Hutschienen-Adapter Montageprofi mit Hut

Hutschiene, DIN-Schiene, Tragschiene, TS 35 – viele Namen, hinter denen ein und dieselbe Komponente steckt. Ursprünglich in den 1920er Jahre für Anreihklemmen entwickelt, ist die Hutschiene heute eine universelle Montageart für verschiedenste Anwendungen. Und immer wieder gibt es neue Produktideen.

Kaum eine andere technische Komponente hat sich seit mehreren Jahrzehnten so weit verbreitet wie die Hutschiene. Ihre Anfänge liegen in den späten 1920er Jahren, als aus einer Zusammenarbeit zwischen Phoenix Contact und RWE erste Patente für anreihbare Klemmen zur Montage auf einer Tragschiene beantragt wurden. Damit war es möglich, platzsparend Verbindungen herzustellen. Bis zu jenem Zeitpunkt wurden bei der Verdrahtung von Anlagen die notwendigen Verbindungen von Leitungen umständlich auf einer Tafel mit Schrauben und Bolzen umgesetzt. Als Isolator für die Klemmen wurde damals Keramik eingesetzt. Mit der Tragschiene begann nicht nur der Siegeszug der Reihenklemmen, sondern auch der Tragschiene selbst.

Um einen einheitlichen Standard zu schaffen, wurden die Anforderungen und Abmessungen anfangs in den Normen DIN EN 50022 bis DIN EN 50024 sowie DIN EN 50035 und DIN EN 50045 festgelegt. Deswegen ist sie auch oft unter dem Namen DIN-Schiene bekannt, und im angelsächsischen Sprachraum hat sich dieser Begriff DIN Rail durchgesetzt. Später wurden die genannten Normen dann von der DIN EN 60715 abgelöst und alle Inhalte in dieser zusammengefasst.

Im Laufe der Zeit erschienen für diese Tragschienen verschiedene Profile, beispielsweise das C-, G- und das Hut-Profil. Mittlerweile hat sich die Tragschiene mit Hutprofil in vielen Bereichen durchgesetzt, wo auch der umgangssprachliche Begriff Hutschiene herrührt. Gerade hier haben sich zwei Varianten (nach der alten DIN EN 50022) besonders etabliert: solche mit den Abmessungen 35 mm × 7,5 mm und 35 mm × 15 mm. Daher findet sich dafür auch die Bezeichnung TS 35.

Vielseitigkeit macht beliebt

Anfangs noch als Möglichkeit beziehungsweise Hilfe bei der Verdrahtung von Schaltschränken und ähnlichem erfunden hat sich der Anwendungsbereich der Hutschiene seitdem exponentiell vergrößert. So finden sich Hutschienen in den unterschiedlichsten Bereichen wieder: Automatisierung, Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Gebäudeautomatisierung und Schaltschrankbau, um nur einige zu nennen. Schließlich sind auch in den meisten Stromverteilungskästen im eigenen Heim Module und Klemmen auf Hutschienen befestigt.

Parallel zur Verbreitung der Hutschie-ne sind auch immer mehr Anbieter auf diesen Zug aufgesprungen und bieten eine nahezu unbegrenzte Vielfalt an Modulen zur Hutschienenbefestigung an. So gibt es fast keine Funktion mehr, die nicht auch als Modul in einer Hutschienenvariante zu finden ist. Neben den bekannten Reihenklemmen für die Verdrahtung im Schaltschrank gibt es komplette Computer, Zeitschaltuhren, Bus-Konverter, Lichtsteuerungen zur Heim-Automatisierung, SPS-Steuerungen in der Fabrikautomatisierung, Netzwerk-Switches, Netzteile in den unterschiedlichsten Ausgestaltungen, IoT-Gateways für Industrie 4.0, Smart Meter, WLAN- und LTE-Funkmodule, Steuerungen für Solaranlagen und Sicherungsautomaten. Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen.

Selbstverständlich bieten auch sehr viele Gehäusehersteller ihre Produkte für die Montage auf eine Hutschiene an. Dadurch lassen sich eigenen Anwendung in bestehende Hutschienen-Anwendungen leichter integrieren. Dabei kann der Kunde aus vielen möglichen Gehäusematerialien wählen. Auch Gehäuse mit IP-Schutzart sind erhältlich.

Nicht ohne Grund hat sich die Hutschiene dermaßen weit verbreitet, bietet sie doch einige Vorteile. Um diese zu montieren, sind abhängig von der Länge lediglich wenige Befestigungsbohrungen nötig, an die die Tragschiene dann geschraubt wird. Damit lässt sie sich nahezu überall montieren und einsetzen, zumal sie sich auf die jeweilige Einbausituation anpassen und auf das richtige Maß kürzen lässt.

Größter Pluspunkt ist ohne Frage die breite Etablierung am Markt. Durch die normierten Abmessungen brauchen sich Verbraucher und Anwender um Inkompatibilitäten keine Sorgen machen. Hutschienen und Module passen – gleiche Norm vorausgesetzt – immer zusammen. Dabei ist sie trotz ihrer Kompaktheit recht stabil, sodass auch Module mit mehreren Kilogramm montiert werden können. Um den Aufbau beispielsweise im 19-Zoll-Schrank sauber und übersichtlich gestalten zu können, gibt es am Markt eine große Auswahl an Kabelkanälen und -führungen sowie weiterem Zubehör.

Ein Aspekt, der im Zeitalter der Performance-Steigerung und Miniaturisierung immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Entwärmung. Gerade im Bereich der Hutschienenrechner, aber auch bei Hutschie-nen-Netzteilen und weiterer Elektronik, entsteht immer mehr Abwärme, die am Installationsort abzuführen ist. In vielen Fällen werden Steuerungen direkt an der Applikation (z.  B. der Maschine) installiert, wo für eine gute Konvektion und damit auch eine gute Entwärmung gesorgt ist.
Für Hutschienen-Installationen mit begrenztem und unbelüftetem Einbauraum kann man beispielsweise im 19-Zoll-Schrank auf Lüfterzeilen zurückgreifen. Es gibt aber auch erste Ansätze, in denen alle elektronischen Komponenten die eine Luftkühlung benötigen, in einem Schrank in einem geschlossenen umlaufenden Luftkühlkreislauf integriert sind. Dabei kühlt ein Peltierelement den Luftstrom. Dieser Ansatz eignet sich umgekehrt auch zum Heizen der Komponenten, wenn die Umgebungstemperatur sehr niedrig ist.