CeBIT auf Identitätssuche

Die CeBIT Sounds! soll Musik- und IT-Industrie vernetzen. Zehn Jahre nach der gescheiterten »CeBIT Home« unternimmt die Deutsche Messe AG einen neuen Anlauf, um die Unterhaltungsbranche in die CeBIT einzubinden.

Zehn Jahre nach der gescheiterten »CeBIT Home« unternimmt die Deutsche Messe AG einen neuen Anlauf, um die Unterhaltungsbranche in die CeBIT einzubinden.

Mit der »CeBIT Sounds« in Halle 22 will die Deutsche Messe AG auf der CeBIT 2010, die vom 2. bis 6. März in Hannover stattfindet, IT- und Musikbranche zusammenbringen. Im Zentrum der Halle soll eine Event-Bühne stehen, auf der täglich Panels, Workshops und Live-Darbietungen stattfinden. Darum herum gruppieren sich Plattenfirmen, Künstler, Medien, Markenhersteller, Software- und Hardware-Produzenten sowie digitale Start-Ups und Internetunternehmen aus dem Musik-Business.

»Keine der Musikmessen hat es im großen Stil geschafft, Technikanbieter dauerhaft zu binden,« sagt Stefan Michalk, Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie e.V.

Die CeBIT versammelt die Technikanbieter zweifellos. Viel spannender wird die Frage sein, ob auch die Musik- und Inhaltsproduzenten in nennenswerter Anzahl nach Hannover kommen werden.

Als die ersten IT-Unternehmen auch Unterhaltungselektronik wie Fernseher und Spielkonsolen auf der CeBIT ausstellten, war dies »nicht erwünscht«. Mit der steigenden kommerziellen Bedeutung der Unterhaltungsbranche versuchte die Deutsche Messe dann aber doch, ihr Aussstellungsgeschäft auf dieses Marktsegment zu erweitern und rief die »CeBIT Home« ins Leben, die sich gegen Veranstaltungen wie die Funkausstellung oder die Games Convention aber nicht durchsetzen konnte.

Die CeBIT findet 2010 – wie schon letztes Jahr – zeitgleich mit der embedded world in Nürnberg statt. Firmen, die nicht die Ressourcen für zwei gleichzeitige Messeauftritte haben, müssen sich deshalb für eine der beiden Messen entscheiden. Da sich die Halbleiterhersteller mit Ausnahme von AMD und Intel von der CeBIT zurückgezogen haben, sind im Gefolge auch viele Software- und Toolhersteller der CeBIT ferngeblieben.