Call for Papers HMI-XperiCon - UI/UX-Erlebnislabor

Die HMI-XperiCon bietet ein RapidPrototyping-Labor zur Entwicklung der Mensch-Maschine-Schnittstelle für geeignete Abstraktion der aufkommenden Schnittstellen- und Datenvielfalt. Technologien sollen sowohl im Kurzvortrag spezifiziert als auch am Demonstrator im Erlebnisraum erfahren werden.

 

Ein wesentliches Thema der Elektronikevolution stellt die steigende Integrationsdichte: Zum einen, da unter konvergierender Miniaturisierung, Technologiesprünge zunehmend vielkomponentig erfolgen müssen. Den anderen Treiber stellt der Internet-der-Dinge-Gedanke, der in der Vernetzung autonomer Sensorknoten, komplexen logistischen, ökonomischen und humanistischen Fragestellungen, einen Mehrwert abringen will.

Da sich solche Fragestellungen fernab einer mathematisch rigorosen Berechenbarkeit bewegen, sind sie vorwiegend am Anwendungsfall zu verifizieren. Weil solche Anwendungsfälle mit der steigenden Integrationsdichte auf vielen Verbindungen unterschiedlicher Spezies fußen, wird deren sinnvolle Abstraktion zum HMI-Thema:  

  • Hardware-Entwickler stehen im Labor zwangsläufig vor der Frage eine Vielzahl von Mischsignalen sinnvoll zu bearbeiten und zu interpretieren.
  • Verteilte Gerätevielfalten, sollen unabhängig von ihrer individuellen Konnektivität, in skalierbarer Art und Weise für den Anwender dirigierbar sein.
  • Mit der Renaissance der künstlichen Intelligenz, stellt das HMI die Schlüsseltechnologie zum Übergang von der gewöhnlichen Automatisierung zur Autonomie.

Applikationsübergreifend stellt sich zunehmend die Frage nach der Ausformulierung dieser komplexen Fragestellungen in jener reduzierten Sprache, die in der Schnittstellenvielfalt längerfristige Handlungsfähigkeit gewährleistet. Ein zeitgemäßer HMI-Entwurf reicht daher weit über die klassische Idee, des benutzerfreundlichen effektiven Arbeitsgeräts, hinaus: Er beinhaltet vielmehr die Entwicklung einer geeigneten Sprache zur Mensch-Maschine-Interaktion im Kontext von Schnittstellenvielfalt und Autonomie.

Am Ende des Tages hilft jedoch die beste Sprache nichts, wenn das Mikrofon klemmt: Die Hardware muss ebenso darauf abgeglichen werden. Für das klassische Display-HMI der Automatisierungstechnik stehen die Weichen derzeit auf immer höherer Auflösung und Verwendbarkeit unter schwierigen Umweltbedingungen. In der Medizintechnik appliziert dies zweifelsohne einen Wachstumstrend.

Andererseits bergen Displays erhebliche Mobilitätseinbußen im Arbeitsablauf, die gerade mit dem Siegeszug mobiler vernetzter Technologien, immer fragwürdiger werden: Im Verbrauchersegment nimmt die Tastatureingabe bei vielen Nutzern gegenüber der Spracheingabe längst eine untergeordnete Rolle ein. Mobile MEMS-Projektoren zeigen auf, wohin die Reise für die HMI-Hardware im Verbrauchersegment gehen kann. Aber auch Industrieanwendungen wie Medizintechnik kennen mittlerweile handfeste Applikationsbeispiele, zumindest für VR-Technologien.