Kabellose M2M-Kommunikation Arzt und Patient drahtlos vernetzen

Das Gesundheitswesen steht vor großen Veränderungen. Das ist zunächst leicht gesagt in einer von Innovationen getriebenen Branche, die konstant mit neuen Technologien aufwartet, welche die Betreuung und Behandlung von Patienten unterstützen. Die Einführung von Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) hat allerdings das Potenzial, die Art und Weise zu revolutionieren, in der wir über vorsorgende Behandlung, ärztliche Überwachung und Genesungserfolge denken.

Bei Vernetzung von Arzt und Patient werden nach Expertenmeinung integrierte Wireless-Module in medizinischen Geräten eine entscheidende Rolle spielen und neue Wege der Behandlung ermöglichen.

Lassen sich beispielsweise Gesundheitsdaten des Patienten, wie etwa Herzfrequenz oder Temperatur, kabellos und in Echtzeit an das ärztliche Fachpersonal übermitteln, hat das viele Vorteile (Bild 1): So muss die betreffende Person ihr Zuhause nicht für einen Check verlassen, was dem Patienten einen deutlich angenehmeren Alltag ermöglicht, der nicht durch zeitaufwändige Arztbesuche unterbrochen wird.

Dabei kann die medizinische Fachkraft eine Betreuung auf gleichem oder gar besserem Niveau bieten und behält einfacher einen Überblick über die Patienten und ihren Gesundheitszustand. Hinzu kommt, dass sich mithilfe solcher Systeme, die über integrierte, eingebettete Mobilkomponenten verfügen, die Patientendaten schneller austauschen lassen.

Diese nahtlose und sichere Übertragung von Informationen von einem Arzt zum Krankenhaus, einer anderen Behandlungsstätte oder gar zum Patienten selbst könnte schon bald die Gesundheitsausgaben deutlich reduzieren und neue Möglichkeiten der Behandlung in den heimischen vier Wänden des Patienten ermöglichen. Davon würden wiederum die Krankenhäuser und ähnliche Institutionen profitieren, da deren Auslastung optimiert würde. Solche Lösungen sind heute bereits im Einsatz.

So nutzt beispielsweise das Unternehmen PositiveID das eingebettete Funkmodul »AirPrime« von Sierra Wireless in seiner mobilen Lösung »iglucose« (Bild 2), um Diabetes-Erkrankte zu unterstützen. Dank moderner medizinischer Betreuung sind die meisten Menschen mit Diabetes in der Lage, ihren Gesundheitszustand unter Kontrolle zu halten und ein normales Leben zu führen.

Dafür müssen sie allerdings stets einen Überblick über den Blutzuckerspiegel haben - und hier setzt PositiveID an. »iglucose« erweitert den traditionellen Glukosemeter um die Fähigkeit zur mobilen Datenübermittlung. Liest ein Patient den Blutzuckerspiegel ab, kommuniziert das Gerät diese Information an eine Datenbank, die dem Patienten und dem ärztlichen Personal zugänglich ist.

Zudem sendet das System Entwicklungsverläufe und Echtzeit-Feedback an den Patienten und die Betreuer und macht auf eventuelle Werte abseits der Norm aufmerksam, damit Eingriffe möglich sind, bevor sich die Situation zuspitzt. Das Beispiel zeigt, was bereits heute durch diese Technologie möglich ist. M2M-Kommunikation eröffnet eine ganze Bandbreite möglicher innovativer Anwendungen im Gesundheitswesen, um die Lebensqualität der Patienten und die Qualität der Behandlung deutlich zu verbessern.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Hersteller sich nach den richtigen Technologieanbietern umsehen, die mit den speziellen Anforderungen des Gesundheitssektors vertraut sind.

Sicherheit als Basis

Geht es um vertrauliche Patientendaten, muss Sicherheit höchste Priorität haben. Ohne sie wäre die Vertrauensbasis für die modernen Gesundheitshelfer nicht gegeben. Bei der mobilen Gesundheitspflege wird die Sicherheit bei der Übertragung der Informationen durch eine ganze Reihe verschiedener Features auf dem mobilen Embedded-Funkmodul gewährleistet.

Dazu gehören Endpoint-Authentifizierung, mobile Verschlüsselungstechnologien und -protokolle auf dem Transport-Layer (SSL) sowie Virtual-Private-Networks (VPN). Der Einsatz von Wireless-Technologie kann je nach medizinischer Anwendung (Diabetes-Monitoring, Herzfrequenz- und Bluthochdrucküberwachung, Schlafstörungen, Ultraschalluntersuchung, Kernspin-tomographie, etc.) Datenmengen von wenigen Kilobyte, aber auch riesige Datenvolumnia zur Folge haben, die es zu übermitteln gilt.

Das bedeutet, dass der Informationstransfer mancher medizinischer Lösungen Breitbandverbindungen mit hoher Qualität und Stabilität benötigt, wie sie durch 4G-Wireless-Technologien ermöglicht werden. Um die Möglichkeiten über Ländergrenzen hinweg weltweit zu eröffnen, müssen die Geräte daher kompatibel mit verschiedenen Netzwerktechnologien sein, darunter GPRS, EDGE, CDMA, WCDMA, TD-SCDMA und HSPA.

Über den Autor:

Joachim Dressler ist Vice President EMEA Sales bei Sierra Wireless.