Embedded Motherboards Digital Signage im Bus

Informations- und Werbemonitore in Bussen erfreuen sich wachsender Beliebtheit - im slowenischen Laibach läuft ein mobiles Digital-Signage-Netzwerk mit über 450 Displays in 128 Bussen. Herzstück der Systeme ist ein kundenspezifisch zugeschnittener Box-PC, dessen Embedded-Motherboard auf AMD-Basis die nötige Grafikleistung, Langzeitverfügbarkeit und Robustheit bietet.

Digital Signage boomt. Kein Wunder, denn die digitale Außenwerbung erreicht ihre Adressaten dort, wo deren Bereitschaft, Werbung zu konsumieren, am höchsten ist - bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, zur Überbrückung von Wartezeiten an Flughäfen und Bahnhöfen oder einfach beim sonntäglichen Stadtbummel.

Besonders attraktiv ist die hohe Dynamik, welche die Technik deutlich von statischer Plakatwerbung unterscheidet. So sind die Inhalte jederzeit flexibel austauschbar, zudem erzeugen Bewegtbilder und wechselnde Inhalte eine hohe Aufmerksamkeit.

Insbesondere in Bussen ist es leicht, eine große und breit gestreute Zahl potenzieller Kunden mit besonders differenzierter demografischer Struktur auf mehrere Arten zu erreichen.

So ist es zum einen möglich, Fahrgästen regionale Inhalte in Abhängigkeit von der jeweiligen Busroute zu präsentieren. Zum anderen lassen sich spezielle Aktionen auch uhrzeitbedingt anstoßen, beispielsweise in den Morgen- und Abendstunden speziell solche Anzeigen schalten, die vor allem für Berufspendler relevant sind.

Wer eine besonders breite Streuung wünscht, kann eine Anzeige flottenübergreifend in allen Bussen zeitgleich präsentieren und so sicherstellen, dass möglichst viele Fahrgäste eine bestimmte Werbeaktion zu Gesicht bekommen.

Wie gut dieses Konzept funktioniert, beweisen innovative Applikationen, die sich bereits erfolgreich im täglichen Einsatz bewährt haben. Ein Beispiel ist das »Ljubljana City Public Transport Network«, das größte öffentliche Digital-Signage-Netzwerk in Slowenien.

Hier erreichen 454 Displays in 128 Bussen mehr als 186 000 Passagiere, die durchschnittliche 16 Mal im Monat einen Bus benutzen.

Interaktion mit den Fahrgästen per SMS

Neben den bereits angesprochenen zeit- oder fahrtroutenabhängigen Werbeaktionen ist auch die Interaktion mit den Fahrgästen möglich, indem die Systeme eine SMS-Kurzwahlnummer anzeigen, die Fahrgäste anwählen können, um dann einen Link zu einem mobilen Portal zu erhalten. Auf dem mobilen Portal können interessierte Kunden beispielsweise weiterführende Informationen abrufen, Newsletter abbonieren, an Gewinnspielen teilnehmen oder Gutscheincoupons abrufen. Weitere Services sind in Entwicklung.

Komfortable Fernverwaltung

Die Aktualisierung der auf den einzelnen Displays präsentierten Inhalte erfolgt drahtlos über eine Fernverbindung. Neben dem schnellen und unkomplizierten Austausch der Informationen von einer zentralen Stelle liegen weitere Vorteile auch in der verbesserten Verfügbarkeit. Denn über die Fernverbindung werden zugleich auch Diagnoseinformationen, beispielsweise über die Betriebszustände bestimmter Hardwarekomponenten übertragen, was eine präventive Systemwartung ermöglicht und so Ausfallzeiten vermeidet.

Maßgeschneiderte Hardware

Entwickelt und realisiert hat das so genannte »GEM Public Multimedia«-Netzwerk der slowenische Digital-Signage-Spezialist GEM Interactive Slovenija.

Robuste Industrie-PCs bilden die technische Grundlage des Systems und übernehmen als dezentrale Komponenten die Bereitstellung der multimedialen Inhalte in den einzelnen Bussen.

Neben der Ansteuerung einer skalierbaren Anzahl von Displays stellen diese Box-PCs auch die drahtlose Verbindung für die Aktualisierung der Inhalte und zur Ferndiagnose der Hardwarekomponenten bereit.

An diese Kernkomponente des Systems stellte GEM Interactive hohe Anforderungen:

 

  • Ein besonders leistungsfähiger Grafikchipsatz, um auch großflächige Animationen flüssig darstellen zu können,
  • robuste Auslegung der gesamten Hardware, um den unvermeidbaren Stößen und Vibrationen im Nahverkehrsalltag dauerhaft standzuhalten,
  • integrierter Hardware-Watchdog für die Fernüberwachung und Diagnose,
  • E-Mark-Zertifizierung aller Hardwarekomponenten für den Einsatz in Nahverkehrsmitteln,
  • Langzeitverfügbarkeit der gesamten Hardwareplattform, um eine langfristige Designsicherheit zu gewährleisten, sowie
  • verschiedene Wünsche hinsichtlich der Schnittstellenausstattung.

Die weiteren Anforderungen in Hinblick auf die Schnittstellenausstattung umfassten einen DVI-Ausgang, dessen Signale mittels eines Cat.5-Extenders über kostengünstige Kabel mit RJ45-Steckern an verschiedene Displays verteilt werden sollten.

Für die Spannungsversorgung des Extenders sollte der Box-PC zudem einen Netzteilanschluss mit 5-V-/12-V-Ausgang bereitstellen.

Die drahtlose Anbindung sollte das System über eine HSDPA-Datenkarte realisieren.

Da Standardlösungen von der Stange ein solches Anforderungsspektrum nicht erfüllen können, suchte GEM Interactive nach einem Experten für maßgeschneiderte Box-PCs.

Den Zuschlag erhielt der lokale Distributor Tipteh, da dieser nicht nur den individuellen Zuschnitt des Box-PCs auf die gegebenen Anforderungen ermöglichte, sondern zudem alle Vorteile eines lokalen Ansprechpartners bietet, wie die lokale Lagerhaltung für eine schnelle und kosteneffiziente Ersatzteilversorgung.

Die Hardwaregrundlage des maßgeschneiderten Box-PCs bildet das kompakte Embedded-Motherboard »KT690/mITX« von Kontron.

Mit einem AMD »Mobile Sempron«-Prozessor von AMD und zugehörigem Embedded-Chipsatz erfüllt dieses Board nicht nur die Kundenanforderungen hinsichtlich Rechenleistung, Grafikleistung und Schnittstellenausstattung, sondern bietet als vollwertige Embedded-Komponente auch die geforderte hohe Langzeitverfügbarkeit von mindestens fünf Jahren.

Ein weiterer Vorteil ist die Robustheit des industriellen Designs. So gewährleistet das Embedded-Motherboard beispielsweise dank seines besonders schock- und vibrationsresistenten Prozessorsockels und seines Betriebstemperaturbereichs von 0 °C bis +60 °C auch in fordernden Umgebungsbedingungen eine hohe Zuverlässigkeit und ist damit gut für den rauen Einsatzalltag in Bussen vorbereitet.

Über den Autor:

Jens Wedenborg ist Sales Partner Manager bei Kontron.