Safety Sichererer Not-Halt

Bild 1: Geht beim selbstüberwachenden Not-Aus-Taster die Verbindung zwischen Pilzknopf und Kontaktgeber verloren, so löst er das Signal zum Anhalten der Anlage aus.

Tritt an einer Maschine eine Fehlfunktion auf oder gerät sie durch Fehlbedienung außer Kontrolle, soll ein Not-Halt möglichen Schaden für Mensch und Maschine abwenden. Neue Funktionen machen herkömmliche Not-Halt-Tasten noch sicherer.

Produktionsanlagen sind mittlerweile oft sehr komplex und umfangreich. Auch laufen diese heutzutage nicht mehr als Komplettsystem, sondern gliedern sich in einzelne Bereiche. Dieser modulare Aufbau hat den Vorteil, dass sich Anlagen schneller an Änderungen bei der Produktion anpassen lassen und im Ganzen ausfallsicherer sind. Aber es gibt noch andere Vorteile. Unter anderem lassen sich damit die einzelnen Bereiche jeweils durch ein Not-Halt-Gerät einzeln absichern. Gibt es einen Fehler in der Produktion oder besteht Gefahr für eine Person, wird durch Betätigen der jeweiligen Not-Halt-Taste der entsprechende Teil der Anlage in einen sicheren Zustand gebracht, wobei der Rest des Systems weiterhin in Betrieb bleibt. Beim Einsatz von Not-Halt-Geräten sollte allerdings immer beachtet werden, dass die Not-Halt-Funktion eine ergänzende Schutzmaßnahme ist und nicht als Ersatz für Schutzmaßnahmen oder Sicherheitsfunktionen angewendet werden darf.

Ein Not-Halt Gerät besteht – einfach dargestellt – aus einem roten Taster, dem sogenannten Pilzknopf, und einem Kontaktgeber, der mit der elektrischen Steuerung der Anlage verbunden ist. Wird der Pilzknopf in einer Notsituation betätigt, öffnet dies die Kontaktbrücke im Kontaktgeber. Die elektrische Steuerung erkennt das Öffnen als Not-Halt-Signal und fährt die Anlage sofort in den sicheren Zustand. Durch das Betätigen wird der Pilzknopf zusätzlich verriegelt und lässt sich, je nach Ausführung, durch Drehen, einen Schlüssel oder Ziehen entriegeln. Dadurch wird sichergestellt, dass die Anlage solange im sicheren Zustand verbleibt, bis der Schaden oder die Gefahr beseitigt wurde.

Not-Halt-Geräte sind ein wichtiger Sicherheitsaspekt für Mensch und Maschine. Daher ist der korrekte Gebrauch und die Funktion durch verschiedene Maßnahmen sicherzustellen: Um das versehentliche Auslösen eines Not-Halt durch Unachtsamkeit zu verhindern, muss zuerst ein gewisser Druckwiderstand überwunden werden, bevor dieser komplett durchgedrückt werden kann und einrastet. Zusätzlich lässt sich der Zustand eines Not-Halt über eine Schaltstellungsanzeige erkennen.

Will man das Abschalten von Anlagen oder Maschinen durch Not-Halt-Geräte zuverlässiger machen, kann man durch einen zweiten Öffnerkontakt ein redundantes System erzeugen. Das Signal zum Anhalten erfolgt auch dann, wenn einer der beiden Kontakte wegen eines elektrischen Fehlers (zum Beispiel Leitungsunterbrechung oder Kurzschluss) den neuen Zustand nicht signalisieren kann. Aber diese Sicherheitsmaßnahme versagt, wenn das Not-Halt-Gerät unsachgemäß montiert oder beschädigt wurde und der Pilzknopf nicht richtig mit dem Kontaktgeber verbunden ist. Das Betätigen der Not-Halt-Taste hat dann keine Auswirkung mehr auf den Kontaktgeber und bleibt wirkungslos.

Um auch diese Sicherheitslücke zu schließen, gibt es selbstüberwachende Not-Halt-Geräte (Bild 1). Die Selbstüberwachung erfolgt über einen zusätzlichen Schließerkontakt. Ist der Pilztaster korrekt mit dem Kontaktgeber verbunden, so ist auch die Verbindung zur elektrischen Steuerung vorhanden. Geht diese Verbindung zwischen Pilzknopf und Kontaktgeber jedoch verloren, verhält sich das Not-Halt-Gerät ähnlich einem Betätigen der Not-Halt-Taste und löst das Signal zum Anhalten der Anlage aus. Selbstüberwachung bedeutet daher: Sind Pilzknopf und Kontaktgeber nicht korrekt miteinander montiert, lässt sich das System nicht in Betrieb nehmen oder schaltet ab, wenn beide im laufenden Betrieb zum Beispiel durch Abschlagen getrennt werden.