetzen. Doch gerade im eigenen Zuhause fällt es den meisten Patienten schwer, sich zu motivieren.

Auch die medizinisch korrekte Ausführung von Übungen lässt sich ohne die Unterstützung durch einen Therapeuten nur schlecht sicherstellen. Auf dem »AAL-Kongress 2011« in Berlin zeigten Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts FIRST jetzt eine kostengünstige, interaktive, multimediale »Reha@home«-Trainingsumgebung, die den Patienten bei der korrekten Ausführung der Bewegungen unterstützt. Gemeinsam mit Therapeuten und Patienten wurde das Programm in einem Feldtest im Rehazentrum Lübben erfolgreich getestet.

Das System besteht aus einem Bildschirm, einer Kamera und einem Brustgurt zur Erfassung von Vitaldaten während der Übungsausführung. Auf dem Bildschirm wird dem Patienten eine Rehabilitationsübung vorgeführt, beispielsweise das Drehen des Oberkörpers. Dann ist der Patient an der Reihe, die Kamera zeichnet seine Bewegungen auf und überträgt sie an einen Computer. Anschließend analysiert eine Software die Daten, gleicht sie mit der therapeutisch vorgegebenen Ideal-bewegung ab und gibt eine Live-Bewertung mit Hilfe eines leicht verständlichen Ampelsystems an (Rot = schlecht, Gelb = mittel, Grün = gut).

Diese in Echtzeit ausgeführte Videoanalyse ermöglicht ein direktes visuelles Feedback an den Patienten, so kann er seine Bewegung auf dem Bildschirm nachverfolgen und gegebenenfalls korrigieren. Bei Bedarf kann die Übungskontrolle auch durch einen Arzt oder Physiotherapeuten per Live-Videokonferenz erfolgen. Fraunhofer FIRST hat darüber hinaus im Projekt »SmartSenior« ein Testbed zur korrekten Übertragung von Vitaldaten gemäß ISO 11073 entwickelt. Beide Projekte werden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.