Tastaturen in Pharmazie und Medizin Hygienisches Tippen

Der Siegeszug der Elektronik in der Medizintechnik bringt die aus der Computerwelt gewohnten Eingabesysteme mit sich. Wie jeder am Arbeitsplatz selbst sehen kann, sind PC-Tastaturen jedoch nicht unbedingt hygienisch zu nennen - eigentlich genau das Gegenteil. Glücklicherweise lassen sich Lösungen aus dem industriellen Bereich einfach adaptieren.

Anforderungen  an die Gestaltung von Komponenten und Bediengeräten unter reinigungstechnischen Gesichtspunkten spielen im modernen Anlagenbau eine immer größer werdende Rolle. Gesetzliche Bestimmungen geben in der Lebensmittelindustrie leicht zu reinigende Anlagen vor, seit zwei Jahren gilt die Maschinenrichtlinie auch für Anlagen in der pharmazeutischen Produktion.

Kosten- und Umweltaspekte, die sich positiv durch eine reinigungsgerechte, konstruktive Gestaltung im »Hygienic Design« beeinflussen lassen, spielen in der chemischen Industrie ebenso eine entscheidende Rolle. Aber auch für den Einsatz im Krankenhaus in sensiblen OP-Räumen sowie in Labor- und Forschungsbereichen sind Systeme gefragt, die hohe Widerstandsfähigkeit gegen Kontamination und sehr gute Reinigungsfähigkeit auch mit Desinfektionsmitteln aufweisen.

Eigens für die hygienische Steuerung und Dateneingabe hat Müller Industrie-Elektronik seine aktuelle Serie »touchM« von Industrie-Tastaturen mit kapazitiver Schalttechnik entwickelt.

Für das Gehäuse kommt das besonders widerstandsfähige Material »HI-MACS« (Acrylstein) von LG Hausys zum Einsatz. Es erfüllt sowohl die Hygienekriterien des LGA-Siegels als auch die Anforderungen der NSF-Normen und bildet eine verschmutzungsresistente und hermetisch dichte Oberfläche, die sich mit aggressiven Desinfektionsmitteln reinigen lässt (Bild 1).

Als OEM-Versionen sind auch Materialien wie Glas, Mineralglas und Echtholz denkbar.

Abgeschirmte Bedienelemente

Die kapazitive »touchM«-Schalttechnik von Müller bildet die Grundlage für die gekapselte Tastaturoberfläche. Sie besteht aus einer Leiterplatte, die über Leiterbahnen mit diversen Sensorelementen und der Auswerteelektronik verbunden ist. Die Anordnung und die Anzahl der Sensoren legt die Position der Tastenfelder fest und bietet somit eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der Eingabemöglichkeiten.

Nach Anschluss der kapazitiven Tastatur an einen Rechner erzeugen die Sensoren ein elektrisches Feld. Ändert der Finger dieses Feld, verändert sich die Kapazität. Diese Veränderung des elektrischen Feldes ist die Grundlage, ein Signal zu erzeugen und auszulösen, das an die Auswerteelektronik gesendet wird. Die kapazitiven Eingabefelder sind anders als herkömmliche Taster weitgehend verschleißfrei.

Die Empfindlichkeit der Tastenfelder lässt sich auf die individuellen Kundenanforderungen anpassen; etwa auf eine gute Bedienbarkeit mit robusten Schutzhandschuhen oder sterilen Gummiüberzügen. Als Option sind Eingabefelder mit taktiler, akustischer oder optischer Rückmeldung realisierbar. Die Tastaturen sind Windows-kompatibel und standardmäßig mit USB-und PS/2-Anschlüssen ausgestattet.

Um den unterschiedlichen Anforderungen für die branchenübergreifenden Einsatzbereiche gerecht zu werden, sind diverse Ausführungen und Einbauvarianten erhältlich: Als Gehäuseversion stehen sowohl eine Pultversion als PC-Volltastatur mit Nummernblock (große Version) als auch eine Notebook-Tastatur (kleine Version) zur Verfügung.

Der Einsatz von Gehäuseversionen ermöglicht eine hohe Flexibilität, da sich die Tastatur mobil über die USB- oder PS/2-Schnittstelle an andere Systeme anschließen lässt. Als Einbauvarianten mit Steckverbindern gibt es eine Frontpaneel-Version für die Integration in 19-Zoll-Racks oder 19-Zoll-Schubladen sowie Modelle für den Schalttafel- und den frontseitigen oder rückwärtigen Einbau. Alle Modelle sind komplett geschlossen, erreichen die Schutzart IP67 und funktionieren in einem Temperaturbereich von -10 °C bis +50 °C.