Statement von Andreas Lapp »Weicher Euro und fehlende Investitionen sind gefährlich«

Für Unternehmer Andreas Lapp stellt der weiche Euro ein erhebliches Risiko für die deutsche Wirtschaft dar.
Für Unternehmer Andreas Lapp stellt der weiche Euro ein erhebliches Risiko für die deutsche Wirtschaft dar.

Für 2015 geht die Bundesregierung von einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent aus. Und Finanzminister Wolfgang Schäuble plant für 2015 erstmals seit 1969 mit der »schwarzen Null«. Für Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Gruppe, sind diese Zahlen nur schöner Schein.

»Diese positiven Zahlen kommen vor allem durch den gestiegenen Konsum und die niedrigen Zinsen zustande«, ist sich Andreas Lapp sicher. »Der Konsum wird vor allem dadurch befeuert, dass die Menschen durch die niedrige Teuerungsrate mehr Geld in der Tasche haben, und dass sich Sparen wegen der niedrigen Zinsen nicht lohnt! Das heißt, wir verheizen die Altersvorsorge jüngerer Generationen für kurzfristiges Wachstum. Das sind die Ergebnisse der verfehlten Politik der EZB. Die EZB hat sich in eine Sackgasse manövriert, Initiativen für nachhaltiges Wachstum hat es nicht gegeben.«

Vor allem durch den weichen Euro und fehlende Investitionen in den Standort Deutschland würde die Wirtschafts- und Innovationskraft Deutschlands langfristig immer mehr geschwächt. Und die Risiken für den Wirtschaftsstandort Deutschland würden wachsen.

Im vergangenen Jahr hat der Euro gegenüber dem Dollar über 10 Prozent verloren. Da international meist mit Dollar bezahlt wird, werden europäische Waren billiger. Das stärkt den Export. »Das sind nur kurzfristige Effekte. Darauf darf sich Deutschland nicht ausruhen. Unsere Konkurrenzfähigkeit ist in Gefahr, denn viele Unternehmen jubeln über ihre guten Exportzahlen und verspüren nicht mehr den Druck mit mehr Innovationen und Effizienz ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Hier lauert die Gefahr, dass wir faul werden«, warnt Andreas Lapp. Auch würden Erfahrungen aus der Geschichte zeigen, dass solche Abwertungswettläufe der Weltwirtschaft noch nie gut getan hätten.

Auch »Rente mit 63« und Mindestlohn bremsen

Auch durch die sozialen Wohltaten (Rente mit 63, Mindestlohn) würde das Wachstum der Wirtschaft gebremst. Aufgrund des demografischen Wandels und unzureichender Zuwanderungspolitik würden immer mehr Fachkräfte fehlen. Insbesondere der Nachwuchsmangel im MINT-Bereich wirke sich schon heute als Wachstumsbremse aus. Schon heute fehlten in diesem Bereich 120.000 Fachkräfte.

Um Deutschland langfristig wettbewerbsfähig zu erhalten, müsse jetzt gezielt in Infrastruktur, Forschung und Bildung investiert werden. Andreas Lapp: »Tatsächlich vergammeln unsere Schulen und die Hörsäle der Universitäten sind überfüllt. Schienen, Brücken und Straßen sind so marode, dass an manchen Strecken der Verkehr eingeschränkt werden muss.« Auch der fehlende Ausbau der Energienetze und die halbherzige Umsetzung der Energiewende sowie mangelhafte Internet- Breitbandverkabelung seien weitere Faktoren, die den Wirtschaftsstandort Deutschland schwächen.

»Wir lehnen uns alle zurück, weil Deutschland vordergründig gut dasteht und die Leute durch den gesunkenen Ölpreis und niedrige Inflation mehr Geld in den Taschen haben. Aber das ist falsch. Wir müssen uns jetzt krisenfest machen und in die Zukunft investieren, sonst droht der Kollaps«, appelliert Andreas Lapp.