Metrische Rundsteckverbinder / Harting Eine runde Sache

Verriegelung und Anschlusstechniken

Die Verriegelung von industriell eingesetzten Steckverbindern ist annähernd der wichtigste Faktor einer Schnittstelle. Erst die sichere und robuste Verriegelung schafft die elektrische Verbindung und sichert diese gegen Schock, Vibrationen, Fremdkörper, Flüssigkeiten oder elektromagnetische Beeinflussung. Die Zuverlässigkeit einer Verbindung bedeutet im industriellen Umfeld den Unterschied zwischen reibungsloser, planbarer und kosteneffizienter Produktion oder ungeplanter Stillstandszeiten und unkalkulierbarer Kosten. Schnittstellen für Daten, Signale und Leistung mögen auf den ersten Blick nur wie unbedeutende Kleinteile wirken. Doch letztendlich hängt von der fehlerfreien Funktion dieser Lebensadern eine gesamte Fertigung ab.

Im Bereich der Rundsteckverbinder ist die klassische Verriegelung wie eingangs beschrieben die Schraubverriegelung mittels metrischem Gewinde. Sie schafft eine sehr robuste und IP65/67 geschützte Verbindung. Wermutstropfen dieser Technik ist die Montagezeit und der dafür benötigte Platz von Werkzeugen zur Kontrolle des korrekten Anzugsdrehmomentes.

Doch dafür bietet Harting eine neue Lösung. Die Push-Pull-Technik verriegelt in Sekundenschnelle, ohne Werkzeug und mit einem gut wahrnehmbaren Klicken. Sie spart bis zu 70 % Montagezeit gegenüber bisheriger Schraubverriegelungen ein, ist auch von angelerntem Personal schnell und sicher zu bedienen und bietet gleiche oder sogar höhere Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse. Zum Lösen einfach den Verriegelungsring fassen, ziehen und die Verbindung ist getrennt.

Für die M23 heißt diese schnelle Alternative zur Verschraubung Comfortable-Lock, kurz Com-Lock, und wird mittels einer Viertelumdrehung des Sicherungsrings verriegelt. Das Prinzip erinnert in der Handhabung an einen Bajonettverschluss und ist genauso schnell und einfach zu bedienen. Am Markt ist der Trend zu diesen schnell und einfach zu bedienenden Techniken klar zu erkennen. Montagezeit einzusparen bedeutet für Einrichter eine Kostenersparnis und für das Montagepersonal eine Arbeitserleichterung.

Anschlusstechniken

Mit Anschlusstechnik ist hier nicht die Verbindung von Stecker zur Buchse gemeint, sondern der Anschluss vom Kabel an den Steckverbinder. Auch dieser Übergang ist, gerade bei Daten- und Power-Verbindungen, ein sensibles Thema. Beim Weiterleiten von Daten muss die Schirmung gegen Übersprechen, Rückflussdämpfung und Fremdeinstrahlung geschützt werden, in der Leistungsversorgung spielen Kabeldurchmesser und Temperaturen durch Übergangswiderstände eine wichtige Rolle.

Die gängigen Anschlusstechniken im Bereich der Rundsteckverbinder sind Crimpverbindungen, bei denen der Kupferleiter in einer Metallhülse verpresst wird. Das Ziel ist stets eine elektrisch leitende und gasdichte Verbindung. Die Crimpverbindung gilt als sehr zuverlässige und robuste Verbindung, wenn die Crimpung sachgerecht ausgeführt ist.

Für feldkonfektionierbare Rundsteckverbinder, die beispielsweise erst beim Errichten einer Betriebsstraße an das passend gekürzte Kabel angeschlossen werden, kommen Schneidklemmen zum Einsatz. Harting nutzt im Bereich M12-Steckverbinder dafür die Harax-Schneidklemme. Sie zeichnet sich durch einfache und schnelle Bedienung und einen sicheren Anschluss aus. Diese Verbindung ist resistent gegen Schock, Vibrationen und ebenfalls eine solide und gasdichte Verbindung für Litzen- und Einzeladern. Eine weitere Technik ist die Verschraubung, bei der der Leiter mittels einer Klemme und einer Schraube festgezogen wird.

Auf der Geräteseite werden Buchsen in der Regel über verschiedene Löttechniken verbunden. Hier bietet Harting Lösungen sowohl für Wellen- oder auch für Reflow-Lötanlagen. In den großen M23-Vertretern können Leiter in vorbereitete Hülsen eingelötet werden.

Eine Spezialität bei den Anschlusstechniken stellt das preLink-System von Harting dar (Bild 3), mit dem sich auch die M12-Steckverbinder in D- und X-Codierung zuverlässig und modular anschließen lassen. Das Besondere ist, dass die bisher feste und unlösbare Verbindung von Kabel und Steckverbinder in zwei Einheiten aufgetrennt ist. Die erste Einheit bilden Steckverbinder, Buchsen, Kupplungen und Leiterplattenanschlüsse die über eine identische Aufnahme für den preLink-Abschlussblock verfügen. Dieser Abschlussblock bildet die zweite Einheit. Er kann bis zu acht Litzen- oder Massivleiter aufnehmen, die mit der passenden Zange in nur einem einzigen Arbeitsgang gleichzeitig gekürzt und kontaktiert werden.

Ein so prozesssicher und vor Ort konfektioniertes Kabel passt nun in jedes preLink-Bauteil und lässt sich dort jederzeit einsetzen oder wieder herausnehmen und wechseln. So können Kabel und Steckverbinder unabhängig voneinander getauscht oder nach Belieben getrennt verbaut werden. Dies ist besonders angenehm, wenn man die Verkabelung mit fertig konfektionierten Kabeln durchführen kann. Die Datenkabel mit dem angeschlossenen Abschlussblock passen dabei auch durch engste Räume und lassen sich nach dem Verlegen in Sekunden anschließen. Zudem können verschlissene Kabel an bewegten Geräten unabhängig und schnell vom Steckverbinder gewechselt werden, was die Betriebskosten weiter senkt.