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ZF-Bilanz 2019

Mehr F&E-Investitionen in schwierigem Marktumfeld

26. März 2020, 10:32 Uhr   |  Gerhard Stelzer


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Höherer F&E-Ausgaben; Mitarbeiterzahl schrumpft; Ausblick 2020

Ungeachtet des schwierigen Umfelds hat ZF mit 2,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,5) erneut mehr Mittel für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Die F&E-Quote stieg von 6,7 auf 7,3 Prozent. »Wir wollen, nachdem wir die aktuelle Krise bewältigt haben, weiter zielgerichtet in Zukunftstechnologien investieren«, erklärte ZF-Chef Scheider. »Damit bauen wir unsere Kompetenzen als führender Systemanbieter weiter aus. Dies wird uns helfen, die aus dem Wandel resultierenden Chancen zu nutzen«.

Beteiligung an »2getthere« und Partnerschaft mit Microsoft

Für die Entwicklungsarbeit spielen – über die eigenen Ressourcen hinaus – Unternehmensbeteiligungen und strategische Partnerschaften eine entscheidende Rolle, insbesondere beim automatisierten Fahren. Hierzu zählt beispielsweise der Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung von 60 Prozent an dem niederländischen Unternehmen »2getthere«, einem etablierten Anbieter autonomer elektrischer Personentransportsysteme, und die jüngst vereinbarte Zusammenarbeit mit Microsoft zur Verbesserung von Entwicklungsprozessen. Dadurch will das Unternehmen die Implementierung und Bereitstellung von Software deutlich beschleunigen. »Dies ist wichtig für unsere Kunden, die eine flexible Zusammenarbeit schätzen und kurze Lieferzeiten für Software-Updates benötigen«, erläuterte Scheider. »Außerdem werden wir Software schon entwickeln können, wenn die Hardware noch nicht verfügbar ist. ZF wird so auch als Anbieter von reinen Software-Produkten im Automotive-Markt auftreten.«

Mitarbeiterzahl leicht unter Vorjahreswert

Ende 2019 beschäftigte ZF weltweit 147.797 Mitarbeiter (Vorjahr: 148.969). Der Rückgang um 0,8 Prozent spiegelt die schwächere wirtschaftliche Entwicklung wider – geplant war ursprünglich ein Aufbau um mehrere Tausend Mitarbeiter. Besonders in China (minus 9,7 Prozent auf 13.289 Mitarbeiter) und den USA (minus 7,5 Prozent auf 11.069 Mitarbeiter) hat ZF seine Kapazitäten angepasst, da hier kaum Flexibilisierungsmaßnahmen wie etwa in Deutschland zur Verfügung stehen. Dort blieb die Mitarbeiterzahl mit rund 50.900 auf dem Niveau des Vorjahres. Zusätzliche Stellen wurden in den Bereichen Elektromobilität, autonomes Fahren und Softwareentwicklung geschaffen. Damit sind mittlerweile rund 19.400 Mitarbeiter(Vorjahr: 17.100) weltweit im Bereich Forschung und Entwicklung tätig.

Klimaneutralität bis 2040 angestrebt

Als Anbieter zukunftsweisender Mobilitätslösungen zeigt sich ZF den Pariser Klimazielen verpflichtet – sowohl durch das Angebot sauberer und effizienter Technologien als auch durch die Reduzierung der CO2-Bilanz seiner Standorte. Dafür hat das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Klimaschutzstrategie ausgearbeitet, die auf dem sogenannten Corporate Carbon Footprint (CCF) basiert. Darin verpflichtet sich ZF, die Treibhausgasemissionen (insbesondere CO2) aus dem Betrieb der Werksanlagen perspektivisch weitgehend zu reduzieren. »Unser Ziel ist, bis 2040 entsprechend der Vorgaben des UN-Klimarats klimaneutral zu sein«, sagte Scheider. »Dazu bauen wir die bestehenden Programme zur Energieeffizienz aus und setzen noch mehr auf grüne Energie aus Eigenerzeugung.« Durch Produktion nachhaltiger Energie mit Windkraft-Antriebstechnik von ZF leistet der Konzern auch außerhalb seiner Werke einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2020

Die weltwirtschaftliche Lage hat sich seit der Ausbreitung des Corona-Virus und dem Testat des ZF-Jahresabschlusses grundlegend verändert. »Wenn Deutschland, wenn die Welt zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stillstand kommt, ist dies eine Ausnahmesituation«, betonte Scheider. »Deren Auswirkungen sind ungewiss, weshalb wir gegenwärtig keine verlässliche Prognose für 2020 treffen können. Wir werden weiterhin alle Kraft darauf verwenden, unsere Mitarbeiter zu schützen, die Ausbreitung des Virus zu stoppen und die Stabilität unseres Unternehmens zu sichern. Mit unserer Strategie ‚Next Generation Mobility‘ sind wir langfristig gut vorbereitet, um die Mobilität der Zukunft zu verwirklichen.« Mit milliardenschweren Neuaufträgen für das hybridfähige 8-Gang-Automatgetriebe und das Neugeschäft im Bereich aktive Sicherheitstechnik (Integriertes Bremssystem/IBC), die weiter steigende Nachfrage nach elektrischen Busantrieben und die Entwicklungsaufträge für automatisierte Fahrfunktionen habe sich ZF langfristige Perspektiven geschaffen.

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