Gehäuse von Phoenix Contact Industrie 4.0 variabel verpacken

Die Anforderungen an zukunftsorientierte Automatisierungsgeräte sind vielfältig. Gerätehersteller suchen daher hoch flexible und multifunktionale Gehäusesysteme. Konventionelle Gehäusekonzepte können diese Anforderungen oft nicht erfüllen – modulare schon eher.

Erst der Einbau der bestückten Leiterplatte in einem Leergehäuse macht eine elektronische Schaltung zum Gerät. Neben dem Schutz der Elektronik und der einfachen Befestigung auf der Tragschiene spielt die Anschlusstechnik eine wichtige Rolle. Konventionelle Gehäusekonzepte bieten dem Gerätehersteller oft nur Anschlussmöglichkeiten, die Printklemmen und Grundleisten mit Steckeranschluss vorsehen. Um der Elektronik im Gerät weitere Anschlussmöglichkeiten zu erschließen, sind Ausbrüche und Ausfräsungen im Gehäuse nötig, um Signal- und Kommunikationsanschlüsse aufnehmen zu können. Aus Platz- und Geometriegründen bietet sich hier oftmals lediglich die Deckelfläche des Leergehäuses an. Kabel, die über einen Stecker an USB-, D-Sub- und RJ45-Buchsen angeschlossen sind, muss der Installateur dann im Bogen in die hinten liegenden Kabelkanäle führen.

Die Anforderungen an ein Elektronikleergehäuse richten sich auch nach der jeweiligen Applikation – von der Prozess-, Fabrik- und Gebäudeautomatisierung über die Steuerungs- und Regelungstechnik bis hin zu Stromversorgungs- und Safety-Anwendungen. Design und Farbgebung fließen in eine Entscheidung für ein Gehäuse genauso ein wie technische Anforderungen – etwa die einbaubare Leiterplattenfläche und der Funktionsumfang der Anschlusstechnik. Auch Handhabungs- und Montagefreundlichkeit spielen eine Rolle.

Ab Mitte der 1990-er Jahre brachte Phoenix Contact mit der Gehäusegeneration ME ein kompaktes modulares Elektronikgehäuse in Becherform in Baubreiten von 12,5 mm bis 90 mm auf den Markt. Auf dieser Basis stellte das Unternehmen 15 Jahre später das Gehäuse ME-Max vor. Dabei wurde das Gehäuse nicht als Becher, sondern als modulares, seitlich anreihbares System konzipiert, bei dem die Leiterplatte mit der Anschlusstechnik seitlich in die linke Gehäusehälfte eingelegt und mit dem rechten Seitenteil zum Gesamtgehäuse verschlossen wird. Um auch neu entwickelten Schaltungen und Geräten eine zeitgemäße »Verpackung« mit neuem Anschlusskonzept zu bieten, hat Phoenix Contact nun das Industrial-Case-System – kurz ICS – präsentiert.

Neben mehrpoligen kodierbaren Steckeranschlüssen kann die Leiterplatte des ICS-Gehäuses auch mit standardisierten Gehäuseelementen für integrierte Kommunikationsanschlüsse bestückt werden – wie etwa RJ45 und USB für Industrie-4.0-Anwendungen oder D-Sub- und Antennenanschlüsse. Über eine neuartige Einschubtechnik lässt sich die bestückte Leiterplatte einfach und schnell in das Gehäuse einschieben und verrasten.

Ausgehend von gängigen Gehäusebreiten mit 22,5 mm bietet das ICS-Gehäuse mit der neuen Breitenabstufung in der Basisbreite mit 25 mm jetzt genügend Platz, um auch Relais, Elektrolytkondensatoren oder andere hohe Komponenten auf der Leiterplatte anordnen zu können. Die Ausführung mit 20 mm ermöglicht eine höhere Gehäusedichte auf der Tragschiene. In weiteren Varianten sollen im Laufe des Jahres Gehäuse mit den Breiten 15 mm, 40 mm und 50 mm hinzukommen. Die Höhen und Tiefen der Gehäuse orientieren sich im Bereich von 77 mm bis 132 mm am Bauraum im Schaltschrank. Auch die Höhen und Tiefen sollen ausgebaut werden. Das ICS-Gehäuse mit der eingeschobenen Leiterplatte wird mit einem geschlossenen Gehäusedeckel oder mit transparentem Klappdeckel mittels einer wieder lösbaren Verrastung verschlossen (Bild 1).