Board Support Packages von Drittherstellern bieten zusätzliche Funktionen Das Board Support Package – Schlüssel zum Systemdesign

Die von Chiplieferanten oder Betriebssystemherstellern stammenden Board Support Packages sind zwar ein guter Ausgangspunkt für eigene Entwicklungen, müssen aber i.d.R. an eigene Bedürfnisse angepasst werden. Warum dann nicht gleich ein hochwertiges BSP verwenden,das diese Anpassungen vereinfacht und zusätzliche Funktionen bietet?

Board Support Packages von Drittherstellern bieten zusätzliche Funktionen

Die von Chiplieferanten oder Betriebssystemherstellern stammenden Board Support Packages sind zwar ein guter Ausgangspunkt für eigene Entwicklungen, müssen aber i.d.R. an eigene Bedürfnisse angepasst werden. Warum dann nicht gleich ein hochwertiges BSP verwenden,das diese Anpassungen vereinfacht und zusätzliche Funktionen bietet?

System-on-Chip-Hersteller stellen heute umfangreiche Board Support Packages für Embedded-Systemdesigns zur Verfügung. Sie unterstützen damit die rasche Entwicklung und Umsetzung aufwendiger und komplexer Produktentwicklungen. Dennoch kann es in einem Projekt sinnvoll sein, sich mit Board Support Packages von Drittanbietern auseinanderzusetzen. Sie können zusätzliche Technologien und Lösungen enthalten, die durch mehr Flexibilität eine effizientere Entwicklung ermöglichen und dem Kunden die Systempflege während des Produktlebenszyklus erleichtern. Darüber hinaus haben sie sich bereits in vielen Applikationen im Feld bewährt und bieten neben sinnvollen Ergänzungen ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Qualität. Am Beispiel eines Embedded-Systemdesigns mit Intel-Xscale-CPU und Microsoft Windows CE wird dieser Zusammenhang erläutert.

Der Prozess einer Windows-CE-Systementwicklung wird durch drei Säulen (siehe Bild) bestimmt:

  • Basisentwicklung:
    Hardware-Entwicklung mit initialer Betriebssystemportierung. Sie umfasst das Hardware-Design, die Entwicklung des Boot-Loaders, des OEM Adaptation Layers, der Treiber für die Basiskonfiguration und schließlich das Erstellen des initialen Board Support Packages. Dieses BSP dient im Weiteren als Ausgangspunkt für die Auslegung und Realisierung kundenspezifischer Systeme.
  • Produktentwicklung:
    Umsetzen erweiterter Funktionen durch Treiberentwicklun-gen für kundenspe-zifische Peripheriefunktionen mit der Integration in das Betriebssystem plus der zugehörigen Testsequenzen. Dieser Entwicklungsstand wird anschließend auf die neue Hardware übertragen und verifiziert.
  • Anwendungsentwicklung:
    Entwicklung von Middleware und Anwendungen mit Betriebssystemintegration und Test.

Das Ziel der Basisentwicklung ist die Erstellung eines ersten Board Support Packages für eine spezielle Ziel-Hardware. Es umfasst alle notwendigen Software-Funktionen, damit ein Betriebssystem auf der Hardware originär ausgeführt wird. Für die Xscale-CPU PXA270 stellen Intel und Microsoft Board Support Packages für verschiedene Betriebssysteme und Referenz-Hardware zur Verfügung. Diese BSPs umfassen bereits einen großen Teil der vom Markt geforderten Funktionen und sollen eine neue Entwicklung möglichst zügig zur Produktionsreife bringen. Dennoch können die Hard- und Software-Hersteller a priori nicht alle Anforderungen und Wünsche der Systemhersteller kennen und folglich auch keine Lösungen anbieten, die sämtlichen Erfordernissen gerecht werden. Der Systementwickler muss deshalb die technischen Anforderungen des Zielgerätes mit den zur Verfügung stehenden Software-Angeboten abgleichen und – wo notwendig – eigene Anpassungen und Entwicklungen durchführen. Man kann also die vorliegenden BSPs als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung betrachten, die mit den entsprechenden Anpassungen am Ende der Entwicklung den Anforderungen der Geräte im produktiven Einsatz gerecht wird.