Produkt- und Markenfälschung – Bestandsaufnahme und Abwehrmaßnahmen Bunte Waren auf grauen Märkten

Sicherheit, die unauffälig bleibt

Aufkleber und aufwendige Hologramme vermitteln Sicherheit und Wertigkeit auf den ersten Blick. Aber das ist nicht immer beabsichtigt. Oft sind auch versteckte Sicherheitsmerkmale gewünscht, um potentiellen Nachahmern unauffällig auf die Schliche zu kommen. Hierbei gibt es manipulative und nicht-manipulative Verfahren, d.h. Sicherheitsmerkmale, die aktiv in ein Produkt eingebracht werden, und solche, bei denen das Produkt nicht verändert werden muss.

Ein manipulativer Produktschutz ist z.B. Secutag von 3S (www. secutag.com). Bei diesem System werden kleinste Farbecode-Partikel in verschiedenen Größen zwischen 5 und 45 μm in das Produkt eingebracht. Mit bloßem Auge oder einer Lupe sind diese Markierungen nicht zu sehen. Erst mit einem Stabmikroskop mit hundertfacher Vergrößerung werden die Partikel sichtbar (Bild 6). Jeder Hersteller erhält seinen individuellen Farbcode aus vier bis elf unterschiedlichen Schichten. Die Farben aus Kunststoffpolymeren halten längere Zeit Temperaturen von 200 °C, kurzfristig auch bis 350 °C stand. Securitags können auf nahezu jede Oberfläche aufgebracht werden: Verpackungen, Gehäuse aus Metall, Kunststoff, Glas, Aluminium und auf Textilien. In Schüttgüter und Flüssigkeiten kann Securitag direkt beigemengt werden. So lassen sich auch Lacke, Kleber, Granulate, Pulver und Flüssigkeiten und selbst Sprengstoff kennzeichnen. Aussagen über Hersteller und Herstellungsdatum sind selbst nach der Detonation noch möglich.