Hutschienen-Adapter Montageprofi mit Hut

Idee aus dem Möbelhaus

Um neue Produkte für den Hutschienenmarkt zu entwickeln, haben diese meist einen langwierigen Entstehungsprozess hinter sich. Angefangen von der Produktidee an sich, die beispielsweise in einem Workshop entstanden ist, sind wichtige Themen wie Marktanalyse, das Ermitteln des erforderlichen Budgets (mit entsprechender Freigabe), das Erstellen von Lasten- beziehungsweise Pflichtenheft, aber auch das Aufstellen eines entsprechenden Geschäftsmodells abzuarbeiten. Ist das erfolgreich erledigt, kann erst die Produktentwicklung starten. Manchmal sind es aber auch glückliche Zufälle oder die Kreativität der Kunden, welche diesen Prozess deutlich verkürzen und so zu tollen Produktideen führen, wie die folgende Anekdote zeigt.

Ein langjähriger Kunde von Heitec suchte verzweifelt nach einer Möglichkeit, Hutschienenmodule, die seine Endanwendung benötigte, in den bereits vorhandenen 19-Zoll-Baugruppenträger zu integrieren. Weder im 19-Zoll-Markt noch im Markt für Hutschienen-Anwendungen war etwas Passendes zu finden. Einige Zeit später kaufte der Kunde ein Regal bei einem schwedischen Möbelhaus für die eigenen vier Wände. Beim Aufbau des Regals stieß er zufällig auf die im Paket enthaltenen Befestigungswinkel. Diese sind normalerweise dazu gedacht, das Regal an der Wand zu fixieren. Hier entstand die Idee, diese als Halterung für eine Hutschiene im Baugruppenträger zu verwenden.

Um die Idee zu testen, verzichtete er kurzerhand darauf, sein Regal an der Wand zu fixieren, und baute einen ersten Prototyp auf. Je ein Winkel wurde an die linke und rechte Seitenwand des Baugruppenträgers geschraubt. Zwischen diesen beiden Winkeln ließ sich nun problemlos eine Standardhutschiene im Baugruppenträger montieren.

Damit konnte der Kunde nun endlich die benötigten Hutschienenmodule direkt in den Baugruppenträger integrieren. Um weitere Winkel zu bekommen, war aus Kostengründen an einen Kauf weiterer Regale nicht zu denken. Leider erschien auch die Option, beim Möbelhaus die Winkel als fehlende Teile aus dem Lieferumfang des gekauften Regals zu reklamieren, nur für einstellige Stückzahlen umsetzbar. Bei der Suche nach einer Alternative stieß er im Baumarkt auf Montagewinkel, wie sie verwendet werden, um Regale aufzubauen und zwei Teile rechtwinklig zu fixieren. Damit hatte er für sich eine vermeintlich serientaugliche Lösung geschaffen.

Während eines Treffens mit der Firma Heitec berichtete er stolz von seiner Lösung. Im weiteren Gespräch kam allerdings auch zutage, dass bei beiden Varianten wichtige Punkte wie Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit, aber auch die EMV-gerechte Anbindung der Hutschiene an das Gehäuse nicht bedacht waren. Da Heitec bis dato ebenfalls keine passende Lösung im Portfolio hatte, entwickelte das Unternehmen kurzerhand gleich zwei Varianten, um Hutschienenmodule in den eigenen Standard-Baugruppenträger integrieren zu können.

So kann der Anwender mit der Befestigung für die Hutschiene HeiPac in der Variante 1 neben existierenden Einschubkarten im Baugruppenträger mithilfe von Spezialadaptern eine benötigte Hutschiene (Länge von 100 mm bis 400 mm) montieren (Bild 1). Für größtmögliche Variabilität ist diese Lösung auch rückseitig verwendbar. Die Variante 2 dagegen nutzt die gesamte Breite des Baugruppenträgers aus. Abhängig vom Grundbaugruppenträger lässt sich der Hutschienenhalter in der Tiefe nahezu beliebig variieren, sodass sich auch sehr tiefe Hutschienenmodule integrieren lassen.

Zwischenzeitlich hat Heitec mit dem HeiPac DIN Rail ECO eine dritte und eigenständige Möglichkeit geschaffen. Diese Variante lässt sich direkt in einen 19-Zoll-Schrank einbauen, benötigt einen Einbauraum von 3 HE, ist 150 mm tief und sowohl verzinkt als auch pulverbeschichtet (RAL7035) erhältlich.